Kleine Seele, weine

Kleine Seele, weine *
Kleines Trostgedicht für Kinder –

Kleine Seele, weine.
Du bist nicht alleine.
Der Mond, er hört dir zu,
die Sonne, Wolken, Sterne,
sie alle spenden gerne
dir neue Seelenruh.
Kleine Seele, lache,
du darfst auch fröhlich sein.
Lieben darfst du, kuscheln, lachen.
Träum dir einen Zauberdrachen,
der an deiner Seite weilt
und dir deinen Kummer heilt.

© Elke Bräunling

Flecke auf der Seele

Flecke auf der Seele *
Gedicht zu den Attentaten –

Ich solle nicht schwermütig werden,
wenn mich der Tod eines andern berührt.
Es gehe stets weiter, dies Leben auf Erden.
Wen kümmert es, was ich gerade gespürt?

Auch soll ich Gefühle nicht zeigen,
sagst du und wischst meine Worte schnell weg.
Nicht denken, nicht reden, bequemer ist schweigen.
Und wieder wächst auf meiner Seele ein Fleck.

Er ist schon ganz dunkel geworden,
der Ort, der das Licht meiner Seele bewahrt,
verstopft mit Gefühlen, verlorenen Worten,
die die Gleichgültigkeit achtlos mit Füßen trat.

© Elke Bräunling

Frühling im Mandelbaum

Frühling im Mandelbaum *
Gedicht Sehnsucht und Vorfreude –

Im Garten ruht der Mandelbaum
noch tief in seinem Wintertraum.
Er träumt von Licht und Morgentau
und Frühlingsfarben, grün und blau.

Die Zweige sind noch kahl und matt,
doch erste Knospen für ein Blatt
sind groß gewachsen, weich und zart.
Ein Zeichen: Frühling ist am Start.

Nun dauert es nicht mehr sehr lang
und es macht leise ‚pling‘ und ‚plang‘,
die Blütenknospen springen auf
in weiß-rosé im Baum zuhauf.

Wie eine Braut steht er nun da,
der Mandelbaum, so wunderbar.
Er lockt mit seinem Blütenkleid
und sieht so aus, als hätt’s geschneit.

© Elke Bräunling

Schneemannfrau

Schneemannfrau *
Fröhliches Wintergedicht –

Dicker weißer Mann,
du stehst im Schnee und lachst mich an,
wie nur ein Schneemann lachen kann
mit deinem fröhlich breiten Mund
in dem Gesicht so kugelrund.

Du dicker weißer Mann,
ich schau zu dir, dann fang ich an,
so gut und sorgsam wie ich kann,
und bau nach deinem Bild genau
für dich die schönste Schneemannfrau.

© Elke Bräunling

Januar

Januar *
Gedicht zum Monat Januar –

Du trägst die Stille in die Zeit
und schmückst das Land mit Sternchenweiß,
das sanft auf uns hernieder schneit
zu einem Kleid aus Schnee und Eis.

Die Sonne bleibt ein selt’ner Gast,
das Licht schleicht zögernd durch den Tag.
Die Welt wirkt müd’ und ohne Rast,
und mancher Tag bleibt stumm und karg.

Die Luft ist dünn, der Wind weht kalt,
in deinen Adern sitzt der Frost.
Manch einer fühlt sich krank und alt,
und manches Herz bleibt ohne Trost.

Und doch hauchst Hoffnung du ins Land
und birgst die Träume für das Jahr
wie Saat, noch unter Schnee gebannt,
die still erwacht, dem Frühling nah.

© Elke Bräunling

Am Ende des Jahres

Am Ende des Jahres *
Gedicht zum Jahreswechsel –

Was soll ich heut schreiben?
Ich bin so leer.
Sie wollen nicht bleiben,
die Worte. Nicht mehr.

Das Jahr, dieses rüde,
ist bald vorbei.
Es machte mich müde
und wahrlich nicht frei.

Was wird uns erwarten.
Das neue Jahr
wird eins von den harten,
das ist jetzt schon klar.

Ich seufze nur leise
und gebe mich hin
nun zur neuen Reise
und suche den Sinn

© Elke Bräunling

Silvesternacht

Silvesternacht *
Gedicht zum Jahreswechsel –

Hallo du!
Mit Getöse bist du gekommen
und hast meine Gedanken mitgenommen
ins Neue,
das dem Alten gleicht.

Feuerfunken im Himmel
und Polizeitütatü,
Städte versinken im Rauch,
Menschengewimmel,
So bunt und so fremd wie noch nie
und Flattern im Bauch.

Hallo du!
Was wirst du uns mitgebracht haben?
Ein Hoffen, ein Winken, ein Darben
im Neuen,
das bald uns erreicht?

© Elke Bräunling

Raue Nächte, wilde Zeiten

Raue Nächte, wilde Zeiten *
Raunachtgedicht –

Raue Nächte
und Personen,
die sich wandeln
zurück in Menschen,
die sie mal waren
im Mutterleib.

Wilde Zeiten
und Widerstände
gegen Despoten
hinter Bildschirmen,
die noch meinen,
Herrscher zu sein.

Heiße Tage
im Erwachen
aus tiefem Schlafe.
Sorglos war gestern,
jetzt gilt’s zu kämpfen,
um frei zu sein.

Wach auf aus dem Schlafe!
Wach auf!
Das Heer, das wilde,
tobt durch die Zeiten …
Wach auf! Beeil dich!
Harmlos war gestern.

© Elke Bräunling

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Tristesse unter Wolken

Tristesse unter Wolken *
Gedicht Weihnachten 2024 –

Energie und Dunkelflaute.
Weihnachtskerzen flackern wild.
Heizungsschwäche, Klagen, laute,
und das Wetter bleibt nicht mild.

Politik und Angstparolen.
Frieden ist ein rares Gut.
Manchen soll der Teufel holen
und im Schweigen lodert Wut.

Vieles ist verändert heute,
lieber bleibt man mehr zuhaus.
Harmonie und Weihnachtsfreude
bleiben vielerorts jetzt aus.

© Elke Bräunling

Verbrannt

Verbrannt *
Gedicht Adventsgedanken

Glutrot.
Der Himmel brennt
im Advent
„Das Christkind backt Plätzchen“,
sagte Großmama einst.

Auch meine Seele brennt.
Jener Duft der Geborgenheit
aber fehlt.

Jetzt lodern Flammen,
recken die Arme himmelwärts,
um nach dem zu greifen,
was Hoffnung heißt.
Die aber ist längst verbrannt,
verweht in kleine, unsichtbare
Aschehäufchen.

© Elke Bräunling

Bethlehem ist überall

Bethlehem ist überall *
Weihnachtslied für Groß und Klein –

Bethlehem ist überall
zu finden, wenn man sucht –
in dir, in mir, in jedermann,
in allem, was man tut:
Freude schenken,
keinen kränken,
Glück erleben,
Hoffnung geben.
Bethlehem ist überall

Bethlehem ist überall.
Mach nur die Augen auf,
und du und ich und jedermann,
ein jeder kommt darauf:
Frieden wahren,
Leid erfahren,
dir vertrauen,
Angst abbauen.
Bethlehem ist überall.

Bethlehem ist überall,
glaub´s nur, ja, es ist wahr.
Mach´s dir und mir und jedermann,
mach´s allen Menschen klar:
Liebe leben,
Schmerz zugeben,
Kummer teilen,
Wunden heilen.
Bethlehem ist überall

© Elke Bräunling

 

 

© Text Elke Bräunling * Melodie Paul G. Walter

Wo liegt Bethlehem?

Wo liegt Bethlehem? *
Weihnachtsgedicht –

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht in jedermann?
Wenn Menschen zueinander stehen
und ihren Weg gemeinsam gehen,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht bei uns zu Haus?
Wenn wir gemeinsam Lieder singen
und einander Freude bringen,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht in unsrer Stadt?
Wenn Reiche auch an Arme denken
und einander Hoffnung schenken,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht in unsrem Land?
Wenn Menschen still in Frieden leben
und dem Feind die Hände geben,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

© Elke Bräunling

Die Stadt im Weihnachtszauber

Die Stadt im Weihnachtszauber *
Weihnachtsgedicht

Alte Stadt im Weihnachtszauber,
Kinderaugen hoch beglückt,
überall erstrahlen lauter
Lichter, die der Welt entrückt.

Weihnachtsweisen leis erklingen,
glühweinduft’ge Seligkeit,
Kinderchöre eifrig singen
von der gläubig’ Christenheit.

Überall ein festlich’ Strahlen
in Gesichtern rosarot
wie der Zauber in des fahlen
Winterhimmels Abendrot.

Friedlichkeit wird groß geschrieben
für das Fest auch dieses Jahr.
Man beschließt, sich heut zu lieben,
so wie es schon immer war.

Neue Hoffnung öffnet Herzen,
Träume weben sanft ihr Kleid,
und im Schein der Weihnachtskerzen
ruht der Glanz der stillen Zeit.

© Elke Bräunling

Kleine Weihnachtsschätze

Kleine Weihnachtsschätze *
Adventsgedicht für Groß und Klein –

Wieder leuchten Weihnachtslichter,
alle Häuser sind geschmückt.
Auf dem Marktplatz steht ein Dichter,
den der Anblick sehr verzückt.

Irgendwo ertönt ein Klingen
leise in der Winternacht,
so als würden Engel singen,
und das Herz des Dichters lacht.

Und schon reihen sich die Sätze
Wort für Wort und fein im Reim.
Diese kleinen Weihnachtschätze
nimmt er mit ins warme Heim.

Und dort schreibt er eilig nieder,
was ihm diese Nacht geschenkt,
und er weiß, dass immer wieder
an dies’ Wunder er nun denkt.

© Elke Bräunling