Waldohreule * Betrachtung zu einer besonderen ‚Königin‘ –
Die Waldohreule.
Sie fliegt nicht.
Sie erscheint.
Ein Gedanke aus Federn.
Kein Geräusch.
Kein Licht.
Nur Blick.
Und Schweigen,
das mehr sagt als vieles, was gesprochen wird
in der Lücke zwischen Tag und Nacht.
Sie braucht keine Likes.
Keinen Applaus.
Kein Publikum.
Man nennt sie Eule
und mit Ehrfurcht:
‚Stille Königin der Dämmerung‘.
Blautannengrün. Ein Schatten, der atmet,
wie Tinte im Moos, die das Schweigen beschreibt.
Es riecht nach der Nacht, nach Vergessen und Harz.
Man sieht es kaum und weiß doch: Es bleibt.
Gedanken beim Wandern * Kleines Waldgedicht mit einem Augenzwinkern –
Ein Eichhorn rennt. Ich bleib kurz stehn.
Es ist sehr flink. Ich nicht. Na schön.
Man denkt beim Gehn – und denkt sich frei
und merkt: Der Welt ist`s einerlei.
Ich tret auf Wurzeln, nicht auf Sorgen,
und schieb mein Grübeln auf bis morgen.
Die Bäume stehn, wie’s Bäume tun,
und ich darf gern dazwischen ruhn.
Der Weg ist steil. Der Himmel blau.
Ich denk an nichts. Und das genau.
Bestandsaufnahme Oktober * Gedicht – Herbstgedanken mit einem Augenzwinkern –
Mit großen Schritten eilt das Jahr
so bald schon seinem Ende zu.
Man nimmt die Tage kaum noch wahr,
die Zeit, sie lässt nur wenig Ruh’.
Nun ist Oktober. Abschiedszeit
von Sommerdraußenleichtigkeit.
Die Türen zu, die Öfen glühn,
statt Blumen Schniefnasen, die blühn
und alles ist ganz anders nun.
Und eigentlich wär’s Zeit zum Ruhn.
Was, wenn Ängste sprechen? * Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –
Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?
Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?
Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?
Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?
Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?
Ich träum, ein alter Labersack
spielt mir einen Schabernack.
Er macht mir weis, es gäbe Streit
und Krieg jetzt in der Friedenszeit.
Ich wache auf, mein Herz klopft wild,
in meinem Kopf wächst schnell ein Bild
von Blut und Elend, Not und Tod
in Qualm umhüllt in einem Schlot.
Es löst sich auf, ich sehe klar,
bin froh, dass es ein Traum nur war.
Wie dumm auch, Krieg in unsrer Zeit?
Kein Mensch wär dazu doch bereit…?
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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