Kategorie: Wintergedicht

Februarstimmungen

Februarstimmungen *
Gedicht

Ein kalter Wind streift übers Land.
Dem Frühling schaudert’s, ihm ist kühl.
Er ahnt, er sollt’ noch etwas warten,
so hat er’s im Gefühl.

Den Hund jagt keiner vor die Tür,
der Winterschlaf hält weiter an,
die Katze möchte Missmut zeigen,
doch keiner schert sich dran.

Die Spatzen sind auch nicht erfreut.
Das Warten stört sie ungemein.
In ihrem Blut spür’n sie ein Rauschen.
Es sollt’ bald Hochzeit sein.

Der Mensch legt sich noch einmal hin.
Er achtet g’rad sehr aufs Gewicht
und würd’ doch gern im Honig baden.
Wer schläft, der sündigt nicht.

Ein Narr streift suchend durch das Land
nach and’ren, die, verrückt wie er,
der Zeit die lange Nase zeigen.
Das fällt auch gar nicht schwer.

Die Laune könnte besser sein,
die Stimmung, die ist ringsum lau.
Der Monat ist nur schwer zu mögen,
auch sein Humor ist flau.

© Elke Bräunling

Abgesang

Abgesang *
Gedicht zum Ende des Winters – 

Der Winter klebt wie Kaugummi
mir zäh auf dem Gemüt.
Die Kälte schlägt mir ins Gesicht,
mein Körper bebt und glüht.
So quäl’ ich mich durch diese Zeit
und hoffe, dass er bald
das Weite sucht, ich bin’s so leid
und mir ist’s nur noch kalt. …
Was mich daran am meisten stört?
Dass er mein Jammern nicht erhört.

© Elke Bräunling

Das Licht ist da

Das Licht ist da *
Gedicht zu Lichtmess –

Das Licht ist da.
Es trägt gold’ne Tupfer
auf seinem Gewand
und streicht
sanft und zärtlich
uns über’s Gesicht.

Das Licht ist da.
Es streift durch die Stunden,
sein schimmernder Schein
küsst uns
die wintermüde
Seelen zärtlich wach.

Das Licht ist da.
Ich öffne die Arme
und strahle vor Glück
nun auch,
und so lächeln wir
zum Gruße uns zu.

© Elke Bräunling

Februar

Februar *
Gedicht zum Monat Februar

Du trägst den Frühling auf deinem Rücken
und bist es dir doch noch nicht bewusst.
Du willst uns mit Narreteien entzücken
und erntest doch meistens nur Frust.

Man braucht Geduld, um dich zu ertragen.
Der Wintermuff klebt an deinem Kleid.
Die Tage sind zäh und schwer ihre Plagen,
der Überdruss selbst tut sich leid.

Nur gern windet man sich aus deinen Armen
und flieht ins Freie ans zögernde Licht,
das kichernd sich ziert in kindlichen Dramen
und sich im Hall deines Unmuts bricht.

Du bist kühl und du hast deine Launen,
doch sei dir gewiss: Wir halten dich aus
und üben nun schon mal freudig das Staunen
im Frühlingstaumel – und dann bist du raus.

© Elke Bräunling

Frühling im Mandelbaum

Frühling im Mandelbaum *
Gedicht Sehnsucht und Vorfreude –

Im Garten ruht der Mandelbaum
noch tief in seinem Wintertraum.
Er träumt von Licht und Morgentau
und Frühlingsfarben, grün und blau.

Die Zweige sind noch kahl und matt,
doch erste Knospen für ein Blatt
sind groß gewachsen, weich und zart.
Ein Zeichen: Frühling ist am Start.

Nun dauert es nicht mehr sehr lang
und es macht leise ‚pling‘ und ‚plang‘,
die Blütenknospen springen auf
in weiß-rosé im Baum zuhauf.

Wie eine Braut steht er nun da,
der Mandelbaum, so wunderbar.
Er lockt mit seinem Blütenkleid
und sieht so aus, als hätt’s geschneit.

© Elke Bräunling

Schneemannfrau

Schneemannfrau *
Fröhliches Wintergedicht –

Dicker weißer Mann,
du stehst im Schnee und lachst mich an,
wie nur ein Schneemann lachen kann
mit deinem fröhlich breiten Mund
in dem Gesicht so kugelrund.

Du dicker weißer Mann,
ich schau zu dir, dann fang ich an,
so gut und sorgsam wie ich kann,
und bau nach deinem Bild genau
für dich die schönste Schneemannfrau.

© Elke Bräunling

Januar

Januar *
Gedicht zum Monat Januar –

Du trägst die Stille in die Zeit
und schmückst das Land mit Sternchenweiß,
das sanft auf uns hernieder schneit
zu einem Kleid aus Schnee und Eis.

Die Sonne bleibt ein selt’ner Gast,
das Licht schleicht zögernd durch den Tag.
Die Welt wirkt müd’ und ohne Rast,
und mancher Tag bleibt stumm und karg.

Die Luft ist dünn, der Wind weht kalt,
in deinen Adern sitzt der Frost.
Manch einer fühlt sich krank und alt,
und manches Herz bleibt ohne Trost.

Und doch hauchst Hoffnung du ins Land
und birgst die Träume für das Jahr
wie Saat, noch unter Schnee gebannt,
die still erwacht, dem Frühling nah.

© Elke Bräunling

Wenn’s draußen neblig ist und kalt

Wenn’s draußen neblig ist und kalt *
Traumreisegedicht für Kinder –

Wenn ich nicht draußen spielen kann,
hör ich mir ’ne Geschichte an
bei Onkel Hans im Nachbarhaus.
Der kennt sich mit Geschichten aus.

Wir fliegen einmal auf den Mond,
denn der ist gar nicht unbewohnt.
Die Mondolonen leben dort.
Sie lassen uns fast nicht mehr fort.

Ein andermal, da reisen wir
zu Wüstenscheich Ben Dschurimir.
Der lädt zum Wüstenmahl uns ein
zu Löwenspeck und Palmenwein.

Im Urwald finden wir sodann
den letzten Urwaldzaubermann.
Der zaubert für uns -eins, zwei, drei-
ein Urwaldomobil herbei.

Und dieses Ding bringt uns ganz schnell
zu einer Wunderzauberquell,
die jedem einen Wunsch gewährt,
der mutig ist und sich bewährt.

Wir sind voll Mut, drum wünschen wir
uns einen Flug auf ´nem Klavier
mit Melodien um die Welt
überallhin, wo´s uns gefällt.

Wir schweben singend übers Meer
nach Ost und West und kreuz und quer,
und manchmal bleiben wir auch stehn,
denn es gibt ja so viel zu sehn.

Am Nordpol halten wir dann an
und treffen dort Frau Holle dann.
Und die nimmt uns auf ihrem Ritt
durch Schnee und Eis nach Hause mit.

So ist mir das Geschichtenland
dank Onkel Hans schon gut bekannt,
und ich besuch ihn wieder bald,
wenn´s draußen neblig ist und kalt.

© Elke Bräunling