Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist? *
Kindergedicht und -lied –

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Sonne ist’s, die Sonne ist’s!
Sie kann mit ihren schrägen Strahlen
immer längre Schatten malen.
Kurz und kürzer wird die Zeit.
Der Herbst hält sich bereit.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Blumen sind’s, die Blumen sind’s!
Sieh nur ihre starken Farben,
die sie nun auf einmal haben.
Wie Laternen leuchten sie
wie sonst im Jahre nie.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Bäume sind’s, die Bäume sind’s!
Welke Blätter murmeln leise:
„Wir gehn bald nun auf die Reise.
Das ist unsere Natur
auf dieser Zeitenuhr.“

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Vögel sind’s, die Vögel sind’s!
Kaum noch hört man jetzt ihr Singen,
wenn sie sich gen Himmel schwingen.
Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit,
denn ihr Weg ist weit.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Welt ist’s, die Welt ist’s!
Alle freu’n sich auf die Zeiten,
denn der Herbst hat schöne Seiten,
und dass er sich selbst gefällt,
das weiß wohl alle Welt.

© Elke Bräunling

Nur wer selbst denkt

Nur wer selbst denkt *
Zeitkritisches Gedicht

Glaube nicht, was andre denken.
Höre, was dein Herz dir sagt.
Ihm kannst du Vertrauen schenken,
weil es dich nicht hinterfragt.

Mach dir eigene Gedanken.
Gib den Dingen deine Sicht.
Fremde Worte, Lügen, Schranken
helfen dir beim Denken nicht.

Prüfe gut, was andere sagen.
Was nicht in dein Weltbild passt,
muss im Kopfe dich nicht plagen,
es ist unnötig und Last.

Nur wer selbst denkt, der ist ehrlich
zu sich selbst, zu seiner Welt.
Echte Denker sind noch spärlich,
doch das Feld ist wohl bestellt …

… und es werden immer mehr.

© Elke Bräunling

Kleines Herbstlied für kleine Leute

Kleines Herbstlied für kleine Leute *
Herbstgedicht/Kinderlied zum Herbst

Der Herbst zieht leise ein ins Land.
Er nimmt uns freundlich an der Hand
und zeigt uns seine bunte Welt,
die schön ist und die uns gefällt.

Komm mit und sieh dich bei ihm um
und staune, was nun reift ringsum.
Fast jeder Tag ist Erntetag
und jeder erntet, was er mag.

Die Äpfel reifen, rot und rund,
auch Birnen, Trauben, süß und bunt.
Zum Naschen lädt der Herbst uns ein
und seine Schätze schmecken fein.

Die Sonne zeigt sich nicht mehr lang
und immer kleiner wird ihr Gang
am Himmel weiter durch die Zeit,
der Nebelherbst steht schon bereit.

Das ist nicht schlimm, denn nun beginnt
die Kuschelzeit, die jedes Kind
von Herzen über alles liebt
und die’s im Herbst sehr oft auch gibt.

© Elke Bräunling

September

September *
Kleines Gedicht zum Herbstanfang –

Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.

Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.

© Elke Bräunling

Reden mit Samthandschuhen

Reden mit Samthandschuhen *
Gedicht mit Zeitkritik –

Meine Zunge trägt einen Handschuh aus Samt
in den schillernden Farben meiner Gedanken,
die so lebhaft sind und dennoch gebannt
hinter undurchdringbaren Schranken.

Eine Schweigebarriere für viele Worte,
die nun für immer vielleicht ungesagt.
Versunken, verloren auch all jene Orte,
an denen man sich nicht mehr zu äußern wagt.

Ich fühle mich einsam selbst unter Freunden.
Es ist wie ein Sprint auf löchrigem Eis,
ein haltloses Fliehen in zynische Pointen.
Der Rückzug in Einsamkeit ist der Preis.

All das Ungesagte schlägt Saltos in mir,
verstopft meine Seele und martert den Geist.
Ich spüre, im Innern zerreißt es mich schier,
dies Ohnmachtsgefühl, das Unfreiheit heißt.

© Elke Bräunling

Himmelsglück 2024

Himmelsglück 2024 *
Kleines Gedicht zum blauen Himmel

Staunend der Blick in den Morgenhimmel.
Ein schimmerndes Blau und kein Streifengewimmel.
Nur silberblau, ein bisschen auch violett,
ein paar Federwölkchen, nett und adrett.
Verschwunden das Falsche, der Schmutz und das Grau.
„Versprochen!“, raunt leise er. „Ich bleib heut blau.“
Mein Herz pocht schneller, mein Wunsch ist erfüllt.
Er ist nicht mit künstlichen Schleiern vermüllt
und so manch einer staunt heute: „Wie wahr! Oh, wie wahr!
Dies Himmelblau hatten wir selten im Jahr.“
Und so freut man bescheiden sich ein kleines Stück
für dieses Wunder, dies Himmelsglück.

© Elke Bräunling

Sonnenblumenblütenmeer

Sonnenblumenblütenmeer *
Kindergedicht Sonnenblumen/Sonnenblumenlied –

Lass uns Sonnenblumen malen,
die in hellen Farben strahlen,
Blütenköpfe, üppig, schwer
im Sonnenblumenblütenmeer.

Ihre Blüten sehn wir immer,
sie blühn nun in unserm Zimmer
an den Wänden golden hell
und leuchtend bunt in Aquarell.

Und an dunklen Wintertagen
müssen wir uns nicht beklagen,
denn die Blütensonne scheint,
auch wenn der Himmel Flöckchen weint.

© Elke Bräunling

Das ewige Sehnen


Das ewige Sehnen *
Gedicht zum Sommerende –

Der Sommer schleicht sich leise fort.
Er streicht den Abschiedsschmerz
aus seiner Zeit, stumm, ohne Wort.
Ich winke. Traurig weint mein Herz.

Er nimmt all die Gedanken mit
an Sonnenseligkeit
und schreitet fort mit schnellem Schritt,
lässt uns zurück in unsrer Zeit.

Ihm folgt das Licht. Die Sonne zieht
die Schatten endlos lang.
Es scheint, als ob sie zögernd flieht
in einem steten Drang.

Es ist ein Abschied nur auf Zeit.
Im Herzen bleibt er da,
versteckt im warmen Sehnsuchtskleid,
und ist uns immer nah.

© Elke Bräunling

 

Dieses schöne, sehnsuchtsvolle Lied hat Balz Burch geschrieben.

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose *
Gedicht zum Herbstanfang –

Zartes Flimmern lila-blass,
bescheiden klein im welken Gras,
duckt sich auf Wiesen dieser Tage,
die Herbstzeitlose, diese karge
kleine Blume, die uns kündet,
dass das Jahr im Herbst nun mündet.
Man erschrickt, wenn man sie sieht,
weil mit ihr auch die Wehmut blüht,
gepaart mit Sommerabschiedsschmerz,
ein lachend’ und ein weinend’ Herz.

© Elke Bräunling


 

Spätsommermorgen

Spätsommermorgen *
Sommergedicht mit leiser Wehmut –

Am Morgen liegt ein Sehnen
nach Herbst schon überm Land
mit funkelhellen Tränen
aus Tau, des Sommers Pfand.

Die ersten Nebelschwaden
benetzen feucht das Gras,
wo Sommerfeen baden
mit Haaren klar wie Glas.

So manche Blätter zeigen
verschämt das erste Bunt,
die Morgenvögel schweigen
erschöpft zur frühen Stund’.

Die Blumen holen Atem
fürs Abschiedsfarbenkleid
mit kräftig bunten Farben
als Krönung dieser Zeit.

Noch herrscht tiefes Schweigen,
die Gartenwelt verharrt,
doch viele Zeichen zeigen:
Der Herbst ist bald am Start.

Die Gartenfrau seufzt leise.
Zu schnell vergeht das Jahr.
Die Zeit rast auf der Reise
vorbei, wie’s immer war.

© Elke Bräunling

Ein neues Gedicht zum August findest du hier: August – Der Sommer tanzt das letzte Mal

Was, wenn Ängste sprechen?


Was, wenn Ängste sprechen? *
Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –

Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?

Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?

Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?

Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?

Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?

© Elke Bräunling

Und hier eine großartige Vertonung von Balz Burch

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

Sommerregen in den Bergen

Sommerregen in den Bergen *
Kindergedicht

Sommerregen. Leise gurgeln
kleine Bäche flink zum Tal
durch die Wiesen, über Wege
weiter abwärts, sanft und rege,
hörst du ihr beständig’ Murmeln.
Lausche ihnen einfach mal,
wie sie über Steine springen,
es klingt wie ein leises Singen,
so, als hätten sie viel Spaß.
Später träumen sie: „Schön war`s!“

© Elke Bräunling

Widerstand

Widerstand *

Zappenduster ist’s noch nicht
und doch sieht man, wie Licht
ganz unbemerkt an Kraft verliert,
wie’s kühl wird und die Seele friert
aus Lethargie und Bitterkeit
und tiefer Hoffnungslosigkeit.
Wir dürfen nur nicht resigniern.
Wer jetzt nicht kämpft, der kann verliern.
Es gilt, vereint voraus zu gehn,
dem Bösen kühn zu widerstehn
mit Boykott und Widerstand
für uns, die Zukunft, unser Land.

© Elke Bräunling


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#juniverse2024 – 30. Juni – zappenduster

Genervt

Genervt *

Sie sirren und summen,
sie surren und brummen
und piesacken stur meinen Geist.
Sie bohren und plagen
oft an vielen Tagen
und malträtieren mich dreist.
Wie Fliegen, all diese unsel’gen Gedanken,
die mich umkreisen mit gierigen Pranken,
ich höre verzweifelt selber mir zu –
und dann, auf einmal, ist wieder Ruh.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 29. Juni – piesacken