Kategorie: Allgemein

Die Regenfrau

Die Regenfrau
Fröhliches Kindergedicht für einen Regentag

Hörst du sie? Komm her und schau!
Da draußen steht die Regenfrau.
Den Hut trägt tief sie im Gesicht.
Die nasse Nase siehst du nicht.

Um ihren großen roten Mund
rankt sich ein Grinsen, frech und rund.
Die Haare sind gelockt und grau,
ihr Regenumhang, der strahlt blau.

Mit Perlchen ist er bunt geschmückt.
Sie glitzern hell. Du blickst verzückt
und schaust gebannt hinaus zu ihr.
Da, siehst du es? Jetzt winkt sie dir!

Du folgst ihr und verlässt das Haus,
trittst in die Regenwelt hinaus.
Und weil sie dir entgegen lacht,
spürst du, wie sie dich fröhlich macht.

Du hüpfst in eine Pfütze. Platsch!
Malst ein Gesicht dick in den Matsch!
Du winkst den Wolken zu und sagst,
wie sehr du Regen nun doch magst.

Das Regnen, das dich erst gestört,
hat dabei längst schon aufgehört.
Du glaubst es nicht? Komm her und schau!
Sie spielt mit dir, die Regenfrau…

© Elke Bräunling

Textabschnitt Gedicht Regenfrau

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Seelenstriptease einer Zeit

Illustration Gestalt wächst aus dem Rauch über einer Landschaft, ausgeknipste Lampe am Himmel, Uhr, Kreise - dies alles etwas abstrakt

Seelenstriptease einer Zeit
Zeitkritisches Gedicht und Lied

Urplötzlich ist die Lampe ausgeknipst.
Dünn wird die Haut und das Gewand.
Man schwankt und fühlt sich wie beschwipst
und rastlos in der Zeit gebannt.

Die eine Welt zwischen dem Zeitenspiel
in heimlicher Verborgenheit,
und doch zeigt sich von ihr so viel
im Endspiel der Verlogenheit.

Der Zwang zur Lethargie trägt Maulkorb nun,
die Übelmacht hat sich verzockt.
Voll Arroganz im bösen Tun
hat sie das Ding gründlichst verbockt.

Ein Schweben, ziellos nun durch Zeit und Raum,
zieht Kreise wie ein stummer Hauch.
Zerplatzt der alte finstre Traum,
und Hoffnung steigt aus kaltem Rauch.

© Elke Bräunling

Elke Bräunling & Balz Burch

 

 

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Fassungslos

Illustration Gesichtslose Menschen in einer verstörenden Umgebung

Fassungslos
Friedensgedicht

Das wird uns hier nie mehr passieren,
so dachten wir früher und fühlten uns gut.
Die Kriegslust würde nie mehr grassieren,
an unseren Händen klebt niemals Blut.

Heil sei die Welt, die wir uns geschaffen,
das haben wir viele Jahre geglaubt
ganz ohne Feinde, Kriege und Waffen.
Die Illusion, die ist uns nun geraubt.

Nie wieder Kriege, sagten die Alten,
nie wieder Feindschaften in unserm Land.
Beteuerungen, die ewig galten,
sind gnadenlos zu Asche verbrannt.

L*genbolde, von Geldgier besessen,
von Korruption und Herrschsucht gelenkt,
haben alte Gesetze vergessen
und uns in neues Unglück gedrängt.

Das Volk ist erstarrt und kann es nicht fassen.
Es hat die Falschen zum Herrscher erwählt.
Wenn wir uns weiter irr’leiten lassen,
ist unsre Zeit im Lande gezählt.

© Elke Bräunling


Die Musik dazu von Balz Burch

 

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Vor dem Gewitter

Vor dem Gewitter
Kindergedicht

Schwül ist’s und die Leute klagen
über dumpfe Hitzeplagen,
Schweiß tropft über Menschennasen,
Autos hupen auf den Straßen,
und die Fliegen, Mücken sirren,
wenn sie in der Luft wild schwirren.
„Es ist unerträglich heute!“,
schimpfen lauthals ringsum Leute.
Und der Himmel hört es, lacht.
„Wartet nur, bis es gleich kracht!“
Da! Schon blitzt es, zack und bumm,
und alle sind vor Schreck jetzt stumm.

© Elke Bräunling

Illustration + Text - Menschen in Gewitterstimmung, Gewitterwolke
.

Kleine Sommerschwärmerei

Kleine Sommerschwärmerei

Der Sommer kocht sein Leibgericht
mit Sonnenschein und Himmelsblau,
mit Hitzefrei und Badesee,
Gewitterluft und Morgentau.
Mit Beeren, dick und rot und süß,
und diesem Duft nach Paradies
in einer Luft so weich wie Samt,
und Füßen, tief im warmen Sand,
der kitzelt, dich zum Lachen bringt.
Ein Lachen, das nach Sommer klingt.

© Elke Bräunling

Illustration + Gedicht - Sonne abstrakt, Beeren, Blume

Treffen mit Mascha


 Illustration 2 Damen im Kaffeehaus vor Kuchen, eine von ihnen schreibt in ein Buch

Treffen mit Mascha
Gedicht von einem unerfüllten Traum

Ich sitze mit Mascha vergnügt im Café
vor Erdbeerkuchen und Pfefferminztee.
Wir sind beschwingt, unsre Blicke spaziern
zu Menschen, die an uns vorüber flaniern.

„Sie tragen Geschichten in ihrem Gesicht“,
sagt Mascha, „und glauben, wir sähen es nicht.“
Mit schnellen Strichen schreibt sie auf Papier
Worte in Reimen mit großem Plaisir.

Das Fabulieren wird bei ihr zum Spiel.
Sie sagt mit wenigen Worten so viel,
was sonst verschwiegen und meist ungesagt
in Kehlen verborgen an Seelen nagt.

Ich staune und schaue ihr zu wie gebannt.
Ein Funke springt über. Ich hab mich verbrannt
und tief in mir wächst immens die Begier:
Schreiben wie Mascha, das wünschte ich mir.

Könnt einmal nur fliegen ich in ihre Zeit
zu Kuchen und Tee und zum Schreiben zu zweit. …
Den Optimismus find ich nur im Traum
auf meinen Reisen durch Zeiten und Raum.

© Elke Bräunling

„Könnt einmal nur fliegen ich in ihre Zeit …“
Ja, dann würde ich hundert Jahre zurück in Berlin im Romanischen Café sitzen bei den „Nichtschwimmern“ und in den Nebenraum zu den „Schwimmern“, den gestandenen Künstlern und Autoren – und mittendrin Mascha Kaléko -, linsen. Daraufhin fiebern würde ich, auch einmal nur dort bei all diesen wunderbaren Künstlern und Autoren sitzen und sie kennenlernen zu können, nicht nur ihre Bücher und ihre Kunst. Und mein lieber, lieber Knurrbär Erich Kästner wäre auch da. Ach ja …
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Der Moment einer Sommernacht


Der Moment einer Sommernacht
Ein leises Atemholen

Grillen singen mit den Elfen der Nacht.
Weit schweben ihre Lieder,
die von alten Zeiten erzählen,
mit zarten Dunstschwaden über die Wiesen
und Kronen der alten Apfelbäume
bis hinauf zum Wald,
und die Erde, diese uralten Böden, atmen tief aus.
Für den Moment ist alles beim Alten und gut so.

© Elke Bräunling

Illustration Sommernacht mit Elfen, Grillen, Dunst

Die Wette

Die Wette

„Ich wette“, sagt er, „dass du keine Geschichte über Fußball schreiben wirst.“
„Wie kannst du so etwas wetten?“, frage ich.
„Weil ich gerne wette“, sagt er. „Und weil ich diese Wette ganz leicht gewinnen werde.“
„Eine Sache, die man leicht gewinnen kann, ist es nicht wert, dass man um sie wettet“, antworte ich. „Es fehlt das Prickeln, das Herzwummern, das Mitfiebern. Der Gewinn aus dieser Wette freut nur mäßig. Wetten?“ Ich bin mir da ganz sicher. „Alles, was man ohne Anstrengung erlangen kann, hinterlässt ein Gefühl der Langeweile. So ein Einerleigefühl, weißt du? Ein ‚Ich-hab’s-ja-gleich-gewusst-Gefühl’.“
Er grinst. „Ich hab’s ja gleich gewusst, dass dir dieser Gedanke nicht schmecken wird.“
„Mir?“ Ich sehe ihn an, grinse auch. „Dir muss es schmecken. Schließlich bist du es, der wetten möchte. Der ganz leicht und flixflux eben mal eine ungleiche Wette gewinnen möchte.“
„Ungleich?“, fragt er zurück. „Wer sagt, dass es sich um eine ungleiche Wette handelt? Wo liegt das Problem. Du sammelst die Buchstaben ein, die du wie Puderzucker seit Wochen um dich herum verteilt hast wie lästigen Staub, sortierst sie und ordnest sie zu Worten. Aus Worte werden Sätze, aus Sätzen …“
„Ja doch! Netter Versuch!“, unterbreche ich ihn und streiche mit dem Finger durch den Buchstabenstaub, der die Tischplatte ziert. Ich male einen Fußball, einen Smiley, eine Blume, ein Herz. Die Herzlinie macht einen Schlenker und noch einen und noch einen und ein Wort wächst aus dem Staub. Ihm folgt ein zweites und noch eines und noch eines und noch eines, bis die Tischplatte mit Staubworten bekritzelt ist. Die Worte formen sich zu Sätzen und die bilden eine Kette. Ein Luftzug streicht über den Tisch und lässt all die Buchstaben und Worte und Sätze im staubigen Schein eines vorwitzigen Sonnenstrahls über dem Tisch tanzen. Erst sacht und vorsichtig, dann werden sie übermütiger, jene neu geborenen Worte. Federleicht schwirren sie durchs Zimmer. Sie tanzen einen Walzer, wie mir scheint. Eins, zwei, drei, eins, zwei, drei. Und eins, zwei, drei umkreisen sie mich in ihrem Tanze, drehen Pirouetten über meinem Haupt. Ich kann sie nicht mehr sehen. Ich fühle sie. Und ich spüre, wie sie von mir und meinen Gedanken Besitz ergreifen. Ein zärtlicher Überfall, der mich wehrlos macht.
Ich setze mich und beginne, die Worte, die nun in meinem Kopf tanzen, in die Tastatur meines Laptops zu tippen.
‚“Ich wette“, sagt er „dass du …“’schreibe ich.
Sein Grinsen, das sehe ich nicht mehr. Ich höre auch nicht, wie er leise „Gewonnen!“ sagt. Nichts mehr nehme ich wahr. Ich schreibe nämlich. Es wird auch Zeit.
© Elke Bräunling

illustration Frau vor Laptop, auf Tisch viele Symbole gezeichnet, im Hintergrund grinsender Mann

Sommertraum unterm Feigenbaum

Gedicht Unterm Feigenbaum


Sommertraum unterm Feigenbaum

Sommergedicht 

Ich saß oft unterm Feigenbaum
und träumte einen Sommertraum
von Sonne, Wärme, Blütenduft
und würzig frischer Abendluft.

Mein Traum dort unterm Feigenbaum,
ich träumt‘ ihn oft und lebt‘ ihn kaum.
Des Lebens Fülle lockte breit,
nur eines fehlte, das war Zeit.

So lief ich unterm Feigenbaum
ihm hinterher, dem Zaubertraum.
Er lag in Fesseln gut verschnürt …
… Von Freiheit hab ich nichts gespürt.

© Elke Bräunling

 

Weiber, die auf Bäume klettern

Hallo Tag!
Golden ist die Welt draußen. Im Licht der Morgensonne wirken die Blätter der Bäume ringsum, als seien sie von gelben Schleiern umhüllt.
Ich weiß, das wird sich ändern, sobald der Tag die Regie übernimmt und die Luft zu flirren beginnt. Ein Sommersonnentag also. So hoffe ich zumindest. Ich werde ihn genießen.
Jetzt aber klettere ich erst einmal auf einen Baum.
Wie bitte?
Nun gut. Im übertragenen Sinne.
„Es gibt kein Verbot für alte Weiber, in die Bäume zu klettern“, sagte Astrid Lindgren an ihrem 80. Geburtstag.
Recht hatte sie.
Also los!
Wer klettert mit?

Der Giersch


Der Giersch
Gedicht über Gärtners Lieblingskraut

Nach dem Giersch musst du dich bücken,
seine Blüten darfst du pflücken,
sie zu einem Strauße binden
und ein Schmuckband darum winden.

Diesen Giersch, ’s ist nicht vermessen,
darfst du kochen und dann essen.
Wie Gemüse soll er schmecken.
Viel gibt’s mit ihm zu entdecken.

Er ist heilsam bei manch‘ Leiden,
dieses Kräutlein, das bescheiden
überall gern wachsen würde,
sehr zu Gärtners Last und Bürde.

Denn, so sagt man unumwunden,
dieser Giersch, er kostet Stunden,
Jahre oft, wenn du ihn jätest
und um sein Verschwinden bätest.

Giersch, er ist des Gärtners Fluche
und vergebens sind Versuche
dieses Kraut sanft zu vertreiben,
denn er liebt dich und wird bleiben.

© Elke Bräunling

Ein Märchen zum Giersch findest du hier:
Der Giersch und die Gartenblumen

illustration und Gedicht: Giersch, Kraut und Blüte

Nur ein Tag dauert ihr Leuchten

Taglilien vorm Haus

Die Taglilien vorm Haus.
Jeden Morgen pflücke ich ihre welken Blüten ab.
Sie sehen aus wie kleine zusammengeknüllte Taschentücher.
Manche Blüten öffnen sich gerade erst.
Andere beginnen schon zu welken.
Nur einen Tag dauert ihr großes Leuchten. Dann ist ihr Sommer vorbei.
Warum nur einen Tag?, denke ich.
Dann entdecke ich die nächsten Knospen.
Und plötzlich wirkt die Vergänglichkeit ein bisschen weniger traurig.

Sommerregentropfenlied


Sommerregentropfenlied
Fröhliches Kinderlied

Regentropfen tropfen, klopfen,
wenn die Sonne Pause macht,
Tropfen von den Köpfen tropfen,
und der Sommer feixt und lacht.

Regentropfen tropfen, klopfen
prasselnd laut auf jedes Dach,
dass man meint, sie würden hopsen.
Und gleich ist man fit und wach.

Was macht man an Sommertagen,
wenn’s regennass ans Fenster klopft?
Was soll man dazu auch schon sagen,
wenn es ständig pladdert, tropft?

Sag nichts! Beschließe auch zu lachen.
Lachen treibt die Wolken weg.
Lass das Wetter einfach machen.
Sonnenschein lugt bald ums Eck.

© Elke Bräunling


Dazu hat Balz Burch ein sehr fröhliches Tropfentropfentropfenlied komponiert. Lausche!
(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)


Keine Bange! Dein Klick auf das Lied führt dich nicht zu Youtube, aber er zählt dort, und das hilft mir sehr, den noch kleinen Kanal von Elkeskindergeschichten dort bekannter zu machen. 🌺🙏🏻

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