Mondfest im Wald

Mondfest im Wald *
Ein Gedicht für Kinder, die wissen, dass der Mond manchmal schmunzelt –

Der Mond gleicht einem Lampion,
den wohl ein Kind vergessen hat.
Von seinem großen Wolkenthron
strahlt er im Wald auf jedes Blatt.

Er blinzelt keck durchs Tannenzelt
und lockt die Tiere an zum Fest
mit seinem hellen Lichterschein,
der keinen heute schlafen lässt.

Schon kommt der Dachs im Walzerschritt,
das Mäuslein hüpft vor lauter Lust.
Die Eule ruft: „Jetzt tanzt doch mit!“
Der Fuchs poliert sich stolz die Brust.

Der Igel rollt sich kugelrund
und wird zum Ball. Hurra, er lacht!
Frau Wildschein tut mit Grunzen kund,
dass sie sich heute schick gemacht.

Der Frosch quäkt laut: „Jetzt tanzt das Reh!“
Und wirklich, da, es dreht sich sacht
im Glanz von Moos und Silberlicht
ein Waldballett zur Mondennacht.

Das Fest geht lang und es ist toll
und könnte ewig weitergehn.
Da sprach der Mond: „Ich fühl mich voll
Zufriedenheit, doch ich muss gehn.“

Schnell bläst er noch die Lichter aus
und zieht zum Abschied seinen Hut,
Dann kichert er und eilt hinaus
dem Tag voraus – und alles ruht.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Mondnacht

Reihe „Waldgedichte“

 

Die Sprache des Waldes

Die Sprache des Waldes *
Gedicht vom Rascheln und den Geräuschen im Wald –

Wenn’s ringsum raschelt, knackt im Wald
und wenn ein Knistern leise hallt,
wenn’s flüstert unter jedem Baum,
so ist das mehr als nur ein Traum.

Dann bleibe stehn und lausche still,
was dir der Wald erzählen will
von einer ganz besondr’en Welt,
verborgen unterm Blätterzelt:

Ein Hase huscht. Ein Füchslein schnaubt.
Ein Blatt beschwert sich, weil’s verstaubt.
Der Wind pfeift Lieder im Geäst,
was Blätter heimlich tanzen lässt.

Die Bäume schäkern wie verliebt,
und aus dem Nest ein Vöglein fiept.
Da raschelt’s wieder und ein Reh
nascht gierig rasch ein bisschen Klee.

Ein Rauschen hier, ein Flüstern da,
mal aus der Ferne, mal ganz nah,
und wer des Waldes Sprache spürt,
bleibt lange still und tief berührt.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Rascheln
Reihe „Waldgedichte“

Waldtraum

Waldtraum *
Gedicht vom Moos und vom tröstlichen Zauber des Waldes –

„Hat unser Wald ein Sofa?“,
frage ich mich im Traum
und lege mich ins Moosbett
am Waldrand unterm Baum.

Da lieg ich weich, behaglich,
so wie in einem Nest
in tröstender Umarmung,
die mich gut ruhen lässt.

Ich spür des Waldes Atem
und rieche seinen Duft,
das Schlagen seines Herzens,
das Flirren seiner Luft.

„Wach auf!“, hör ich es flüstern.
„Und nehme diese Nacht
mit in dein buntes Leben,
das Gott für dich gemacht.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Moosbett
Reihe „Waldgedichte“

 

Spuren

Spuren *
Gedicht von den Spuren im Wald –

Unterwegs im Wald auf Touren
siehst du überall die Spuren
auf dem Boden, zahllos schier,
Abdrücke von Mensch und Tier.
Viele große, kleine Füße
bleiben hier fast so wie Grüße
mit der Botschaft: „Hier war ich –
und vielleicht treff´ ich auch dich!“

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Spuren
Reihe „Waldgedichte“

 

Musik im Wald

Musik im Wald *
Gedicht von den Trommelkünsten des Spechts –

Musik im Wald
Ein Trommelwirbel
hallt ins Tal hinab.
Der Schwarzspecht ist’s,
mit seinem Takt
hält alle er in Trab:

Finken flöten,
Eulen tröten
und das Käuzchen singt sein Lied.
Amseln singen,
Töne klingen
und der Zaunkönig rappt mit.

Der Schwarzspecht stutzt
und lauscht dem Klang!
Wie ist sein Spaß doch groß!
Er nickt und grinst,
dann trommelt er
noch mal von vorne los.

© Elke Bräunling

#juniverse2025/ Schwarzspecht
Reihe „Waldgedichte“

Ein Traum zieht durch die Wipfel

Gedicht und Illustration Kind, Tannen, Mondsichel


Ein Traum zieht durch die Wipfel 
Gedicht von Waldeszauber in der Nacht 

Überm dunklen Tannenwipfel
leuchtete ein kleiner Zipfel,
Licht vom Mond wie ein Gesicht –
und gleich schrieb jemand ein Gedicht

vom Waldeszauber in der Nacht,
der sanft die Waldwelt schläfrig macht
und die Geschichte all’n erzählt
vom Zipfel, der dem Mond nun fehlt.

Ein Kind hört heimlich zu und spricht:
„Es stimmt. Dem Mond, dem fehlt ein Licht,
und das schmückt nun den Tannenbaum.
Vielleicht ist es auch nur ein Traum.“

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Wipfel
Reihe „Waldgedichte“

Salat für die kleine Schnecke

Illustration und Gedicht - Gärtnerin, Salatbeeg, schnecke

Salat für die kleine Schnecke 
Sommerliches Schneckengedicht für Kinder

Eine kleine dicke Schnecke
kriecht behäbig um die Ecke.
Sie ist hungrig und sie hat
Appetit auf viel Salat.

Das ist ihre Lieblingsspeise,
und drum geht sie auf die Reise
zum Salatbeet von Frau Klein,
denn dort duftet’s köstlich fein.

Noch zwölf Meter muss sie kriechen,
den Salat kann sie schon riechen,
doch da steht Frau Klein vor ihr
und sagt: „Hallo, Schneckentier!

Warum kommst du hier gekrochen.
Hast du den Salat gerochen
und bist zu Besuch bei mir?
Ein paar Blättchen pflück ich dir.“

Das Schnecklein strahlt, bedankt sich leis.
Es freut sich, weil es jetzt nun weiß:
Man kann satt und glücklich sein
hier im Garten von Frau Klein.

© Elke Bräunling

Ein PDF mit den Liednoten zum Download findest du hier:
Salat für die kleine Schnecke

Hier kannst du dir das Lied von der kleine Schnecke im Salatbeet anhören. Der liebe Balz Burch hat dazu eine wunderschöne kleine Schneckenmusik komponiert.
(Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch)


Keine Bange! Dein Klick auf das Lied führt dich nicht zu Youtube, aber er zählt dort, und das hilft mir sehr, den noch kleinen Kanal von Elkeskindergeschichten dort bekannter zu machen. 🌺🙏🏻

Der Sommerbrief

Illustration Mädchen sitzt auf Gras und liest einen Brief. Sonnenschein.

Der Sommerbrief 
Kindergedicht zum Sommeranfang 

Ein Brieflein kam im Morgentau
und lag still da auf grünem Klee.
Es duftete nach Sonnenschein
als kleiner Gruß der Sommerfee.

„Ich bin’s, der Sommer“, stand darin.
„Ich bring euch bald die warme Zeit.
Die Früchte weck ich auf dem Feld
und bring euch Spaß und Fröhlichkeit.

Genießt das Leben! Freut euch! Nun
beginnt die schönste Zeit im Jahr.“
Und alle lasen, was geschrieben –
der Sommer, ja, er war schon nah.

© Elke Bräunling

Flieg, Friedenstaube, flieg!

Flieg, Friedenstaube, flieg! *
Friedensgedicht für Groß und Klein –

Flieg, Friedenstaube, flieg!
Sie treiben uns in den Krieg.
Die Karten sind gemischt,
Vernunft ist weggewischt
wie Kreide, die der Sturm verweht,
weil keiner mehr zum Frieden steht.
Flieg, Friedenstaube, flieg!

Flieg, Friedenstaube, flieg!
Die Geldmaschine heißt Krieg.
Die Gier ist heiß entfacht,
das Gold längst aufgebracht,
sie zählen schon mit kalter Hand
die Kriegsbeute in unserm Land.
Flieg, Friedenstaube, flieg!

Flieg, Friedenstaube, flieg!
Wir wehren uns gegen Krieg
und spielen da nicht mit
bei dem falschen Schritt.
Kämpft selber, lasst das Volk in Ruh,
wir schau’n euch aus der Ferne zu.
Sieg, Friedenstaube, sieg!

© Elke Bräunling

Mach nicht mit!


Mach nicht mit! *
Friedensgedicht und Song

Auf, ihr Kinder, zum Marschieren!
Wir woll’n keine Zeit verlieren.
Hoch die Füße, eins, zwei drei,
alle Kinder sind dabei.

In der Reihe sollt ihr stehen
und beim Marsch im Gleichschritt gehen.
Zu gehorchen, das ist Pflicht.
Stört die Reihenfolge nicht!

Ihr müsst alle auf mich hören,
wagt es nicht, den Takt zu stören.
Ordnung, das ist unser Ziel.
Passt bloß auf, das ist kein Spiel!

„Das ist doof! Oh, das ist blöde,
dies Marschieren ist so öde!“,
ruft ein Mädchen plötzlich laut.
„Wir wolln fröhlich sein. Kommt! Schaut!“

Es beginnt zu hüpfen, tanzen
und die Ordnung in der ganzen
Reihe löst sich schnell nun auf,
Chaos nimmt rasch seinen Lauf.

Alle Kinder hüpfen, springen
und sie lachen, tanzen, singen.
Keiner hält die Reihen still,
weil diese Ordnung keiner will.

Der Mensch, der vorher kommandiert,
ist sprachlos und sehr indigniert.
Jeder, der ihn sieht, der lacht.
Freiheit ist die größ’re Macht

Ja, so kann es auch passieren,
denn wer tanzt wird nur marschieren
ganz nach eignem Seelenklang
und nicht nach fremder Pfeife Zwang.

© Elke Bräunling


Dazu der Song zum Tanzen, Lachen, Fröhlichsein und vom Frieden, komponiert und eingespielt vom lieben Balz Burch

(Text Elke Bräunling/Musik Balz Burch)

 

Tiefschlaf

Tiefschlaf *
Gedicht Zeitkritik –

Schläfrig ruht im stillen Schlafe
unsre Frau Demokratie.
Mit ihr schlafen viele Schafe
einen Tiefschlaf wie noch nie.

Keiner lässt sich mehr erwecken,
dazu scheint die Zeit nicht reif.
Niemand kratzt den Dreck vom Stecken,
denn wer schläft, der ist nicht live.

Ruhet sanft! Derweil im Lande
schlägt das Herz im Donnerhall,
wenn die Bande mit viel Schande
es zerfetzt mit lautem Knall.

Und so schleicht sich Volkes Seele
langsam aus dem Land hinaus.
Jemand singt aus voller Kehle:
„Und die Lichter gehen aus.“ *

© Elke Bräunling

* Zeile aus: Westernhagen, „Freiheit“

Der kleine gelbe Schmetterling und das Glitzerding

Der kleine gelbe Schmetterling und das Glitzerding *
Fröhliches Schmetterlingsgedicht für Kinder –

Ein kleiner gelber Schmetterling,
der sah im Park ein Glitzerding
und staunte: „Was glänzt hier so schön?
Das muss ich mir genau ansehn.“

Schnell flog er auf den Fremden zu,
doch der bewegte sich: „Nanu!“,
rief unser Schmetterling erregt.
„Ein fremdes Ding, das sich bewegt?“

Da kichert’ es vom Himmel hell:
„Ich bleibe nie an einer Stell!
Dies wäre nämlich eine Qual,
für mich, den kleinen Sonnenstrahl.“

Der Schmetterling, der lachte auch
und setzte sich auf einen Strauch
genau ins Glitzerlicht hinein,
umarmt vom hellen Sonnenschein.

© Elke Bräunling

Frühlingsträumerei

Frühlingsträumerei *
Das klitzekleine Gedicht vom Träumen –

Komm, leg dich unter Bäume
ins Frühlingsgras und träume
vom Leben, das nun neu erwacht
und Wünschen, die du dir erdacht,
von Feenzauber, Kräutermärchen
und dem netten Elfenpärchen,
das, im Blümchenhain versteckt,
dich mit Elfenliedern neckt,
die dich freuen und berühren
und ins Fantasieland führen.

© Elke Bräunling

Löwenzahnwiese

Löwenzahnwiese *
Frühlingsgedicht für Groß und Klein – auch zum Trösten –

Gelbe Sonnen. Blütenwonnen
ringsum auf den Wiesen.
Helles Strahlen. Frühling malen.
Was für ein Genießen!

Blüten. Viele Lichterspiele.
Sieh der Sonne Strahlen,
wie sie helle Funkenbälle
auf die Wiese malen!

Bist du traurig oder einsam,
gehe sie besuchen
in den Gärten, auf den Wiesen.
Dort kannst du sie suchen.

Sieh die Farben! Hör die Lieder,
die im Wind sie singen.
Blümchen trösten. Hör die Worte,
die im Winde klingen.

Schließ die Augen! Träum den Frühling
auch an dunklen Tagen.
Lausche, was die Blütensonnen
dir zum Troste sagen.

© Elke Bräunling


Hier findest du weitere Löwenzahn/Pusteblumen-Gedichte:
Pusteblumenpusten
Puste Pusteblume
Die gelbe Frühlingsblütenzeit