Ich sitz so gern einfach im Grase
und schau in den Himmel hinein.
Da rümpfen die Leute die Nase:
„Nun tu mal was! Du fauler ‚Hase‘!
Hier immer nur sitzen? Oh nein!“
Refrain Und ich sitze und denke und träume.
Mein Kopf, der mag niemals ruhn:
Da wachsen Ideen wie Bäume,
da öffnen sich Bilder und Räume …
Wer denkt, der hat echt viel zu tun.
Das Gras singt ein Lied mit dem Winde,
die Biene besucht ihren Klee,
die Wolke malt Bilder geschwinde:
ein Schiff, einen Bär, eine Kinder-
karussellfahrt hoch überm See.
Da rufen die Wolken: „Komm, reise!
Komm, reise doch mit übers Land!“
„Heut nicht!“, sag ich höflich und leise,
„ich denk grad auf eigene Weise,
und da gibt’s zu tun allerhand!“
Gesprochen (das Wölkchen, kichernd): „Die Gedanken sind frei! Frei wie wir!“ (Das denkende Kind, ruft hinterher): „Danke! Das merke ich mir!“
Und heißt es: „Der sitzt da und träumt bloß
so träge und arbeitet nicht!“,
dann lach ich, bei mir ist ganz viel los,
die Welt der Gedanken ist so groß
und voll wie ein Korb voller Licht.
Glück ist kein Plan – Zwei Ufer FRIEDENSSOMMER 3 – Ein Friedenslied
Sie sind früh bergauf gestiegen,
Blütenduft am Wegesrand.
Nordwärts glänzt der See, dort liegen
Deutschlands Ufer sanft verschwiegen.
West und Süd: das Schweizer Land.
„Oma sprach oft von Sirenen,
Keller, Hunger, Kriegsgeschrei.
Von der Flucht, dem langen Sehnen“, …
flüstert sie da, fast in Tränen:
„Und kein Sommer – sorgenfrei.“
Er sprach: „Großvater erzählte.
Nachts stand er am stillen See.
Drüben brannte’s. Und es quälte
ihn, wie nah das Schicksal wählte:
hier das Licht – und dort das Weh.“
Unten feiern sie das Leben,
Sommermusik weht herauf.
Wie die Menschen damals eben:
arglos, hell dem Tag ergeben.
Und kein Schatten hält sie auf.
Bridge
Sie: „Glaubst du… es kommt wieder?“
Er (nach langer Pause): „Ich weiß es nicht. Wir hatten damals Glück. Aber Glück ist kein Plan.“
Sie (leise): „Nein. Glück ist kein Plan.“
Und sie teilen Brot und Wasser,
sitzen lange noch zu zweit.
Wind wird kühler, Licht wird blasser,
tief im Tal das große Wasser
still und grenzenlos und weit.
Und sie steigen ab, die beiden,
Seit‘ an Seite, Schritt um Schritt
durch die abendstillen Weiden.
Zwei, die im Erinnern leiden.
Und die Frage wandert mit.
Refrain
Unten feiern froh die Leute,
und der See glänzt weich und weit.
Schön wie damals ist das Heute.
Sucht das Gestern sich schon Beute?
Findet uns die alte Zeit?
Lasse im Wald dich von Bäumen umarmen!
Nehme die Kraft und die Schwingungen wahr,
die sie dir schenken, und spüre den warmen
Atem des Blattlaubs und fühle dich nah.
Alles ist Leben hier und Energie,
du bist wie beflügelt, beseelt wie sonst nie.
Probleme verschwinden, du fühlst dich befreit
und genießt voller Freude im Wald deine Zeit.
Hier legen sich rastlose Nerven zur Ruh.
Tauch ein in das Grün und lasse es zu!
Sei achtsam und finde so Stück für Stück
die Quelle des Lebens – und zu dir zurück.
Manchmal bist du im Traum wieder hier.
Dann weiß ich am Morgen: der Tag wird gut.
Ich fühle mich leicht und lebendig mit dir
frisch im Herzen, und das gibt mir Mut.
Du weckst mein Erinnern auf sanfte Art
und ich spüre deinen schützenden Arm
um meine Schultern, so liebend und zart,
deine Wärme und deinen Charme.
Ich weiß, das ist alles nur Illusion,
doch manchmal gönne ich mir den Genuss
deiner Nähe. Die Realität grinst frech voller Hohn
wie immer seit deinem letzten Kuss.
Ich könnte noch vieles schreiben dazu.
Dich vergessen, das kann ich leider nicht,
und ist die Sehnsucht mal wieder sehr groß,
setz’ ich mich hin und schreib ein Gedicht.
Manchmal denk’ ich, ich denke zu viel,
als wäre das Denken nichts als ein Spiel,
das die Zeit in Stücke zerteilt, verweilt
und hastig dann weiter und weiter eilt
Stück für Stück durch Tag und durch Nacht
im Banne aller Gedanken Macht.
Manchmal denk’ ich, ich fühle sie auch,
als Bündel von Schmerz und von Freude im Bauch,
und voll Liebe nehme ich sie in den Arm,
die Gedanken, sie nähren mich, halten mich warm.
Seelenstriptease einer Zeit Zeitkritisches Gedicht und Lied
Urplötzlich ist die Lampe ausgeknipst.
Dünn wird die Haut und das Gewand.
Man schwankt und fühlt sich wie beschwipst
und rastlos in der Zeit gebannt.
Die eine Welt zwischen dem Zeitenspiel
in heimlicher Verborgenheit,
und doch zeigt sich von ihr so viel
im Endspiel der Verlogenheit.
Der Zwang zur Lethargie trägt Maulkorb nun,
die Übelmacht hat sich verzockt.
Voll Arroganz im bösen Tun
hat sie das Ding gründlichst verbockt.
Ein Schweben, ziellos nun durch Zeit und Raum,
zieht Kreise wie ein stummer Hauch.
Zerplatzt der alte finstre Traum,
und Hoffnung steigt aus kaltem Rauch.
Wir denken an den Frieden
ein bisschen jeden Tag
und sammeln heut Ideen ein,
so viel wie jeder mag.
Die Idee des Tages ist
für euch. Mach du auch mit!
Jeder kleine Funke Frieden
ist ein großer Schritt.
Für heute hab ich die Idee:
Ein Lachen schenk ich dir
an diesem Tag, weil ich dich mag –
und Frieden dir und mir.
Für morgen hab ich die Idee:
Ich teil mit dir mein Brot.
Aus kleinen guten Taten wird
so Hilfe in der Not.
Für übermorgen die Idee:
Ich höre dir ruhig zu,
denn wer sich Zeit für andre nimmt,
der schenkt ein Stückchen Ruh.
Der Frieden wächst so immer mehr
ganz leis und klein und zart.
Mit einem guten Wort, das hilft
auf freundschaftliche Art.
An jedem Tag eine Idee.
Hey, du bist auch dabei.
Ein Friedenswort. Ein Dankeschön.
Ein Lächeln, Helfen und Vertrau’n
und das macht Mut, das macht uns frei.
Ein bisschen Frieden,
Stück für Stück,
das wünschen wir uns
für die Welt.
Ein bisschen Frieden,
ganz viel Glück,
damit das Leben
allen Menschen
auf der Welt gefällt.
Walkürennacht Der Ritt in die Ewigkeit – Gedicht und Song
Blut im Schnee, zerschlag’ne Glieder,
Atem, der im Sturme bricht.
Keuchen, schwere Augenlider.
Todesruf zieht ihn hernieder: „Kennst du meine Stimme nicht?
Ich war da in deinen Träumen, als du schliefst im Waffenklang. In den sturmgepeitschten Räumen, zwischen Hoffen und Versäumen hörtest du meinen Gesang.“
Was ist dieses sanfte Scheinen
mitten in der Todesnacht?
Stimmen aus der Ferne einen
Rufe, Schreie, leises Weinen.
Seelenpein, die frisch erwacht.
„Fürchte nicht die dunklen Schwingen, die du siehst im Feuerschein. Lass das Schwere dir entringen. Ich werd dich nach oben bringen nach Wallhall, der Helden Heim.“
Und er fühlt ein letztes Staunen,
spürt den Schmerz, der von ihm fällt,
sanft gebettet wie auf Daunen,
rings um ihn ein leises Raunen,
Rufe aus der Götterwelt.
Lichter leuchten in den Hallen. Hörst du auch das Rufen schon? Die vor dir sind längst gefallen. Held von Helden unter allen, folg mir zu Walhallas Thron!
Da! Er lacht in ihren warmen
Armen frei von allem Schmerz.
Sturmgebraus in Götterarmen!
Hufschlag! Feuer! Weltendramen!
Walkürenritt! Mitten ins Herz!
Im letzten Atemzuge
ein Flügelschlag im Sturm.
Dem Stille …
folgt.
…
Und er liegt in ihren Armen!
Donner! Feuer! Hufeschlag!
Durch die Wolken ohn’ Erbarmen
zieht der Ritt durch Nacht und Tag
hin zum ew’gen Weltentraum
weit entfernt von Zeit und Raum.
Walkürenritt!
Hoch hinauf!
Walhalla!
Ruft!
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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