Kategorie: Gefühle

Drachentod


Drachentod
Gedicht und Song vom Ende der Angst

Vor langer Zeit, da lagen Schatten
kalt und düster überm Land,
als die Menschen mit den satten
Drachensöhnen Zwiste hatten
und es sich kein Ausweg fand.

Der Drache saß fett auf den Schätzen
voller Gier blind auf dem Thron,
ließ die Völker sich verhetzen,
hielt sie fest in seinen Netzen
für die Macht als seinen Lohn.

Die Menschen, die darunter litten,
duckten sich und hielten still,
konnten nicht um Frieden bitten,
nicht um Gnade, doch sie stritten
nun auch miteinander viel.

Als es der Drache überspannte
einmal dann zu weit vor Gier,
fauchend durch die Städte rannte
und das Land wie Zunder brannte,
schien das End’ gekommen schier.

Die große Stille war gekommen.
Demütig, wer übrig blieb.
Drachenblut verlöscht, zerronnen
endete in Aschetonnen,
wie es die Geschichte schrieb.

Bridge
Kein Getöse. Kein Triumphgeschrei
Nur ein Feld. Ein leiser Wind.
Dunkle Zeiten sind vorbei.
Der Mensch steht da, von Ängsten frei
und arglos wie ein kleines Kind.

Refrain
Zeiten des Drachen.
Dunkelheit. Schmerz.
Kein Ausweg. Kein Licht.
Kein Hoffen! Kein Herz!
Ein Schrei im Finstern
und drei Tage zum Licht,
bis die Welt wieder atmet
und das Licht …

bleibt.

© Elke Bräunling

Der Song dazu – wundervoll und atmosphärisch – von Balz Burch komponiert

(Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch)

 

Illustration Vögelchen auf Ast vor einer leeren weiten Ebene, am Horizont geht die Sonne auf

Weiber, die auf Bäume klettern

Hallo Tag!
Golden ist die Welt draußen. Im Licht der Morgensonne wirken die Blätter der Bäume ringsum, als seien sie von gelben Schleiern umhüllt.
Ich weiß, das wird sich ändern, sobald der Tag die Regie übernimmt und die Luft zu flirren beginnt. Ein Sommersonnentag also. So hoffe ich zumindest. Ich werde ihn genießen.
Jetzt aber klettere ich erst einmal auf einen Baum.
Wie bitte?
Nun gut. Im übertragenen Sinne.
„Es gibt kein Verbot für alte Weiber, in die Bäume zu klettern“, sagte Astrid Lindgren an ihrem 80. Geburtstag.
Recht hatte sie.
Also los!
Wer klettert mit?

Ahnenklang


Ahnenklang
Gedicht und Lied vom Flüstern der alten Steine

Stell dir vor, die alten Steine
wär’n lebendig in der Nacht
und sie können von den Seelen,
die hier lebten, viel erzählen,
in der alten edlen Pracht.

Und sie zeigten all die Schätze,
die es gab im diesem Land.
Sie erinnerten an Plätze,
und verschlung’ne Wegenetze,
wo einst unser Anfang stand.

Alte Worte, Lieder, Mythen.
Von Legenden sprächen sie
und Gefühlen, die einst glühten,
Zauberkräfte, die erblühten
tief in eherner Magie.

Sie erzählten von den Qualen
und den Kräften, die im Land
hoffnungsfroh mit Ritualen
in schier abertausend Malen
hielten wie ein festes Band.

Und sie würden flehen, bitten,
zu erhalten die Kultur,
die uns in den Kämpfen mitten
all der Zeiten fast entglitten
für den schnöden Mammon nur.

Frieden braucht’s, sie zu erhalten
für die gute bessre Zeit.
Sie erinnern an die alten
einstig gütigen Gestalten
heute bis zur Ewigkeit.

Refrain:
Alle Zeiten. Ewigkeiten.
In der Seelen Nachtgesang
helle Saiten, Himmelweiten
tief in uns im Ahnenklang.
Alle Zeiten.
Ewigkeiten.
Ewigkeiten …

© Elke Bräunling

Wunderschön und verträumt ist der Song zu diesem Gedicht. Danke, Balz!

(Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch)

 

Illustration Großer Stein im Vordergrund, weit hinten eine Burgruine auf einem Berg, Sonnenuntergang

Vergiss das Danken bitte nicht

Vergiss das Danken bitte nicht *
Gedicht Dankbarkeit –

Vergiss das Danken bitte nicht.
Es ist wie Zucker im Kaffee,
und es zu sagen tut nicht weh.

Vergiss das Danken bitte nicht.
Es ist viel mehr als Höflichkeit
und öffnet Türen, Herzen weit.

Vergiss das Danken bitte nicht,
denn mit Beachtung und Respekt
und Freundlichkeit lebt’s sich perfekt.

Vergiss das Danken bitte nicht,
und möchtest du ein Lächeln sehn,
sag’s einfach öfter. Bitteschön!

© Elke Bräunling

Sommer im Wald


Sommer im Wald 
Sommergedicht

Sommer im Wald!
Das ist Beeren pflücken,
nach Blumen sich bücken
und staunen, genießen,
und lümmeln auf Wiesen.
Die Waldwelt neu finden
und Laubkränze binden,
die Stille bestaunen,
das Flüstern und Raunen
der Geister, der vielen,
die kichern und spielen
und Späße aushecken,
um dich zu erschrecken.
Die Elfen besuchen,
im Schatten der Buchen
mit ihnen träumen
und ruhn unter Bäumen
und noch andere Sachen
kannst im Wald du entdecken …
und machen.

© Elke Bräunling

Illustration und Gedicht - Waldidyll, Bäume, Gräser

Finsterwald

Finsterwald *
Gedicht – Im Finstern –

Der Wald ist still. Die Vögel schweigen.
Nur irgendwo knackt leis ein Ast.
Ein Schatten huscht zwischen den Zweigen
ganz nah vorbei in stummer Hast.

Du gehst nicht schnell, du bist gelassen.
Ein Käuzchen ruft. Du bleibst kurz stehn
und lernst, die Ängste loszulassen,
um auch im Dunkeln klar zu sehn.

© Elke Bräunling

#juniverse2015 – finster

Die Borke


Die Borke *
Gedicht von der Beständigkeit –

Die Borke platzt. Der Baum bleibt stumm.
Er trägt sein Alter wie ein Kleid.
Der Mensch geht weiter, blind und krumm
und ahnt nichts von Beständigkeit.

Sie knackt auch gerne mal bei Frost
und spricht in Tönen, die man hört,
wenn man beim Wandern, ganz bei sich,
den Alltag aus dem Kopfe kehrt.

So steht der Baum. Und schweigt. Und steht.
Er weiß: Die Welt vergeht nicht schnell.
Die Borke aber trägt er stet,
ein bisschen rau im harten Fell.

Ein Mensch, zum ersten Mal verliebt,
ritzt Herz und Namen in ihr Kleid.
Der Baum, der leise weiter wächst,
vergisst den Schmerz. Und hat noch Zeit.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Borke


Und hier wird die Borke musikalisch. Danke, Balz, für dieses zauberhafte Lied

Von Elke Bräunling (Text) und Balz Burch (Musik)

Nadelteppich

Nadelteppich *
Gedicht – Unterwegs auf leisen Sohlen –

Der Wald legt still zu meinen Füßen
zum Gruß den Teppich, weich und fein.
Kein Muster, keine bunten Fransen,
nur Tannennadeln, braun und klein.

Ich geh darauf wie auf Gedanken,
die man nicht laut zu denken wagt.
Es knistert zart unter den Schritten,
als spräch er mit mir – ungefragt.

Der Weg ist sanft. Die Welt wird leiser.
Der Atem geht im Tannenduft.
Ich denk: Der Mensch, der braucht nicht viel.
Nur Schuhe. Und ein bisschen Luft.

Ich weiß nicht, wohin ich heut gehe,
doch was ich such, ist nicht versteckt.
Bisweilen liegt das Glück am Boden
und wartet still, bis man’s entdeckt.

© Elke Bräunling

#juniverse 2025 – Nadelteppich

Die Stille im Wald

Die Stille im Wald *
Gedicht vom Wald, der doch viel zu sagen hat –

Die Bäume reden nicht mit mir.
Ein Glück! Ich hätt nicht viel zu sagen.
Ich such nur Stille, Ruhe hier
im Wald und habe keine Fragen.

Ich höre nichts und doch so viel
und spür, ich kann mich wiederfinden,
beschützt vom zarten Blätterspiel
im Baumgezweig der alten Linden.

Ein Käfer brummt. Ein Ast zerbricht.
Ein Eichhorn tanzt über die Zweige,
wirft putzig Schatten vor das Licht.
Ich schaue, lächle still und schweige.

Die Stille hier, sie tut nicht weh.
Sie ist nicht leer, nur höflich,
und zeigt mir, was ich sonst nie seh,
ganz ungefragt und klar – und tröstlich.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – still

Glaub bloß nicht, dass ich traurig bin

Glaub bloß nicht, dass ich traurig bin *
Gedicht Gefühle –

Ich mag nichts sehn und hörn und riechen.
Nicht heut. Ich fühle mich allein.
Am liebsten möcht ich mich verkriechen
und nur mit mir zusammen sein.

Ich lausche meiner Herzensstimme,
die mir so viel von uns erzählt.
Ein Echolot für meine Sinne,
das sucht, was mir gerade fehlt.

Wärst du jetzt da, würdest du lachen,
ein Grübchen tanzt’ in deinem Kinn.
Wir flögen auf dem Sternendrachen
zu unsren Galaxien hin.

Doch unsre Zeiten sind begraben.
Für Träumereien fehlt der Sinn.
Mein Leben malt nun andre Farben.
Glaub bloß nicht, dass ich traurig bin.

© Elke Bräunling

Übervoll im Kopf

Übervoll im Kopf *
Gedicht Gefühlswelt (Zeitkritik) –

Ich bin so übervoll im Kopf
mit Worten und Gedanken,
allein die inn’re Stimme hält
beim Reden mich in Schranken.

Ich fresse viel in mich hinein
und will’s doch gern erzählen,
doch wär es bar jeder Vernunft
und würde uns nur quälen.

Die Übermacht ist viel zu groß
derer, die anders denken,
und die mir, teilte ich mich mit,
nur Spott, Verachtung schenken.

Die Zeit für Wahrheit ist nicht reif,
noch gilt’s zu schweigen, hoffen,
bis auch der Letzte aufgewacht,
der Ausgang, der bleibt offen.

Ich bin so übervoll im Kopf
und möchte nur laut schreien,
denn all das Ungesagte drängt
heraus, mich zu befreien.

© Elke Bräunling

 

Jeder ist mal ‚Nadsi‘

Jeder ist mal ‚Nadsi‘ *
Gedicht – Zeitkritik mit einem Augenzwinkern –

Ich bin ein Mensch,
der andern hilft
und sich an deren Freude freut.
Zum Danke nun
nennt mancher mich
verachtungsvoll schlicht „Nadsi“ heut.

Ich bin ein Mensch,
der Menschen liebt
und ihnen sehr viel von sich gibt.
Die Heimat lieben
darf ich nicht,
weil man mich sonst nach „Räächts“ hin schiebt.

Ich bin ein Mensch,
der schwer genervt
vor Propaganda Reißaus nimmt.
Ob links, ob rechts,
ihr könnt mich mal!
Was ist es, das mit euch nicht stimmt?

© Elke Bräunling

Abgesang

Abgesang *
Gedicht zum Ende des Winters – 

Der Winter klebt wie Kaugummi
mir zäh auf dem Gemüt.
Die Kälte schlägt mir ins Gesicht,
mein Körper bebt und glüht.
So quäl’ ich mich durch diese Zeit
und hoffe, dass er bald
das Weite sucht, ich bin’s so leid
und mir ist’s nur noch kalt. …
Was mich daran am meisten stört?
Dass er mein Jammern nicht erhört.

© Elke Bräunling

Das Licht ist da

Das Licht ist da *
Gedicht zu Lichtmess –

Das Licht ist da.
Es trägt gold’ne Tupfer
auf seinem Gewand
und streicht
sanft und zärtlich
uns über’s Gesicht.

Das Licht ist da.
Es streift durch die Stunden,
sein schimmernder Schein
küsst uns
die wintermüde
Seelen zärtlich wach.

Das Licht ist da.
Ich öffne die Arme
und strahle vor Glück
nun auch,
und so lächeln wir
zum Gruße uns zu.

© Elke Bräunling