Mittsommer!

Mittsommer
Mittsommer!
Weiße Nächte!
Morgenrot und Abendrot!
Niemals ganz vereint
und ewig nah dem Tod,
berüh’rn sie sich einmal im Jahr.
Mittsommer!
Weiße Nacht!
Einmal nur.
Wir sind uns
nah!
Mittsommer!
© Elke Bräunling
Alles ist Kunst – GEDICHTE, Gedanken, Momentaufnahmen, Bilder, Musik

Mittsommer
Mittsommer!
Weiße Nächte!
Morgenrot und Abendrot!
Niemals ganz vereint
und ewig nah dem Tod,
berüh’rn sie sich einmal im Jahr.
Mittsommer!
Weiße Nacht!
Einmal nur.
Wir sind uns
nah!
Mittsommer!
© Elke Bräunling
Drachentod
Gedicht und Song vom Ende der Angst
Vor langer Zeit, da lagen Schatten
kalt und düster überm Land,
als die Menschen mit den satten
Drachensöhnen Zwiste hatten
und es sich kein Ausweg fand.
Der Drache saß fett auf den Schätzen
voller Gier blind auf dem Thron,
ließ die Völker sich verhetzen,
hielt sie fest in seinen Netzen
für die Macht als seinen Lohn.
Die Menschen, die darunter litten,
duckten sich und hielten still,
konnten nicht um Frieden bitten,
nicht um Gnade, doch sie stritten
nun auch miteinander viel.
Als es der Drache überspannte
einmal dann zu weit vor Gier,
fauchend durch die Städte rannte
und das Land wie Zunder brannte,
schien das End’ gekommen schier.
Die große Stille war gekommen.
Demütig, wer übrig blieb.
Drachenblut verlöscht, zerronnen
endete in Aschetonnen,
wie es die Geschichte schrieb.
Bridge
Kein Getöse. Kein Triumphgeschrei
Nur ein Feld. Ein leiser Wind.
Dunkle Zeiten sind vorbei.
Der Mensch steht da, von Ängsten frei
und arglos wie ein kleines Kind.
Refrain
Zeiten des Drachen.
Dunkelheit. Schmerz.
Kein Ausweg. Kein Licht.
Kein Hoffen! Kein Herz!
Ein Schrei im Finstern
und drei Tage zum Licht,
bis die Welt wieder atmet
und das Licht …
…
bleibt.
© Elke Bräunling
Der Song dazu – wundervoll und atmosphärisch – von Balz Burch komponiert
(Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch)


Zyklop
Der Zyklop
sieht alles.
Leider nur
von einer Seite.
Minotaurus
Jeder Mensch
besitzt ein Labyrinth.
Die Frage ist nur,
wer darin wohnt.
Werwolf
Werwölfe sind Menschen,
die ihre Schattenseite vergessen haben,
bis sie plötzlich vor ihnen steht.
Zentaur
Zentauren sind Menschen, die lernen,
mit ihren Widersprüchen zu leben,
und das ist vermutlich schwieriger
als Drachen zu besiegen.
Waldschrat
Waldschrate sprechen selten.
Dafür hören sie gut zu.
Sie sind Leute, die einen Baum
beim Vornamen nennen.
Faun
Faune sind Menschen,
die noch staunen können.
Auch sie werden erwachsen,
doch sie geben das Kind nicht zurück. Weiterlesen
Die Stille im Wald *
Gedicht vom Wald, der doch viel zu sagen hat –
Die Bäume reden nicht mit mir.
Ein Glück! Ich hätt nicht viel zu sagen.
Ich such nur Stille, Ruhe hier
im Wald und habe keine Fragen.
Ich höre nichts und doch so viel
und spür, ich kann mich wiederfinden,
beschützt vom zarten Blätterspiel
im Baumgezweig der alten Linden.
Ein Käfer brummt. Ein Ast zerbricht.
Ein Eichhorn tanzt über die Zweige,
wirft putzig Schatten vor das Licht.
Ich schaue, lächle still und schweige.
Die Stille hier, sie tut nicht weh.
Sie ist nicht leer, nur höflich,
und zeigt mir, was ich sonst nie seh,
ganz ungefragt und klar – und tröstlich.
© Elke Bräunling
#juniverse2025 – still
Wenn’s draußen neblig ist und kalt *
Traumreisegedicht für Kinder –
Wenn ich nicht draußen spielen kann,
hör ich mir ’ne Geschichte an
bei Onkel Hans im Nachbarhaus.
Der kennt sich mit Geschichten aus.
Wir fliegen einmal auf den Mond,
denn der ist gar nicht unbewohnt.
Die Mondolonen leben dort.
Sie lassen uns fast nicht mehr fort.
Ein andermal, da reisen wir
zu Wüstenscheich Ben Dschurimir.
Der lädt zum Wüstenmahl uns ein
zu Löwenspeck und Palmenwein.
Im Urwald finden wir sodann
den letzten Urwaldzaubermann.
Der zaubert für uns -eins, zwei, drei-
ein Urwaldomobil herbei.
Und dieses Ding bringt uns ganz schnell
zu einer Wunderzauberquell,
die jedem einen Wunsch gewährt,
der mutig ist und sich bewährt.
Wir sind voll Mut, drum wünschen wir
uns einen Flug auf ´nem Klavier
mit Melodien um die Welt
überallhin, wo´s uns gefällt.
Wir schweben singend übers Meer
nach Ost und West und kreuz und quer,
und manchmal bleiben wir auch stehn,
denn es gibt ja so viel zu sehn.
Am Nordpol halten wir dann an
und treffen dort Frau Holle dann.
Und die nimmt uns auf ihrem Ritt
durch Schnee und Eis nach Hause mit.
So ist mir das Geschichtenland
dank Onkel Hans schon gut bekannt,
und ich besuch ihn wieder bald,
wenn´s draußen neblig ist und kalt.
© Elke Bräunling