Dein Blick fällt auf den Kalender an der Wand. Ein helles Sommerbild lacht dir entgegen.
Du siehst eine sanft wellige Landschaft mit Feldern und kleinen Waldstücken.
Wie auf einem Schachbrett sitzend siehst du hier den Sommer überall auf dem Bild.
Du schließt die Augen und träumst dich in dieses Sommerbild hinein – und schon stehst du auf einem Feldweg inmitten der von der Sonne vanillegelb bemalten Kornfelder.
Du breitest die Arme aus zum Sonnengruß und lächelst der Sonne zu.
Die Sonne, begleitet von einem sanften Sommerwind, antwortet dir mit einem freundlich warmen Streicheln.
Es ist, als küsste sie deine Stirn, dein Gesicht, deinen Körper, deine Arme und deine Beine.
Sanft. Zart. Warm.
Und sanft, zart, warm schlenderst du langsam den Weg entlang der Kornfelder auf die Bäume am Ende der Felder zu.
Ganz langsam und gemütlich gehst du und genießt die herrliche warme, bunte Sommerwelt rings um dich herum.
Auf deinem Weg bleibst du immer wieder stehen, verweilst, schaust zu, wie der Wind über die Felder streicht.
aus: Ein Sommerspaziergang
Die Musik des Waldes, an manchen Tagen hallt sie lauter und melodischer und vielstimmiger durch Hänge und Täler. Zumeist an grauen, unspektakulären Tagen, an Tagen wie heute. Als hätten sich die Vögel zur Generalprobe des großen Sommerkonzerts getroffen, so wundervoll einzigartig haben sie heute gesungen, getschilpt, gezwitschert, jubliliert und tiriliert.
Es war ein heiteres, aufgeregtes, ein fast forderndes Singen. Ein Wald-Allegretto.
Ein großer Chor, besetzt mit den brillantesten Stimmen der Natur.
Ein Gesang zu Ehren der Natur, des Lebens.
Ja, so ein Tag war das heute.
Das Menschenkind, das durchs Gelände streifte, weinte in stummer Ehrfurcht leise Tränen.
Glückstränen.
Hallo Tag!
Golden ist die Welt draußen. Im Licht der Morgensonne wirken die Blätter der Bäume ringsum, als seien sie von gelben Schleiern umhüllt.
Ich weiß, das wird sich ändern, sobald der Tag die Regie übernimmt und die Luft zu flirren beginnt. Ein Sommersonnentag also. So hoffe ich zumindest. Ich werde ihn genießen.
Jetzt aber klettere ich erst einmal auf einen Baum.
Wie bitte?
Nun gut. Im übertragenen Sinne. „Es gibt kein Verbot für alte Weiber, in die Bäume zu klettern“, sagte Astrid Lindgren an ihrem 80. Geburtstag.
Recht hatte sie.
Also los!
Wer klettert mit?
Die Rosen vor unserem Haus. Blühen sie nicht wundervoll?
Es ist in diesen Tagen alle Jahre wieder wie ein Märchen.
Dieser Rosenstrauch ist fast so alt wie das Haus – und er gibt nicht auf.
Ich bewundere ihn sehr und irgendwann werde ich ihn mit einem Gedicht unvergesslich machen.
„… Ich glaub, das Röslein lacht mich an,
es klingt fast wie ein „Dankeschön“.
Es zieht mich fest in seinen Bann
und ich bleib lang noch bei ihm stehn.“
Der liebe Balz hat dazu dieses wunderschöne Lied geschrieben:
Die Taglilien vorm Haus.
Jeden Morgen pflücke ich ihre welken Blüten ab.
Sie sehen aus wie kleine zusammengeknüllte Taschentücher.
Manche Blüten öffnen sich gerade erst.
Andere beginnen schon zu welken.
Nur einen Tag dauert ihr großes Leuchten. Dann ist ihr Sommer vorbei.
Warum nur einen Tag?, denke ich.
Dann entdecke ich die nächsten Knospen.
Und plötzlich wirkt die Vergänglichkeit ein bisschen weniger traurig.
Schwarze Herzen.
Leere Augenhöhlen.
Blick in die andere Dimension.
Die, die deine nun ist?
Ich bemale das Fragezeichen
mit der knallroten Farbe
des Feuers
und der Lebendigkeit.
Nimm das!
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
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