Kategorie: Allgemein

Silvesternacht

Silvesternacht *
Gedicht zum Jahreswechsel –

Hallo du!
Mit Getöse bist du gekommen
und hast meine Gedanken mitgenommen
ins Neue,
das dem Alten gleicht.

Feuerfunken im Himmel
und Polizeitütatü,
Städte versinken im Rauch,
Menschengewimmel,
So bunt und so fremd wie noch nie
und Flattern im Bauch.

Hallo du!
Was wirst du uns mitgebracht haben?
Ein Hoffen, ein Winken, ein Darben
im Neuen,
das bald uns erreicht?

© Elke Bräunling

Das lächelnde Leben


Das lächelnde Leben *
Friedensgedicht für Groß und Klein – Wenn alle mehr lächeln würden

Stell dir vor, die Menschen tragen
stets ein Lächeln im Gesicht.
Auch an Tagen voller Plagen
zeigen sie den Ärger nicht.

Dieses Lächeln kommt von Herzen
und es leuchtet strahlend hell
wie das Licht von hundert Kerzen
als der Freude höchstem Quell.

Und es wandert leise weiter
in die Welt mit sanftem Hall.
Menschen lächeln froh und heiter,
Liebe, Frieden überall.

Freundlich wäre unser Leben
voller Kraft und Schwung und Mut,
würd’s das Lächeln öfter geben,
hätten wir es richtig gut.

© Elke Bräunling

 

Ein sehr besinnliches Lied hat der liebe Balz Burch zu diesem Gedicht geschrieben. Viel Freude beim Zuhören.

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

Der kalte Wandel

Der kalte Wandel *
Herbstgedicht für Melancholiker

Der Herbst trägt heute silbergrau,
die Sonne fühlt sich ausgebrannt.
Man fröstelt leicht, die Luft ist rau,
Es ist nicht schön, doch allbekannt,

wie schnell die warme Zeit vergeht
und Leichtigkeit im Wind verweht.
Der Mensch ist aufgebracht und denkt:
Dies Wetter will man nicht geschenkt.

So steht er da, frustriert, bedrückt
und hält den Wandel für verrückt,
der viel zu schnell kam und so bald.
Der Mensch seufzt tief. Ihm ist so kalt.

© Elke Bräunling

Poetenalltag

Poetenalltag *
Gedicht zur Kreativität –

Von Wortfetzen,
verlorenen Reimen,
Fragmenten, Ideen,
und ungeschriebenen
Geschichten
erschlagen
sitzt du vor mir
und weinst,
bevor du all den
unvollendeten Kram
mit einer Handbewegung
zusammenfegst
und im Papierkorb versenkst,
um danach eines
dieser Lieder
zu schreiben,
die von Überfluss handeln,
Wehmut und Verlassenheit.

© Elke Bräunling

Herbst auf meinem Teller

Herbst auf meinem Teller *
Fröhliches Herbstgedicht für Groß und Klein

Kürbissuppe, Zwiebelkuchen,
eine Quiche mit neuem Wein
solltest du einmal versuchen.
Es schmeckt delikat und fein.

Feine Pilze und Maronen
findest du in Wald und Flur
mit den köstlichsten Aromen,
eine Gaumenfreude pur.

Eintöpfe und Kohlrouladen
wärmen wohlig Herz und Bauch,
Würstchen, Käse, Speckbrotfladen
munden dir bestimmt jetzt auch.

Süßes darfst du nicht vergessen:
Zwetschgendatschi, Apfeltarte,
Dampfnudeln, ein Schlemmeressen!,
rote Grütze, süß und zart.

Viel gäbe es noch zu sagen,
Köstliches hab ich entdeckt,
doch mir knurrt grad schon der Magen –
Herbst auf meinem Teller schmeckt.

© Elke Bräunling

Nach der Wahl

Nach der Wahl *

Katerstimmung, die Mundwinkel hängen,
gallige Worte in schrillen Klängen,
Vorwürfe fliegen wild hin und her
wie stumpfe Pfeile, so sinnlos und leer.
Dieser Schlamassel ist vorprogrammiert
wie immer nach Wahlen und deplatziert.
Schuld sind die andern, das kennt man schon,
und das ganze Spiel wird wieder zum Hohn.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 12. Juni – Schlamassel

Die nackte Kritik

Die nackte Kritik *

Alle schweigen, keiner regt sich,
es ist besser und bequem,
das Geschehen stumm zu sehn,
denn Kritik ist nicht genehm.
Und so klatscht man in der Menge,
schaut gebannt dem Unheil zu,
das hier herrscht mit hohler Strenge.
Keiner sagt etwas dazu.
Das erinnert uns doch leider,
und dies ist halt nun mal Fakt,
an den Kaiser ohne Kleider.
Der war splitterfasernackt.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 6. Juni – splitterfasernackt

Vornehm ausgedrückt

Vornehm ausgedrückt *

Herr B. sprach stolz zu seinem Mündel,
nicht ohne Eigenlob und Dünkel,
wie wohl erlesen es doch sei,
das rechte Wort im Sprachenbrei.
„Mir dünkt, es hat doch mehr Gewicht
und steht auch wohl uns zu Gesicht,
wenn man gepflegt und sorgsam spricht
und das ist unsres Standes Pflicht.“
Er sprach noch viel an diesem Tag,
den man getrost vergessen mag.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 5. Juni – dünken

Vom Grübeln

Vom Grübeln *
Kindergedicht

Du fühlst dich wirr, dein Kopf ist voll
und wie in einem Tollhaus toll.
Gedanken schlagen sich fast tot
und da, schon siehst du nur noch rot
und merkst, du hast dich wild verfranzt,
weil grad dein Hirn den Boogie tanzt.
Allein ein Päuschen hilft dir noch,
befreit dich von dem Grübeljoch!

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 3. Juni – Verfranzen

Obacht

Obacht *
Ein Rätselgedicht für Kinder –

Du bist unterwegs, doch du bist nicht allein.
Herr Obacht wird an deiner Seite sein,
Wie ein Schutzengel flüstert er leis in dein Ohr:
„Pass auf! Walte Vorsicht und sieh dich stets vor!“
Du siehst, er ist wichtig, er passt auf dich auf.
Nun rate! Wer ist er? Bestimmt kommst du drauf.

© Elke Bräunling

„Obacht“ ist ein altes Wort, das übersetzt „Passt auf!“ bedeutet. Im süddeutschen Raum und in Österreich gehört es noch heute zur Alltagssprache

#Aktion juniverse2024 – 1. Juni – Obacht

Andere Welten

Gedicht …….*

 

Andere Welten
Gedicht Fragen an das Leben

Gibt’s Worte, die noch ungesagt?
Musiken, die noch nie erklungen?
Gemälde, die noch nicht gemalt
und Lieder, die kein Mensch gesungen?

Gibt’s Farben, die noch keiner sah
und Reime, die noch ungeschrieben?
Auch Früchte, die noch keiner aß
und Düfte, die durch Träume fliegen?

Gibt es die Zeiten auf der Welt,
die voller Harmonie und Frieden,
die ohne Macht und ohne Geld
mit Menschen, die einander lieben?

Tief in mir drin, da schlummern sie
unendlich und für ew’ge Zeiten,
die da sind, doch erreichbar nie,
weit weg in andrer Welten Weiten.

© Elke Bräunling

Milchschaumtraum

Gedicht …….*

 

Milchschaumtraum
Heiteres Gedicht vom Genießen/ Kindergedicht

Er schmeckt so köstlich wie ein Traum
auf dem Kakao* aus Milch der Schaum.
Den Löffel tauch ich langsam nur
hinein und male erst als kleine Spur
ein weißes Herz, ganz winzig klein,
in diesen Berg aus Schaum hinein.
Dann schnuppere ich ganz im Genuss
den Duft, der süß schmeckt wie ein Kuss.
Und dann, dann endlich ist’s soweit:
Die Nase zuckt, der Mund ist weit
geöffnet für den Milchschaumtraum.
Nicht länger halt ich mich im Zaum
und schlabbre, schlecke, schnabulier,
bis ich fast den Verstand verlier.
Ich schwelge, doch schnell ist er leer,
der Becher, und ich gier’ nach mehr
Kakao mit leckrem Milchschaumtraum,
denn einer davon reicht mir kaum,
weil man auf einem Bein schlecht steht.
Nun rate, wie dies weiter geht.

* Kakao hier als Kakau aussprechen

© Elke Bräunling


Im kreativen Prozess

Gedicht …….*

 

Im kreativen Prozess

Worte, die fließen,
die hoffen und sprießen,
den Blümchen auf
Feldern und Wiesen
sehr gleich.
Gedanken, die gleiten
zu allen Seiten
den Wolken und Wellen
im Spiegel der Seen
so reich.

Fallen in Sphären,
die wir gebären
im Zug der Gedanken
so ganz ohne Schranken
gestreut.
Schaffen ist Fließen
und wohl zu genießen
im Glücksrausch der Seele
ganz aus tiefster Kehle
gefreut.

© Elke Bräunling