Kategorie: Allgemein

Herbst auf meinem Teller

Herbst auf meinem Teller *
Fröhliches Herbstgedicht für Groß und Klein

Kürbissuppe, Zwiebelkuchen,
eine Quiche mit neuem Wein
solltest du einmal versuchen.
Es schmeckt delikat und fein.

Feine Pilze und Maronen
findest du in Wald und Flur
mit den köstlichsten Aromen,
eine Gaumenfreude pur.

Eintöpfe und Kohlrouladen
wärmen wohlig Herz und Bauch,
Würstchen, Käse, Speckbrotfladen
munden dir bestimmt jetzt auch.

Süßes darfst du nicht vergessen:
Zwetschgendatschi, Apfeltarte,
Dampfnudeln, ein Schlemmeressen!,
rote Grütze, süß und zart.

Viel gäbe es noch zu sagen,
Köstliches hab ich entdeckt,
doch mir knurrt grad schon der Magen –
Herbst auf meinem Teller schmeckt.

© Elke Bräunling

Nach der Wahl

Nach der Wahl *

Katerstimmung, die Mundwinkel hängen,
gallige Worte in schrillen Klängen,
Vorwürfe fliegen wild hin und her
wie stumpfe Pfeile, so sinnlos und leer.
Dieser Schlamassel ist vorprogrammiert
wie immer nach Wahlen und deplatziert.
Schuld sind die andern, das kennt man schon,
und das ganze Spiel wird wieder zum Hohn.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 12. Juni – Schlamassel

Die nackte Kritik

Die nackte Kritik *

Alle schweigen, keiner regt sich,
es ist besser und bequem,
das Geschehen stumm zu sehn,
denn Kritik ist nicht genehm.
Und so klatscht man in der Menge,
schaut gebannt dem Unheil zu,
das hier herrscht mit hohler Strenge.
Keiner sagt etwas dazu.
Das erinnert uns doch leider,
und dies ist halt nun mal Fakt,
an den Kaiser ohne Kleider.
Der war splitterfasernackt.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 6. Juni – splitterfasernackt

Vornehm ausgedrückt

Vornehm ausgedrückt *

Herr B. sprach stolz zu seinem Mündel,
nicht ohne Eigenlob und Dünkel,
wie wohl erlesen es doch sei,
das rechte Wort im Sprachenbrei.
„Mir dünkt, es hat doch mehr Gewicht
und steht auch wohl uns zu Gesicht,
wenn man gepflegt und sorgsam spricht
und das ist unsres Standes Pflicht.“
Er sprach noch viel an diesem Tag,
den man getrost vergessen mag.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 5. Juni – dünken

Vom Grübeln

Vom Grübeln *
Kindergedicht

Du fühlst dich wirr, dein Kopf ist voll
und wie in einem Tollhaus toll.
Gedanken schlagen sich fast tot
und da, schon siehst du nur noch rot
und merkst, du hast dich wild verfranzt,
weil grad dein Hirn den Boogie tanzt.
Allein ein Päuschen hilft dir noch,
befreit dich von dem Grübeljoch!

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 3. Juni – Verfranzen

Obacht

Obacht *
Ein Rätselgedicht für Kinder –

Du bist unterwegs, doch du bist nicht allein.
Herr Obacht wird an deiner Seite sein,
Wie ein Schutzengel flüstert er leis in dein Ohr:
„Pass auf! Walte Vorsicht und sieh dich stets vor!“
Du siehst, er ist wichtig, er passt auf dich auf.
Nun rate! Wer ist er? Bestimmt kommst du drauf.

© Elke Bräunling

„Obacht“ ist ein altes Wort, das übersetzt „Passt auf!“ bedeutet. Im süddeutschen Raum und in Österreich gehört es noch heute zur Alltagssprache

#Aktion juniverse2024 – 1. Juni – Obacht

Andere Welten

Gedicht …….*

 

Andere Welten
Gedicht Fragen an das Leben

Gibt’s Worte, die noch ungesagt?
Musiken, die noch nie erklungen?
Gemälde, die noch nicht gemalt
und Lieder, die kein Mensch gesungen?

Gibt’s Farben, die noch keiner sah
und Reime, die noch ungeschrieben?
Auch Früchte, die noch keiner aß
und Düfte, die durch Träume fliegen?

Gibt es die Zeiten auf der Welt,
die voller Harmonie und Frieden,
die ohne Macht und ohne Geld
mit Menschen, die einander lieben?

Tief in mir drin, da schlummern sie
unendlich und für ew’ge Zeiten,
die da sind, doch erreichbar nie,
weit weg in andrer Welten Weiten.

© Elke Bräunling

Milchschaumtraum

Gedicht …….*

 

Milchschaumtraum
Heiteres Gedicht vom Genießen/ Kindergedicht

Er schmeckt so köstlich wie ein Traum
auf dem Kakao* aus Milch der Schaum.
Den Löffel tauch ich langsam nur
hinein und male erst als kleine Spur
ein weißes Herz, ganz winzig klein,
in diesen Berg aus Schaum hinein.
Dann schnuppere ich ganz im Genuss
den Duft, der süß schmeckt wie ein Kuss.
Und dann, dann endlich ist’s soweit:
Die Nase zuckt, der Mund ist weit
geöffnet für den Milchschaumtraum.
Nicht länger halt ich mich im Zaum
und schlabbre, schlecke, schnabulier,
bis ich fast den Verstand verlier.
Ich schwelge, doch schnell ist er leer,
der Becher, und ich gier’ nach mehr
Kakao mit leckrem Milchschaumtraum,
denn einer davon reicht mir kaum,
weil man auf einem Bein schlecht steht.
Nun rate, wie dies weiter geht.

* Kakao hier als Kakau aussprechen

© Elke Bräunling


Im kreativen Prozess

Gedicht …….*

 

Im kreativen Prozess

Worte, die fließen,
die hoffen und sprießen,
den Blümchen auf
Feldern und Wiesen
sehr gleich.
Gedanken, die gleiten
zu allen Seiten
den Wolken und Wellen
im Spiegel der Seen
so reich.

Fallen in Sphären,
die wir gebären
im Zug der Gedanken
so ganz ohne Schranken
gestreut.
Schaffen ist Fließen
und wohl zu genießen
im Glücksrausch der Seele
ganz aus tiefster Kehle
gefreut.

© Elke Bräunling

Wenn man daneben steht

Gedicht …….*

 

Wenn man daneben steht
Gedicht gegen den Krieg

Ich hör sie draußen diskutieren,
als ginge es ums letzte Brot,
mal laut, mal leise und auch hitzig,
als sei grad alles aus dem Lot.
Und viele schreien laut nach Krieg,
weil es nur so noch weiter geht.
Man kann darüber nur noch staunen,
wenn man wie ich daneben steht.

Ich lese Zeitung, suche Worte,
die wahrheitstreu und nichts verdrehn,
und kann die Lügen und das Schweigen
zu vielen Themen nicht verstehn.
Der Krieg wird’s richten, heißt es da,
weil ohne ihn wohl nichts mehr geht.
Wie sollte man dem widersprechen,
wenn man wie ich daneben steht.

Sie wollen neue Panzer bauen
und noch mehr teures Kriegsgerät.
Auch brauchen sie jetzt mehr Soldaten.
Die Saat zum Kriege wird gesät.
Wir Menschen werden nicht gefragt,
und bald ist es für uns zu spät.
Wie hilflos kann man sich nur fühlen,
wenn man wie ich daneben steht.

Ich sehe Leute, die begreifen,
dass alles aus dem Ruder läuft
und dass sich Nachricht neben Nachricht
in ungesundem Maße häuft.
Und immer wieder geht’s um Krieg.
Man fragt, woher der Wind da weht?
Wie sollte man es auch verstehen,
wenn man wie ich daneben steht.

© Elke Bräunling

Arttäglich?

ART-täglich? Ein gewöhnungsbedürftiger Blogname?
Mag sein. LEBEN IST KUNST.
Wir sind uns nicht bewusst, wie viele kleine und große, alltägliche und großartige, nichtige und wichtige Kunstwerke wir täglich schaffen bzw. wir täglich einfach nur SIND.
Jeder Mensch. Jedes Tier. Jede Pflanze. Jede Wolke am Himmel. Jeder Trash in der Tonne. Jedes Gericht auf dem Teller. Jede Falte im Gesicht. Jeder Gedanke, jede Idee, jede Lebenshaltung, jedes Augenzwinkern, jedes Lächeln … Alles …
So viel Kunst.
Alles, was wir tun, schaffen, lieben, was wir sind – alles das ist „unsere“ ureigene Kunst. Die Kunst des Lebens.
Die Kunst des Alltags. Die Kunst der schönen, der durchschnittlichen, der hässlichen Momente.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich.

Wie wäre es mit … einem Neuanfang?

Tagebuch ……*

10 Jahre später!

Das Blog existiert noch, verborgen, auf privat gestellt.
Heute habe ich es mir nach zehn Jahren noch einmal durchgesehen und staunte und freute mich, viel Vergessengeglaubtes wiedergefunden zu haben.
Was für eine schöne klitzekleine Kunst in Wort, Bild und Ton!
Und armes, kleines, vernachlässigtes Blog.

Eine Träne tropft auf die Tastatur.
So viel ist passiert in der Zwischenzeit, aber die Kunst, die hat überlebt. Im Kopf, in den Fingern, in den Ohren, Augen, im Herzen.
Soll ich sie hier wieder zu Wort kommen lassen?
Was meinst du, kleines Blog?

Gib mir ein Zeichen! 😘

Ein Blick auf die Uhr: 23.23 Uhr
Querzahl 10
10 für zehn Jahre.
Na, da ist es doch, das Zeichen!
Weitermachen, bedeutet es. Einfach weitermachen.
Ja, was auch sonst?