Kategorie: Allgemein

Brainstorming

Themen liegen auf der Straße, sagt man.
Deshalb trage ich immer ein Körbchen mit mir oder eine Tüte und sammle sie auf, um sie später in kleine Häufchen zu sortieren:
Nette Themen – traurige Themen – Sensationsthemen – lustige Themen – Tratsch.
Sie sind unterschiedlich hoch, die Themenberge.
Der höchste ist der Tratschberg.

Er brennt hell, wenn ich ihn abends in den Kamin werfe.

Sommergold

Dein Blick fällt auf den Kalender an der Wand. Ein  helles Sommerbild lacht dir entgegen.
Du siehst eine sanft wellige Landschaft mit Feldern und kleinen Waldstücken.
Wie auf einem Schachbrett sitzend siehst du hier den Sommer überall auf dem Bild.
Du schließt die Augen und träumst dich in dieses Sommerbild hinein – und schon stehst du auf einem Feldweg inmitten der von der Sonne vanillegelb bemalten Kornfelder.
Du breitest die Arme aus zum Sonnengruß und lächelst der Sonne zu.
Die Sonne, begleitet von einem sanften Sommerwind, antwortet dir mit einem freundlich warmen Streicheln.
Es ist, als küsste sie deine Stirn, dein Gesicht, deinen Körper, deine Arme und deine Beine.
Sanft. Zart. Warm.
Und sanft, zart, warm schlenderst du langsam den Weg entlang der Kornfelder auf die Bäume am Ende der Felder zu.
Ganz langsam und gemütlich gehst du und genießt die herrliche warme, bunte Sommerwelt rings um dich herum.
Auf deinem Weg bleibst du immer wieder stehen, verweilst, schaust zu, wie der Wind über die Felder streicht.
aus: Ein Sommerspaziergang

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=UycTKG5GCzE&w=350&h=263]

Zauberzeit

…“Schön“, sagte die kleine Elfe verträumt. „und nun will ich sie kennen lernen, diese Zauberfee.“
„Es soll sie nicht geben, hat der Junge gesagt“, murmelte der Wichtel. „Aber vielleicht sind wir beide ja auch noch zu klein, um diesen ‚Altweibersommer‘ zu verstehen.“
Die Elfe nickte. „‚Man muss nicht alles begreifen müssen‘, hat der Elfenkönig gesagt. „Und das ist gut so.“
Sie fasste ihren Wichtelfreund bei der Hand und langsam liefen sie zum Teich hinunter. Vielleicht würden sie sie ja dort doch treffen, jene geheimnisvolle Zauberfee.

aus der Geschichte „Die kleine Elfe und der Waldwichtel entdecken den Altweibersommer“

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=UycTKG5GCzE?rel=0&w=420&h=315]
Altweibersommerimpressionen mit Musik zu Bildern von © Andrea Oberdorfer

Schreibzaubersommer

Loslassen.
Seele baumeln lassen.
Nicht nur heute …
Und ich sitze und sitze und sitze in der Schreibklausur und kann wieder einmal das Ende nicht finden. Oder, anders gesagt, das Ende überrascht mich immer wieder mit neuen Anfängen und Ansätzen und … und ich lasse es fließen.
Ein Zaubersommer.
Schreibzaubersommer.

Schauspiel

„Lieblings“wetter.
Einmal kühl, einmal schwül.
Tropenwaldschwül.
Überall steigt feuchter, warmer Dampf auf.
Das Gewitter der Nacht malt seinen Abschiedsgruß übers Land.
Die Büsche und Bäume umhüllt es mit einem sanften Schleier aus Dunst. Die Blätter, Gräser, Blumen und Büsche verabschieden sich von ihrem Regentropfenperlenschmuck. Er war ihnen nur eine kurze, aber erfrischende Zierde gewesen.
Wolkenreste schleppen sich mühsam über den Himmel. Sie sind müde und sie sind es leid, auf der Flucht zu sein.
Doch schon nimmt ihre Verfolgerin, die Sonne, die Jagd nach ihnen wieder auf.
Fressen oder gefressen werden.
Die Wolken beeilen sich,  verabschieden sich von der Bühne.
Die Sonne hat die Regentschaft über den Tag übernommen.
Und sie räumt gründlich auf.
Regentropfen nach Regentropfen leckt sie gierig auf, umschlingt Pfützen und Wasserläufe mit ihren schwüligen Armen, kann nicht genug bekommen. Sie ist hungrig. Sie ist gierig.
Sie ist … wieder … die Herrscherin.
Wie lange?
Hinten, ganz hinten am Horizont warten die neuen Angreifer.
Wolken.
Sie lassen sich Zeit.

Ich stehe auf der Lichtung und beobachte das Schauspiel … und ich suche meinen Kreislauf.
An Tagen wie diesen ist auch er auf der Flucht.