Gedanken beim Wandern * Kleines Waldgedicht mit einem Augenzwinkern –
Ein Eichhorn rennt. Ich bleib kurz stehn.
Es ist sehr flink. Ich nicht. Na schön.
Man denkt beim Gehn – und denkt sich frei
und merkt: Der Welt ist`s einerlei.
Ich tret auf Wurzeln, nicht auf Sorgen,
und schieb mein Grübeln auf bis morgen.
Die Bäume stehn, wie’s Bäume tun,
und ich darf gern dazwischen ruhn.
Der Weg ist steil. Der Himmel blau.
Ich denk an nichts. Und das genau.
Lauscht, man hört ihn schon von weit,
den König ohne Königskleid,
der klein ist und doch singen kann
wie ein ganz Großer. Hört’s euch an!
Die Amsel staunt, der Fink horcht still,
der König singt laut, wie er will.
Man muss nicht groß sein, aber laut,
wenn man als Kleiner sich das traut.
Ein besonderer Ort * Kleine Poesie auf der Waldlichtung –
Die kleine Lichtung, der besondere Ort,
umgeben von Bäumen, die schweigend hier stehn
wie höfliche Nachbarn, die ohne ein Wort
dich aufnehmen in den Zirkel der Feen
zum Verweilen, zum Träumen, zum Stelldichein,
um mit deiner Liebsten allein hier zu sein.
Die Grashalme flüstern nur ein bisschen zu laut,
wenn man verstohlen sich küssen will,
Lichtflimmer verirren sich wirr auf der Haut
und irgendwie riecht es nach Sonntagsidyll.
Ein kleines Glück, das der Augenblick schreibt.
Es reicht für ein Lächeln, das flüchtig nur bleibt.
Mondfest im Wald * Ein Gedicht für Kinder, die wissen, dass der Mond manchmal schmunzelt –
Der Mond gleicht einem Lampion,
den wohl ein Kind vergessen hat.
Von seinem großen Wolkenthron
strahlt er im Wald auf jedes Blatt.
Er blinzelt keck durchs Tannenzelt
und lockt die Tiere an zum Fest
mit seinem hellen Lichterschein,
der keinen heute schlafen lässt.
Schon kommt der Dachs im Walzerschritt,
das Mäuslein hüpft vor lauter Lust.
Die Eule ruft: „Jetzt tanzt doch mit!“
Der Fuchs poliert sich stolz die Brust.
Der Igel rollt sich kugelrund
und wird zum Ball. Hurra, er lacht!
Frau Wildschein tut mit Grunzen kund,
dass sie sich heute schick gemacht.
Der Frosch quäkt laut: „Jetzt tanzt das Reh!“
Und wirklich, da, es dreht sich sacht
im Glanz von Moos und Silberlicht
ein Waldballett zur Mondennacht.
Das Fest geht lang und es ist toll
und könnte ewig weitergehn.
Da sprach der Mond: „Ich fühl mich voll
Zufriedenheit, doch ich muss gehn.“
Schnell bläst er noch die Lichter aus
und zieht zum Abschied seinen Hut,
Dann kichert er und eilt hinaus
dem Tag voraus – und alles ruht.
Die Sprache des Waldes * Gedicht vom Rascheln und den Geräuschen im Wald –
Wenn’s ringsum raschelt, knackt im Wald
und wenn ein Knistern leise hallt,
wenn’s flüstert unter jedem Baum,
so ist das mehr als nur ein Traum.
Dann bleibe stehn und lausche still,
was dir der Wald erzählen will
von einer ganz besondr’en Welt,
verborgen unterm Blätterzelt:
Ein Hase huscht. Ein Füchslein schnaubt.
Ein Blatt beschwert sich, weil’s verstaubt.
Der Wind pfeift Lieder im Geäst,
was Blätter heimlich tanzen lässt.
Die Bäume schäkern wie verliebt,
und aus dem Nest ein Vöglein fiept.
Da raschelt’s wieder und ein Reh
nascht gierig rasch ein bisschen Klee.
Ein Rauschen hier, ein Flüstern da,
mal aus der Ferne, mal ganz nah,
und wer des Waldes Sprache spürt,
bleibt lange still und tief berührt.
Unterwegs im Wald auf Touren
siehst du überall die Spuren
auf dem Boden, zahllos schier,
Abdrücke von Mensch und Tier.
Viele große, kleine Füße
bleiben hier fast so wie Grüße
mit der Botschaft: „Hier war ich –
und vielleicht treff´ ich auch dich!“
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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