Glutrot.
Der Himmel brennt
im Advent
„Das Christkind backt Plätzchen“,
sagte Großmama einst.
Auch meine Seele brennt.
Jener Duft der Geborgenheit
aber fehlt.
Jetzt lodern Flammen,
recken die Arme himmelwärts,
um nach dem zu greifen,
was Hoffnung heißt.
Die aber ist längst verbrannt,
verweht in kleine, unsichtbare
Aschehäufchen.
Reden mit Samthandschuhen *
Gedicht mit Zeitkritik –
Meine Zunge trägt einen Handschuh aus Samt
in den schillernden Farben meiner Gedanken,
die so lebhaft sind und dennoch gebannt
hinter undurchdringbaren Schranken.
Eine Schweigebarriere für viele Worte,
die nun für immer vielleicht ungesagt.
Versunken, verloren auch all jene Orte,
an denen man sich nicht mehr zu äußern wagt.
Ich fühle mich einsam selbst unter Freunden.
Es ist wie ein Sprint auf löchrigem Eis,
ein haltloses Fliehen in zynische Pointen.
Der Rückzug in Einsamkeit ist der Preis.
All das Ungesagte schlägt Saltos in mir,
verstopft meine Seele und martert den Geist.
Ich spüre, im Innern zerreißt es mich schier,
dies Ohnmachtsgefühl, das Unfreiheit heißt.
Himmelsglück 2024 * Kleines Gedicht zum blauen Himmel –
Staunend der Blick in den Morgenhimmel.
Ein schimmerndes Blau und kein Streifengewimmel.
Nur silberblau, ein bisschen auch violett,
ein paar Federwölkchen, nett und adrett.
Verschwunden das Falsche, der Schmutz und das Grau.
„Versprochen!“, raunt leise er. „Ich bleib heut blau.“
Mein Herz pocht schneller, mein Wunsch ist erfüllt.
Er ist nicht mit künstlichen Schleiern vermüllt
und so manch einer staunt heute: „Wie wahr! Oh, wie wahr!
Dies Himmelblau hatten wir selten im Jahr.“
Und so freut man bescheiden sich ein kleines Stück
für dieses Wunder, dies Himmelsglück.
Was, wenn Ängste sprechen? * Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –
Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?
Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?
Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?
Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?
Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?
Zappenduster ist’s noch nicht
und doch sieht man, wie Licht
ganz unbemerkt an Kraft verliert,
wie’s kühl wird und die Seele friert
aus Lethargie und Bitterkeit
und tiefer Hoffnungslosigkeit.
Wir dürfen nur nicht resigniern.
Wer jetzt nicht kämpft, der kann verliern.
Es gilt, vereint voraus zu gehn,
dem Bösen kühn zu widerstehn
mit Boykott und Widerstand
für uns, die Zukunft, unser Land.
Sie reden und reden in einer Tour
und es sind doch alles Lügen nur,
die sie uns ohne Scham präsentieren.
Man hört, wie sehr sie danach gieren,
die Macht zu erlangen über Volk und Land
und die Menge lauscht ihren Worten gebannt.
Der Kluge denkt: Was für ein Brimborium,
so widerwärtig, verlogen und … dumdideldumm.
Ich träum, ein alter Labersack
spielt mir einen Schabernack.
Er macht mir weis, es gäbe Streit
und Krieg jetzt in der Friedenszeit.
Ich wache auf, mein Herz klopft wild,
in meinem Kopf wächst schnell ein Bild
von Blut und Elend, Not und Tod
in Qualm umhüllt in einem Schlot.
Es löst sich auf, ich sehe klar,
bin froh, dass es ein Traum nur war.
Wie dumm auch, Krieg in unsrer Zeit?
Kein Mensch wär dazu doch bereit…?
Der Saft ist raus, die Energie
ist derzeit niedrig wie noch nie.
Die Suche hat mich sehr erschöpft,
ich fühle mich wie leer geschröpft.
Mein Licht glimmt einer Funzel gleich,
der Kopf so müd, die Wangen bleich.
Zur Atempause fehlt die Zeit,
der Weg zur Wahrheit ist noch weit.
Katerstimmung, die Mundwinkel hängen,
gallige Worte in schrillen Klängen,
Vorwürfe fliegen wild hin und her
wie stumpfe Pfeile, so sinnlos und leer.
Dieser Schlamassel ist vorprogrammiert
wie immer nach Wahlen und deplatziert.
Schuld sind die andern, das kennt man schon,
und das ganze Spiel wird wieder zum Hohn.
Sie reden wieder vom Krieg,
von Kämpfen für einen Sieg
mit Eifer und martialischen Plänen,
und eine Perlenkette aus Tränen
zieht über dein Antlitz. Du weinst
um dein friedliches Leben und meinst,
die hässlichen Schatten schon jetzt zu sehn,
glaubtest du doch, das würde nie wieder geschehn.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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