Autor: Elke

Sonnenblumenblütenmeer

Sonnenblumenblütenmeer *
Kindergedicht Sonnenblumen/Sonnenblumenlied –

Lass uns Sonnenblumen malen,
die in hellen Farben strahlen,
Blütenköpfe, üppig, schwer
im Sonnenblumenblütenmeer.

Ihre Blüten sehn wir immer,
sie blühn nun in unserm Zimmer
an den Wänden golden hell
und leuchtend bunt in Aquarell.

Und an dunklen Wintertagen
müssen wir uns nicht beklagen,
denn die Blütensonne scheint,
auch wenn der Himmel Flöckchen weint.

© Elke Bräunling

Das ewige Sehnen


Das ewige Sehnen *
Gedicht zum Sommerende –

Der Sommer schleicht sich leise fort.
Er streicht den Abschiedsschmerz
aus seiner Zeit, stumm, ohne Wort.
Ich winke. Traurig weint mein Herz.

Er nimmt all die Gedanken mit
an Sonnenseligkeit
und schreitet fort mit schnellem Schritt,
lässt uns zurück in unsrer Zeit.

Ihm folgt das Licht. Die Sonne zieht
die Schatten endlos lang.
Es scheint, als ob sie zögernd flieht
in einem steten Drang.

Es ist ein Abschied nur auf Zeit.
Im Herzen bleibt er da,
versteckt im warmen Sehnsuchtskleid,
und ist uns immer nah.

© Elke Bräunling

 

Dieses schöne, sehnsuchtsvolle Lied hat Balz Burch geschrieben.

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose *
Gedicht zum Herbstanfang –

Zartes Flimmern lila-blass,
bescheiden klein im welken Gras,
duckt sich auf Wiesen dieser Tage,
die Herbstzeitlose, diese karge
kleine Blume, die uns kündet,
dass das Jahr im Herbst nun mündet.
Man erschrickt, wenn man sie sieht,
weil mit ihr auch die Wehmut blüht,
gepaart mit Sommerabschiedsschmerz,
ein lachend’ und ein weinend’ Herz.

© Elke Bräunling


 

Spätsommermorgen

Spätsommermorgen *
Sommergedicht mit leiser Wehmut –

Am Morgen liegt ein Sehnen
nach Herbst schon überm Land
mit funkelhellen Tränen
aus Tau, des Sommers Pfand.

Die ersten Nebelschwaden
benetzen feucht das Gras,
wo Sommerfeen baden
mit Haaren klar wie Glas.

So manche Blätter zeigen
verschämt das erste Bunt,
die Morgenvögel schweigen
erschöpft zur frühen Stund’.

Die Blumen holen Atem
fürs Abschiedsfarbenkleid
mit kräftig bunten Farben
als Krönung dieser Zeit.

Noch herrscht tiefes Schweigen,
die Gartenwelt verharrt,
doch viele Zeichen zeigen:
Der Herbst ist bald am Start.

Die Gartenfrau seufzt leise.
Zu schnell vergeht das Jahr.
Die Zeit rast auf der Reise
vorbei, wie’s immer war.

© Elke Bräunling

Ein neues Gedicht zum August findest du hier: August – Der Sommer tanzt das letzte Mal

Was, wenn Ängste sprechen?


Was, wenn Ängste sprechen? *
Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –

Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?

Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?

Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?

Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?

Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?

© Elke Bräunling

Und hier eine großartige Vertonung von Balz Burch

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

Sommerregen in den Bergen

Sommerregen in den Bergen *
Kindergedicht

Sommerregen. Leise gurgeln
kleine Bäche flink zum Tal
durch die Wiesen, über Wege
weiter abwärts, sanft und rege,
hörst du ihr beständig’ Murmeln.
Lausche ihnen einfach mal,
wie sie über Steine springen,
es klingt wie ein leises Singen,
so, als hätten sie viel Spaß.
Später träumen sie: „Schön war`s!“

© Elke Bräunling

Widerstand

Widerstand *

Zappenduster ist’s noch nicht
und doch sieht man, wie Licht
ganz unbemerkt an Kraft verliert,
wie’s kühl wird und die Seele friert
aus Lethargie und Bitterkeit
und tiefer Hoffnungslosigkeit.
Wir dürfen nur nicht resigniern.
Wer jetzt nicht kämpft, der kann verliern.
Es gilt, vereint voraus zu gehn,
dem Bösen kühn zu widerstehn
mit Boykott und Widerstand
für uns, die Zukunft, unser Land.

© Elke Bräunling


.
#juniverse2024 – 30. Juni – zappenduster

Genervt

Genervt *

Sie sirren und summen,
sie surren und brummen
und piesacken stur meinen Geist.
Sie bohren und plagen
oft an vielen Tagen
und malträtieren mich dreist.
Wie Fliegen, all diese unsel’gen Gedanken,
die mich umkreisen mit gierigen Pranken,
ich höre verzweifelt selber mir zu –
und dann, auf einmal, ist wieder Ruh.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 29. Juni – piesacken

 

Nimmermehr

Nimmermehr *
Kindergedicht

Oft sagt die Oma „Nimmermehr“,
wenn sie von früher spricht.
Sie sagt es oft sehr tränenschwer,
weil es so viel aus ihrer Sicht
heut nicht mehr gibt in unsrer Welt,
was Oma schmerzt und auch missfällt.
„Die gute alte Zeit“, seufzt sie, „ist lange her.
Sie findet man heut nimmermehr.“

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 28. Juni – nimmermehr

Lügenreden

Lügenreden *

Sie reden und reden in einer Tour
und es sind doch alles Lügen nur,
die sie uns ohne Scham präsentieren.
Man hört, wie sehr sie danach gieren,
die Macht zu erlangen über Volk und Land
und die Menge lauscht ihren Worten gebannt.
Der Kluge denkt: Was für ein Brimborium,
so widerwärtig, verlogen und … dumdideldumm.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 27. Juni – Brimborium

Der Überfall

Der Überfall *
Kindergedicht

Nein, wirklich, ich hätt’s nie gedacht.
Hat er’s tatsächlich doch gemacht
und mich grad auf den Arm genommen.
Wie weit ist’s nur mit mir gekommen?
Urplötzlich, Schreck, und hack und zack,
zieht er mich hoch und – huckepack –
geht’s auch schon los weit übers Feld.
Ich zeig ihm nicht, wie’s mir gefällt.

© Elke Bräunling

(Aktion juniverse2024 – 26. Juni – huckepack)

Wie ein Kind

Wie ein Kind *

Mit dieser bunten Zuckerstange
liebäugele ich nun schon lange.
Ich begehre sie so sehr,
auf sie verzichten fällt mir schwer.
Doch heute, ja, was ist das nur?
Ich breche grade meinen Schwur
und kaufe diese Zuckerstange.
Es ist mir nun auch nicht mehr bange,
dass es heißt: „Die Alte spinnt!
Die steht da und schleckt wie ein Kind!“

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 25. Juni – liebäugeln