Zartes Flimmern lila-blass,
bescheiden klein im welken Gras,
duckt sich auf Wiesen dieser Tage,
die Herbstzeitlose, diese karge
kleine Blume, die uns kündet,
dass das Jahr im Herbst nun mündet.
Man erschrickt, wenn man sie sieht,
weil mit ihr auch die Wehmut blüht,
gepaart mit Sommerabschiedsschmerz,
ein lachend’ und ein weinend’ Herz.
Was, wenn Ängste sprechen? * Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –
Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?
Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?
Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?
Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?
Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?
Sommerregen. Leise gurgeln
kleine Bäche flink zum Tal
durch die Wiesen, über Wege
weiter abwärts, sanft und rege,
hörst du ihr beständig’ Murmeln.
Lausche ihnen einfach mal,
wie sie über Steine springen,
es klingt wie ein leises Singen,
so, als hätten sie viel Spaß.
Später träumen sie: „Schön war`s!“
Zappenduster ist’s noch nicht
und doch sieht man, wie Licht
ganz unbemerkt an Kraft verliert,
wie’s kühl wird und die Seele friert
aus Lethargie und Bitterkeit
und tiefer Hoffnungslosigkeit.
Wir dürfen nur nicht resigniern.
Wer jetzt nicht kämpft, der kann verliern.
Es gilt, vereint voraus zu gehn,
dem Bösen kühn zu widerstehn
mit Boykott und Widerstand
für uns, die Zukunft, unser Land.
Sie sirren und summen,
sie surren und brummen
und piesacken stur meinen Geist.
Sie bohren und plagen
oft an vielen Tagen
und malträtieren mich dreist.
Wie Fliegen, all diese unsel’gen Gedanken,
die mich umkreisen mit gierigen Pranken,
ich höre verzweifelt selber mir zu –
und dann, auf einmal, ist wieder Ruh.
Oft sagt die Oma „Nimmermehr“,
wenn sie von früher spricht.
Sie sagt es oft sehr tränenschwer,
weil es so viel aus ihrer Sicht
heut nicht mehr gibt in unsrer Welt,
was Oma schmerzt und auch missfällt.
„Die gute alte Zeit“, seufzt sie, „ist lange her.
Sie findet man heut nimmermehr.“
Sie reden und reden in einer Tour
und es sind doch alles Lügen nur,
die sie uns ohne Scham präsentieren.
Man hört, wie sehr sie danach gieren,
die Macht zu erlangen über Volk und Land
und die Menge lauscht ihren Worten gebannt.
Der Kluge denkt: Was für ein Brimborium,
so widerwärtig, verlogen und … dumdideldumm.
Nein, wirklich, ich hätt’s nie gedacht.
Hat er’s tatsächlich doch gemacht
und mich grad auf den Arm genommen.
Wie weit ist’s nur mit mir gekommen?
Urplötzlich, Schreck, und hack und zack,
zieht er mich hoch und – huckepack –
geht’s auch schon los weit übers Feld.
Ich zeig ihm nicht, wie’s mir gefällt.
Mit dieser bunten Zuckerstange
liebäugele ich nun schon lange.
Ich begehre sie so sehr,
auf sie verzichten fällt mir schwer.
Doch heute, ja, was ist das nur?
Ich breche grade meinen Schwur
und kaufe diese Zuckerstange.
Es ist mir nun auch nicht mehr bange,
dass es heißt: „Die Alte spinnt!
Die steht da und schleckt wie ein Kind!“
Ein Summer, ein Brummer,
ein großer Brummsummer
brummsummt überm Blütenmeer
erregt hin und her.
Man könnte meinen,
er suche den einen
Brummsummerkollegen
für einen regen
Disput über Liese,
die auf dieser Wiese
mit jenem gesehn ward beim Bummel,
die untreue Hummel.
Ein Flötenspieler steht am Tor
und spielt ein Lied den Menschen vor,
das eines jeden Herzen rührt,
so dass man tiefe Liebe spürt
zu diesem Ort, der einst bekannt
und pittoresk gelegen in dem Land,
das nach dem Krieg verloren war
und nun so fern ist und doch nah.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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