Autor: Elke

Schnell! Gäste kommen!

Schnell! Gäste kommen! *
Kindergedicht

Heute ist Sonntag, gleich kommen die Gäste
zu einem unserer Wohlfühlfeste,
auf das wir uns seit Tagen freu’n
und nun auch keine Mühe scheu’n.
Schnell noch putzen, wienern, backen,
Äpfel schälen, Nüsse knacken,
Kaffee mahlen, Sahne schlagen,
Leckereien für den Magen,
alle lecker, süß und frisch.
Geschafft! Wer deckt nun noch den Tisch?

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 8. Juni – wienern

Hässliche Schatten

Hässliche Schatten *

Sie reden wieder vom Krieg,
von Kämpfen für einen Sieg
mit Eifer und martialischen Plänen,
und eine Perlenkette aus Tränen
zieht über dein Antlitz. Du weinst
um dein friedliches Leben und meinst,
die hässlichen Schatten schon jetzt zu sehn,
glaubtest du doch, das würde nie wieder geschehn.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 7. Juni – Antlitz

Die nackte Kritik

Die nackte Kritik *

Alle schweigen, keiner regt sich,
es ist besser und bequem,
das Geschehen stumm zu sehn,
denn Kritik ist nicht genehm.
Und so klatscht man in der Menge,
schaut gebannt dem Unheil zu,
das hier herrscht mit hohler Strenge.
Keiner sagt etwas dazu.
Das erinnert uns doch leider,
und dies ist halt nun mal Fakt,
an den Kaiser ohne Kleider.
Der war splitterfasernackt.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 6. Juni – splitterfasernackt

Vornehm ausgedrückt

Vornehm ausgedrückt *

Herr B. sprach stolz zu seinem Mündel,
nicht ohne Eigenlob und Dünkel,
wie wohl erlesen es doch sei,
das rechte Wort im Sprachenbrei.
„Mir dünkt, es hat doch mehr Gewicht
und steht auch wohl uns zu Gesicht,
wenn man gepflegt und sorgsam spricht
und das ist unsres Standes Pflicht.“
Er sprach noch viel an diesem Tag,
den man getrost vergessen mag.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 5. Juni – dünken

Vom Grübeln

Vom Grübeln *
Kindergedicht

Du fühlst dich wirr, dein Kopf ist voll
und wie in einem Tollhaus toll.
Gedanken schlagen sich fast tot
und da, schon siehst du nur noch rot
und merkst, du hast dich wild verfranzt,
weil grad dein Hirn den Boogie tanzt.
Allein ein Päuschen hilft dir noch,
befreit dich von dem Grübeljoch!

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 3. Juni – Verfranzen

Obacht

Obacht *
Ein Rätselgedicht für Kinder –

Du bist unterwegs, doch du bist nicht allein.
Herr Obacht wird an deiner Seite sein,
Wie ein Schutzengel flüstert er leis in dein Ohr:
„Pass auf! Walte Vorsicht und sieh dich stets vor!“
Du siehst, er ist wichtig, er passt auf dich auf.
Nun rate! Wer ist er? Bestimmt kommst du drauf.

© Elke Bräunling

„Obacht“ ist ein altes Wort, das übersetzt „Passt auf!“ bedeutet. Im süddeutschen Raum und in Österreich gehört es noch heute zur Alltagssprache

#Aktion juniverse2024 – 1. Juni – Obacht

Reue

Gedicht …….*

 

Reue eines Staatsmanns

„Wir haben uns viel zu verzeihen!“,
so sagt er heute mit bittendem Blick,
„für Fehler, die wir (nicht) bereuen.
Drehn wir das Rad doch zum Anfang zurück!

Es ist auch so vieles geschehen
und das lag niemals in unserer Hand.
Wer konnte im Voraus denn sehen,
was so passieren würde im Land.

Wir baden in Unschuld die Hände.
Dieses Fiasko hat keiner erahnt.
Drum kommen wir nun hier zum Ende.
Und nein, da war gar nichts geplant.“

© Elke Bräunling

Andere Welten

Gedicht …….*

 

Andere Welten
Gedicht Fragen an das Leben

Gibt’s Worte, die noch ungesagt?
Musiken, die noch nie erklungen?
Gemälde, die noch nicht gemalt
und Lieder, die kein Mensch gesungen?

Gibt’s Farben, die noch keiner sah
und Reime, die noch ungeschrieben?
Auch Früchte, die noch keiner aß
und Düfte, die durch Träume fliegen?

Gibt es die Zeiten auf der Welt,
die voller Harmonie und Frieden,
die ohne Macht und ohne Geld
mit Menschen, die einander lieben?

Tief in mir drin, da schlummern sie
unendlich und für ew’ge Zeiten,
die da sind, doch erreichbar nie,
weit weg in andrer Welten Weiten.

© Elke Bräunling

Milchschaumtraum

Gedicht …….*

 

Milchschaumtraum
Heiteres Gedicht vom Genießen/ Kindergedicht

Er schmeckt so köstlich wie ein Traum
auf dem Kakao* aus Milch der Schaum.
Den Löffel tauch ich langsam nur
hinein und male erst als kleine Spur
ein weißes Herz, ganz winzig klein,
in diesen Berg aus Schaum hinein.
Dann schnuppere ich ganz im Genuss
den Duft, der süß schmeckt wie ein Kuss.
Und dann, dann endlich ist’s soweit:
Die Nase zuckt, der Mund ist weit
geöffnet für den Milchschaumtraum.
Nicht länger halt ich mich im Zaum
und schlabbre, schlecke, schnabulier,
bis ich fast den Verstand verlier.
Ich schwelge, doch schnell ist er leer,
der Becher, und ich gier’ nach mehr
Kakao mit leckrem Milchschaumtraum,
denn einer davon reicht mir kaum,
weil man auf einem Bein schlecht steht.
Nun rate, wie dies weiter geht.

* Kakao hier als Kakau aussprechen

© Elke Bräunling


Gespalten

Gedicht …….*

 

Gespalten

Deine Sprache ist nicht mehr meine.
Wir verstehen uns plötzlich nicht mehr.
Deine Wahrheit ist bloß die eine
und ändert sich von der meinen nun sehr.

Wir können nicht mehr diskutieren.
Das, was du sagst, entfacht in mir Wut.
Wir sehn, wie sich Lügen summieren,
und plötzlich ist gar nichts mehr für uns gut.

In Freundschaft ist Kälte gekrochen.
Das alte Versprechen auch ohne Wort
hat nun diese Zeit uns gebrochen.
Ich gehe am besten mir ihr von dir fort.

Was konnte uns bloß so sehr spalten?
Das neue „Anders“ kam überrascht.
Sind wir denn nun nicht mehr die Alten,
nachdem wir an fremden Ideen genascht?

© Elke Bräunling


Energien der Nacht

Gedicht …….*

 

Energien der Nacht

Nachts am Fenster.
Ich blicke zu dir hinüber,
lächle dir zu
und spüre die Liebe,
die mich durchströmt.
Und du, du winkst mir zurück
mit deinen Zweigen.
Ein Moment der Magie
zwischen dir und mir
und ich sehe,
wie sich unsere Energien
berühren, verschmelzen und
wie sie Hand in Hand
die Wanderung durch die Nacht
antreten.
Schlaf gut, Birke!

© Elke Bräunling

Ideologien

Gedicht …….*

 

Ideologien

Diese Gestalten,
die lügen und spalten
und Hass säen, als gäb es kein Morgen,
bereiten dir Sorgen?
Wenn Worte und Phrasen,
ihr Hetzen und Rasen
aus Ideologie
und Wahnidiotie
dich ermüden,
so lass sie wüten
und hör nicht mehr hin.
Es hat keinen Sinn.
Zu kurz ist das Leben,
zu hoch der Preis,
um Zeit zu vergeben
für ideologischen Sch…

© Elke Bräunling