Vor langer Zeit, da lagen Schatten
kalt und düster überm Land,
als die Menschen mit den satten
Drachensöhnen Zwiste hatten
und es sich kein Ausweg fand.
Der Drache saß fett auf den Schätzen
voller Gier blind auf dem Thron,
ließ die Völker sich verhetzen,
hielt sie fest in seinen Netzen
für die Macht als seinen Lohn.
Die Menschen, die darunter litten,
duckten sich und hielten still,
konnten nicht um Frieden bitten,
nicht um Gnade, doch sie stritten
nun auch miteinander viel.
Als es der Drache überspannte
einmal dann zu weit vor Gier,
fauchend durch die Städte rannte
und das Land wie Zunder brannte,
schien das End’ gekommen schier.
Die große Stille war gekommen.
Demütig, wer übrig blieb.
Drachenblut verlöscht, zerronnen
endete in Aschetonnen,
wie es die Geschichte schrieb.
Bridge
Kein Getöse. Kein Triumphgeschrei
Nur ein Feld. Ein leiser Wind.
Dunkle Zeiten sind vorbei.
Der Mensch steht da, von Ängsten frei
und arglos wie ein kleines Kind.
Refrain
Zeiten des Drachen.
Dunkelheit. Schmerz.
Kein Ausweg. Kein Licht.
Kein Hoffen! Kein Herz!
Ein Schrei im Finstern
und drei Tage zum Licht,
bis die Welt wieder atmet
und das Licht …
…
bleibt.
Das Dickicht hat, wie manche Leut’,
viel Grün im Kopf. Ein Labyrinth.
Steckt man tief drin, dass man’s bereut,
fragt man verwirrt, wo Wege sind.
Man sieht nicht weit, doch hört man viel.
Ein Schnaufen hier, ein Wispern dort.
Ein falscher Schritt. Wo ist das Ziel?,
fragt man und wünscht sich ganz weit fort.
Man sucht den Ausgang und entdeckt
was völlig andres, gut versteckt.
Der Wald ist still. Die Vögel schweigen.
Nur irgendwo knackt leis ein Ast.
Ein Schatten huscht zwischen den Zweigen
ganz nah vorbei in stummer Hast.
Du gehst nicht schnell, du bist gelassen.
Ein Käuzchen ruft. Du bleibst kurz stehn
und lernst, die Ängste loszulassen,
um auch im Dunkeln klar zu sehn.
Waldohreule * Betrachtung zu einer besonderen ‚Königin‘ –
Die Waldohreule.
Sie fliegt nicht.
Sie erscheint.
Ein Gedanke aus Federn.
Kein Geräusch.
Kein Licht.
Nur Blick.
Und Schweigen,
das mehr sagt als vieles, was gesprochen wird
in der Lücke zwischen Tag und Nacht.
Sie braucht keine Likes.
Keinen Applaus.
Kein Publikum.
Man nennt sie Eule
und mit Ehrfurcht:
‚Stille Königin der Dämmerung‘.
Der Baum steht da seit vielen Jahren
und kennt die Zeiten, wie sie waren.
Die Wurzeln halten seinen Stand
behütend wie ein festes Band.
Und auch wir Menschen sind wie Bäume.
Das Leben pulst in uns, die Träume
und all das, was uns Halt verspricht –
nur sieht man’s außen oftmals nicht.
Gedanken beim Wandern * Kleines Waldgedicht mit einem Augenzwinkern –
Ein Eichhorn rennt. Ich bleib kurz stehn.
Es ist sehr flink. Ich nicht. Na schön.
Man denkt beim Gehn – und denkt sich frei
und merkt: Der Welt ist`s einerlei.
Ich tret auf Wurzeln, nicht auf Sorgen,
und schieb mein Grübeln auf bis morgen.
Die Bäume stehn, wie’s Bäume tun,
und ich darf gern dazwischen ruhn.
Der Weg ist steil. Der Himmel blau.
Ich denk an nichts. Und das genau.
Lauscht, man hört ihn schon von weit,
den König ohne Königskleid,
der klein ist und doch singen kann
wie ein ganz Großer. Hört’s euch an!
Die Amsel staunt, der Fink horcht still,
der König singt laut, wie er will.
Man muss nicht groß sein, aber laut,
wenn man als Kleiner sich das traut.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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