Kategorie: Gedicht Leben

Nur ein Traum

Nur ein Traum *

Ich träum, ein alter Labersack
spielt mir einen Schabernack.
Er macht mir weis, es gäbe Streit
und Krieg jetzt in der Friedenszeit.
Ich wache auf, mein Herz klopft wild,
in meinem Kopf wächst schnell ein Bild
von Blut und Elend, Not und Tod
in Qualm umhüllt in einem Schlot.
Es löst sich auf, ich sehe klar,
bin froh, dass es ein Traum nur war.
Wie dumm auch, Krieg in unsrer Zeit?
Kein Mensch wär dazu doch bereit…?

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 22. Juni – Schabernack

Wandertag

Wandertag *

Der Weg ist steil und er ist weit
und kostet mich viel Kraft und Zeit
bergauf bergab durch Berg und Tal,
für Sofamenschen eine Qual.
Und wie ein Dampfross pruste ich
den Wanderfreunden hinterher.
Ich fühle mich sehr jämmerlich
und fehl am Platze immer mehr.
Beim nächsten Male, fällt mir ein,
sag ich zu Wandertagen „Nein!“

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 21. Juni – Dampfross

Firlefanz

Firlefanz *
Kindergedicht

Er prangt im Gold- und Silberglanz,
der Marktstand voller Firlefanz.
Wie sehr er funkelt, glitzert, strahlt!
Man könnte meinen, dass er prahlt
mit all dem Krempelkram und Tand
im kunterbunten Flohmarktland.
Hast du ihn auch schon mal gesehn?
Besuch ihn, bei ihm träumt’s sich schön.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 18. Juni –   Firlefanz

Abschiedsschmerz

Abschiedsschmerz *

Ich bin noch lange nicht bereit
zum Abschied von der schönen Zeit,
die es für mich gegeben hat,
mit dir, du wundervolle Stadt.
Mir dünkt, an eine Wiederkehr
schon bald, das glaube ich nicht sehr,
doch trag ich dich in meinem Herzen,
zum Trost für alle Abschiedsschmerzen.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 17. Juni – dünken

Zeit mit mir

Zeit mit mir *

Blauweißer Himmel im Sonntagsgewand,
blütenumduftet das Sommerland,
sitz ich im Scheine des flirrenden Lichts
und atme, genieße und tue sonst nichts.
Mit den Gedanken gelassen im Sein
lass ich mich gern auf mich selber heut ein.
Ich koste die Zeit nur mit mir lustvoll aus
und fühle mich angekommen, zuhaus.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 16. Juni – blütenumduftet

Die Suchende

Die Suchende *

Der Saft ist raus, die Energie
ist derzeit niedrig wie noch nie.
Die Suche hat mich sehr erschöpft,
ich fühle mich wie leer geschröpft.
Mein Licht glimmt einer Funzel gleich,
der Kopf so müd, die Wangen bleich.
Zur Atempause fehlt die Zeit,
der Weg zur Wahrheit ist noch weit.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 13. Juni – Funzel

Mutterseelenallein

Mutterseelenallein *

Mutterseelenallein.
Kein Mensch möchte es sein.
Gedanken daran machen Angst,
uns allen, mir, auch dir. Du bangst
nur leise, gibst es ungern zu,
denn Ehrlichkeit ist hier tabu.
Das Wort allein ist schon gemein.
Zum Dichten holpert es im Reim,
auch singt in ihm nur schwer ein Lied.
Es weigert sich und macht nicht mit.
So steht es hier, wie soll’s auch sein?,
und „stolpert“ mu-mutter-seelen-allein.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 11. Juni – mutterseelenallein

Schnell! Gäste kommen!

Schnell! Gäste kommen! *
Kindergedicht

Heute ist Sonntag, gleich kommen die Gäste
zu einem unserer Wohlfühlfeste,
auf das wir uns seit Tagen freu’n
und nun auch keine Mühe scheu’n.
Schnell noch putzen, wienern, backen,
Äpfel schälen, Nüsse knacken,
Kaffee mahlen, Sahne schlagen,
Leckereien für den Magen,
alle lecker, süß und frisch.
Geschafft! Wer deckt nun noch den Tisch?

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 8. Juni – wienern

Vom Grübeln

Vom Grübeln *
Kindergedicht

Du fühlst dich wirr, dein Kopf ist voll
und wie in einem Tollhaus toll.
Gedanken schlagen sich fast tot
und da, schon siehst du nur noch rot
und merkst, du hast dich wild verfranzt,
weil grad dein Hirn den Boogie tanzt.
Allein ein Päuschen hilft dir noch,
befreit dich von dem Grübeljoch!

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 3. Juni – Verfranzen

Andere Welten

Gedicht …….*

 

Andere Welten
Gedicht Fragen an das Leben

Gibt’s Worte, die noch ungesagt?
Musiken, die noch nie erklungen?
Gemälde, die noch nicht gemalt
und Lieder, die kein Mensch gesungen?

Gibt’s Farben, die noch keiner sah
und Reime, die noch ungeschrieben?
Auch Früchte, die noch keiner aß
und Düfte, die durch Träume fliegen?

Gibt es die Zeiten auf der Welt,
die voller Harmonie und Frieden,
die ohne Macht und ohne Geld
mit Menschen, die einander lieben?

Tief in mir drin, da schlummern sie
unendlich und für ew’ge Zeiten,
die da sind, doch erreichbar nie,
weit weg in andrer Welten Weiten.

© Elke Bräunling

Milchschaumtraum

Gedicht …….*

 

Milchschaumtraum
Heiteres Gedicht vom Genießen/ Kindergedicht

Er schmeckt so köstlich wie ein Traum
auf dem Kakao* aus Milch der Schaum.
Den Löffel tauch ich langsam nur
hinein und male erst als kleine Spur
ein weißes Herz, ganz winzig klein,
in diesen Berg aus Schaum hinein.
Dann schnuppere ich ganz im Genuss
den Duft, der süß schmeckt wie ein Kuss.
Und dann, dann endlich ist’s soweit:
Die Nase zuckt, der Mund ist weit
geöffnet für den Milchschaumtraum.
Nicht länger halt ich mich im Zaum
und schlabbre, schlecke, schnabulier,
bis ich fast den Verstand verlier.
Ich schwelge, doch schnell ist er leer,
der Becher, und ich gier’ nach mehr
Kakao mit leckrem Milchschaumtraum,
denn einer davon reicht mir kaum,
weil man auf einem Bein schlecht steht.
Nun rate, wie dies weiter geht.

* Kakao hier als Kakau aussprechen

© Elke Bräunling