Kategorie: Gedicht

Am Ende des Jahres

Am Ende des Jahres *
Gedicht zum Jahreswechsel –

Was soll ich heut schreiben?
Ich bin so leer.
Sie wollen nicht bleiben,
die Worte. Nicht mehr.

Das Jahr, dieses rüde,
ist bald vorbei.
Es machte mich müde
und wahrlich nicht frei.

Was wird uns erwarten.
Das neue Jahr
wird eins von den harten,
das ist jetzt schon klar.

Ich seufze nur leise
und gebe mich hin
nun zur neuen Reise
und suche den Sinn

© Elke Bräunling

Silvesternacht

Silvesternacht *
Gedicht zum Jahreswechsel –

Hallo du!
Mit Getöse bist du gekommen
und hast meine Gedanken mitgenommen
ins Neue,
das dem Alten gleicht.

Feuerfunken im Himmel
und Polizeitütatü,
Städte versinken im Rauch,
Menschengewimmel,
So bunt und so fremd wie noch nie
und Flattern im Bauch.

Hallo du!
Was wirst du uns mitgebracht haben?
Ein Hoffen, ein Winken, ein Darben
im Neuen,
das bald uns erreicht?

© Elke Bräunling

Raue Nächte, wilde Zeiten

Raue Nächte, wilde Zeiten *
Raunachtgedicht –

Raue Nächte
und Personen,
die sich wandeln
zurück in Menschen,
die sie mal waren
im Mutterleib.

Wilde Zeiten
und Widerstände
gegen Despoten
hinter Bildschirmen,
die noch meinen,
Herrscher zu sein.

Heiße Tage
im Erwachen
aus tiefem Schlafe.
Sorglos war gestern,
jetzt gilt’s zu kämpfen,
um frei zu sein.

Wach auf aus dem Schlafe!
Wach auf!
Das Heer, das wilde,
tobt durch die Zeiten …
Wach auf! Beeil dich!
Harmlos war gestern.

© Elke Bräunling

Noch mehr Gedichte zur Raunacht: Raunacht und Raue Nächte

Engelstraum

Engelstraum *
Adventsgedicht für Kinder

Ein Engelchen war da heut Nacht.
Es hat mir einen Traum gebracht
von einem Lied, das in der Welt
den Menschen überall gefällt,
ein Lied von Freude, Friedlichkeit
und einer stillen Weihnachtszeit
mit viel Gefühl und Harmonie
und einem Klang so schön wie nie,
als wär’s von Engeln wohl erdacht
für uns nicht nur zur heil’gen Nacht.

© Elke Bräunling

An die Ahnen

An die Ahnen *
Gedicht zu Allerseelen

So grau der Himmel, so schwer das Licht,
doch euer Strahlen verlöscht heute nicht.
Ihr leuchtet wie Sterne in stiller Nacht,
ein Funkeln, das leicht uns im Herzen macht.

Wir spüren euch in der tiefsten Ruh.
Eure Nähe gibt uns die Kraft dazu.
Ein Flüstern, das trägt, so sanft und so klar
für diesen Tag, der den Seelen so nah.

© Elke Bräunling

Der kalte Wandel

Der kalte Wandel *
Herbstgedicht für Melancholiker

Der Herbst trägt heute silbergrau,
die Sonne fühlt sich ausgebrannt.
Man fröstelt leicht, die Luft ist rau,
Es ist nicht schön, doch allbekannt,

wie schnell die warme Zeit vergeht
und Leichtigkeit im Wind verweht.
Der Mensch ist aufgebracht und denkt:
Dies Wetter will man nicht geschenkt.

So steht er da, frustriert, bedrückt
und hält den Wandel für verrückt,
der viel zu schnell kam und so bald.
Der Mensch seufzt tief. Ihm ist so kalt.

© Elke Bräunling

Bestandsaufnahme Oktober

Bestandsaufnahme Oktober *
Gedicht – Herbstgedanken mit einem Augenzwinkern –

Mit großen Schritten eilt das Jahr
so bald schon seinem Ende zu.
Man nimmt die Tage kaum noch wahr,
die Zeit, sie lässt nur wenig Ruh’.
Nun ist Oktober. Abschiedszeit
von Sommerdraußenleichtigkeit.
Die Türen zu, die Öfen glühn,
statt Blumen Schniefnasen, die blühn
und alles ist ganz anders nun.
Und eigentlich wär’s Zeit zum Ruhn.

© Elke Bräunling

September

September *
Kleines Gedicht zum Herbstanfang –

Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.

Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.

© Elke Bräunling

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose *
Gedicht zum Herbstanfang –

Zartes Flimmern lila-blass,
bescheiden klein im welken Gras,
duckt sich auf Wiesen dieser Tage,
die Herbstzeitlose, diese karge
kleine Blume, die uns kündet,
dass das Jahr im Herbst nun mündet.
Man erschrickt, wenn man sie sieht,
weil mit ihr auch die Wehmut blüht,
gepaart mit Sommerabschiedsschmerz,
ein lachend’ und ein weinend’ Herz.

© Elke Bräunling


 

Wandertag

Wandertag *

Der Weg ist steil und er ist weit
und kostet mich viel Kraft und Zeit
bergauf bergab durch Berg und Tal,
für Sofamenschen eine Qual.
Und wie ein Dampfross pruste ich
den Wanderfreunden hinterher.
Ich fühle mich sehr jämmerlich
und fehl am Platze immer mehr.
Beim nächsten Male, fällt mir ein,
sag ich zu Wandertagen „Nein!“

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 21. Juni – Dampfross

Firlefanz

Firlefanz *
Kindergedicht

Er prangt im Gold- und Silberglanz,
der Marktstand voller Firlefanz.
Wie sehr er funkelt, glitzert, strahlt!
Man könnte meinen, dass er prahlt
mit all dem Krempelkram und Tand
im kunterbunten Flohmarktland.
Hast du ihn auch schon mal gesehn?
Besuch ihn, bei ihm träumt’s sich schön.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 18. Juni –   Firlefanz

Abschiedsschmerz

Abschiedsschmerz *

Ich bin noch lange nicht bereit
zum Abschied von der schönen Zeit,
die es für mich gegeben hat,
mit dir, du wundervolle Stadt.
Mir dünkt, an eine Wiederkehr
schon bald, das glaube ich nicht sehr,
doch trag ich dich in meinem Herzen,
zum Trost für alle Abschiedsschmerzen.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 17. Juni – dünken