Eine rosarote Rose
schmückt die kleine alte Dose,
dieses Kleinod aus der Zeit,
als Opa Oma einst gefreit.
Heute steht’s in meinem Zimmer
und sein alter Glanz und Schimmer
in geheimnisvoller Scheu
erfreut mich jedes Mal aufs Neu.
Müde, matschig fühl ich mich
und tollpatschig tappe ich
missvergnügt, lahm durch den Tag
weil ich mich grad so gar nicht mag.
Dies sage ich ganz ungeschminkt,
auch, dass mir heute nichts gelingt,
und ich gestehe voller Frust:
Rien va plus und keine Lust.
Der Saft ist raus, die Energie
ist derzeit niedrig wie noch nie.
Die Suche hat mich sehr erschöpft,
ich fühle mich wie leer geschröpft.
Mein Licht glimmt einer Funzel gleich,
der Kopf so müd, die Wangen bleich.
Zur Atempause fehlt die Zeit,
der Weg zur Wahrheit ist noch weit.
Katerstimmung, die Mundwinkel hängen,
gallige Worte in schrillen Klängen,
Vorwürfe fliegen wild hin und her
wie stumpfe Pfeile, so sinnlos und leer.
Dieser Schlamassel ist vorprogrammiert
wie immer nach Wahlen und deplatziert.
Schuld sind die andern, das kennt man schon,
und das ganze Spiel wird wieder zum Hohn.
Mutterseelenallein.
Kein Mensch möchte es sein.
Gedanken daran machen Angst,
uns allen, mir, auch dir. Du bangst
nur leise, gibst es ungern zu,
denn Ehrlichkeit ist hier tabu.
Das Wort allein ist schon gemein.
Zum Dichten holpert es im Reim,
auch singt in ihm nur schwer ein Lied.
Es weigert sich und macht nicht mit.
So steht es hier, wie soll’s auch sein?,
und „stolpert“ mu-mutter-seelen-allein.
Du lächelst meine Zweifel weg
mit deinem kessen Charme.
Dir gram zu sein hat wenig Zweck,
dein Übermut, der macht mich zahm.
Du bist ein Schelm, das weißt du auch,
und lullst mich ein in deinen Bann,
und mir bleibt nicht einmal ein Hauch
von Widerstand. – Du machst mich an!
Es wird Abend, der Wald geht zur Ruh,
doch lausche und schaue ihm dabei mal zu.
Die Bewohner des Waldes sind lange noch wach
und treffen sich gerne zum Nachtgruß am Bach.
Dort tanzen und singen sie Lieder zur Nacht,
erzählen vom Tage, ein Elfenkind lacht,
und hörst du das Kichern vom murmelnden Bach?
Es klingt wie Musik einer Harfe, ganz schwach.
Die Luft steht kurz still, alle lauschen gebannt.
Es ist wie im Märchen. Hör zu, sei gespannt.
Sie reden wieder vom Krieg,
von Kämpfen für einen Sieg
mit Eifer und martialischen Plänen,
und eine Perlenkette aus Tränen
zieht über dein Antlitz. Du weinst
um dein friedliches Leben und meinst,
die hässlichen Schatten schon jetzt zu sehn,
glaubtest du doch, das würde nie wieder geschehn.
Alle schweigen, keiner regt sich,
es ist besser und bequem,
das Geschehen stumm zu sehn,
denn Kritik ist nicht genehm.
Und so klatscht man in der Menge,
schaut gebannt dem Unheil zu,
das hier herrscht mit hohler Strenge.
Keiner sagt etwas dazu.
Das erinnert uns doch leider,
und dies ist halt nun mal Fakt,
an den Kaiser ohne Kleider.
Der war splitterfasernackt.
Herr B. sprach stolz zu seinem Mündel,
nicht ohne Eigenlob und Dünkel,
wie wohl erlesen es doch sei,
das rechte Wort im Sprachenbrei.
„Mir dünkt, es hat doch mehr Gewicht
und steht auch wohl uns zu Gesicht,
wenn man gepflegt und sorgsam spricht
und das ist unsres Standes Pflicht.“
Er sprach noch viel an diesem Tag,
den man getrost vergessen mag.
Keiner liebt mich, keiner sieht mich,
ja, so steh ich hier allein,
und es ist mir gar betrüblich,
Mauerblümchen heut zu sein.
Und so warte ich und harre
wie das Veilchen im Asphalt,
hoffe, dass ich mich nicht narre
und du mich erlösest bald.
Du fühlst dich wirr, dein Kopf ist voll
und wie in einem Tollhaus toll.
Gedanken schlagen sich fast tot
und da, schon siehst du nur noch rot
und merkst, du hast dich wild verfranzt,
weil grad dein Hirn den Boogie tanzt.
Allein ein Päuschen hilft dir noch,
befreit dich von dem Grübeljoch!
Wort an Wort an Wort an Wort,
so geht es weiter immer fort
in vielen Reihen, seitenlang,
für dich hat jedes seinen Klang,
der dich beim Schmökern tief berührt
und weit in andre Welten führt.
Lies doch mal mit und sei dabei!
Ein Buch macht klug und froh und frei.
Milchschaumtraum Heiteres Gedicht vom Genießen/ Kindergedicht
Er schmeckt so köstlich wie ein Traum
auf dem Kakao* aus Milch der Schaum.
Den Löffel tauch ich langsam nur
hinein und male erst als kleine Spur
ein weißes Herz, ganz winzig klein,
in diesen Berg aus Schaum hinein.
Dann schnuppere ich ganz im Genuss
den Duft, der süß schmeckt wie ein Kuss.
Und dann, dann endlich ist’s soweit:
Die Nase zuckt, der Mund ist weit
geöffnet für den Milchschaumtraum.
Nicht länger halt ich mich im Zaum
und schlabbre, schlecke, schnabulier,
bis ich fast den Verstand verlier.
Ich schwelge, doch schnell ist er leer,
der Becher, und ich gier’ nach mehr
Kakao mit leckrem Milchschaumtraum,
denn einer davon reicht mir kaum,
weil man auf einem Bein schlecht steht.
Nun rate, wie dies weiter geht.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
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