Kategorie: Gedicht

Firlefanz

Firlefanz *
Kindergedicht

Er prangt im Gold- und Silberglanz,
der Marktstand voller Firlefanz.
Wie sehr er funkelt, glitzert, strahlt!
Man könnte meinen, dass er prahlt
mit all dem Krempelkram und Tand
im kunterbunten Flohmarktland.
Hast du ihn auch schon mal gesehn?
Besuch ihn, bei ihm träumt’s sich schön.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 18. Juni –   Firlefanz

Abschiedsschmerz

Abschiedsschmerz *

Ich bin noch lange nicht bereit
zum Abschied von der schönen Zeit,
die es für mich gegeben hat,
mit dir, du wundervolle Stadt.
Mir dünkt, an eine Wiederkehr
schon bald, das glaube ich nicht sehr,
doch trag ich dich in meinem Herzen,
zum Trost für alle Abschiedsschmerzen.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 17. Juni – dünken

Die Suchende

Die Suchende *

Der Saft ist raus, die Energie
ist derzeit niedrig wie noch nie.
Die Suche hat mich sehr erschöpft,
ich fühle mich wie leer geschröpft.
Mein Licht glimmt einer Funzel gleich,
der Kopf so müd, die Wangen bleich.
Zur Atempause fehlt die Zeit,
der Weg zur Wahrheit ist noch weit.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 13. Juni – Funzel

Nach der Wahl

Nach der Wahl *

Katerstimmung, die Mundwinkel hängen,
gallige Worte in schrillen Klängen,
Vorwürfe fliegen wild hin und her
wie stumpfe Pfeile, so sinnlos und leer.
Dieser Schlamassel ist vorprogrammiert
wie immer nach Wahlen und deplatziert.
Schuld sind die andern, das kennt man schon,
und das ganze Spiel wird wieder zum Hohn.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 12. Juni – Schlamassel

Mutterseelenallein

Mutterseelenallein *

Mutterseelenallein.
Kein Mensch möchte es sein.
Gedanken daran machen Angst,
uns allen, mir, auch dir. Du bangst
nur leise, gibst es ungern zu,
denn Ehrlichkeit ist hier tabu.
Das Wort allein ist schon gemein.
Zum Dichten holpert es im Reim,
auch singt in ihm nur schwer ein Lied.
Es weigert sich und macht nicht mit.
So steht es hier, wie soll’s auch sein?,
und „stolpert“ mu-mutter-seelen-allein.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 11. Juni – mutterseelenallein

Im Wald zur Abendstunde

Im Wald zur Abendstunde *
Kindergedicht

Es wird Abend, der Wald geht zur Ruh,
doch lausche und schaue ihm dabei mal zu.
Die Bewohner des Waldes sind lange noch wach
und treffen sich gerne zum Nachtgruß am Bach.
Dort tanzen und singen sie Lieder zur Nacht,
erzählen vom Tage, ein Elfenkind lacht,
und hörst du das Kichern vom murmelnden Bach?
Es klingt wie Musik einer Harfe, ganz schwach.
Die Luft steht kurz still, alle lauschen gebannt.
Es ist wie im Märchen. Hör zu, sei gespannt.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 9. Juni – Bachgemurmel

Hässliche Schatten

Hässliche Schatten *

Sie reden wieder vom Krieg,
von Kämpfen für einen Sieg
mit Eifer und martialischen Plänen,
und eine Perlenkette aus Tränen
zieht über dein Antlitz. Du weinst
um dein friedliches Leben und meinst,
die hässlichen Schatten schon jetzt zu sehn,
glaubtest du doch, das würde nie wieder geschehn.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 7. Juni – Antlitz

Die nackte Kritik

Die nackte Kritik *

Alle schweigen, keiner regt sich,
es ist besser und bequem,
das Geschehen stumm zu sehn,
denn Kritik ist nicht genehm.
Und so klatscht man in der Menge,
schaut gebannt dem Unheil zu,
das hier herrscht mit hohler Strenge.
Keiner sagt etwas dazu.
Das erinnert uns doch leider,
und dies ist halt nun mal Fakt,
an den Kaiser ohne Kleider.
Der war splitterfasernackt.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 6. Juni – splitterfasernackt

Vornehm ausgedrückt

Vornehm ausgedrückt *

Herr B. sprach stolz zu seinem Mündel,
nicht ohne Eigenlob und Dünkel,
wie wohl erlesen es doch sei,
das rechte Wort im Sprachenbrei.
„Mir dünkt, es hat doch mehr Gewicht
und steht auch wohl uns zu Gesicht,
wenn man gepflegt und sorgsam spricht
und das ist unsres Standes Pflicht.“
Er sprach noch viel an diesem Tag,
den man getrost vergessen mag.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 5. Juni – dünken