Kategorie: Kindergedicht

Blätterherbst

Blätterherbst *
Das klitzekleine Kindergedicht vom Herbstbeginn –

Die Bäume träumen tief den Traum
vom Sommerlicht, sie spüren kaum,
wie sich der Herbst ins Land nun schleicht
und es mit seinem Bunt bestreicht.
Ein Tupfer Rot, ein Schimmer Gold,
ganz zart, als hätt’s der Wind gewollt,
und eines Morgens staunt manch’ Baum.
„Der Herbst ist da! Man glaubt es kaum!“

© Elke Bräunling

Haselnüsschen

Haselnüsschen *
Spaßgedicht für Kinder –

Der Haselstrauch am Flüsschen
hängt wieder voller Nüsschen,
und alle Mäuse freuen sich
am reich gedeckten Haseltisch.

Auf sanften Trippelfüßchen
mit einem lieben Grüßchen
kommt noch ein Gast mit an den Tisch.
Es ist das Eichhorn Squirrelsquish. *

Es hat ein Nüsse-Lüstchen
und spreizt gespannt sein Brüstchen,
doch Nüsse gibt’s gerade kaum,
es hängen viele noch am Baum.

„Ich gebe euch ein Küsschen
für nur einzig’ Nüsschen“,
sagt es und lacht die Mäuse an,
weil es am besten betteln kann.

„Dort oben sind die Früchtchen
hoch in des Strauches Lüftchen.
Drum klettere du in den Strauch
und sammle sie – für uns gleich auch.“

Dies sagen ihm die Mäuschen
nach einem Nachdenkpäuschen.
Das Eichhorn brummelt: „Ich verzicht’,
denn Klettern mag ich heute nicht.“

Laut lachen alle Nüsschen
im Strauch nun hier am Flüsschen.
Da kommt der Wind und pustet fest
und runter fällt der ganze Rest.

Der Haselstrauch am Flüsschen
verliert so alle Nüsschen
und alle Tiere sind bald satt
und nun vom Nüssefuttern matt.

*Squirrel heißt das Eichhörnchen auf Englisch,
squisch heißt u.a. quietschen

© Elke Bräunling

Die erste Kastanie

Die erste Kastanie *
Herbstgedicht für Kinder –

Die erste Kastanie fällt früh aus dem Baum.
Sie träumte vom Fliegen, doch bleibt es ein Traum.
„Ich weiß nicht“, ruft sie nun, „wie mir geschieht.
Hier lieg ich im Grase, wo keiner mich sieht.“

Sie fühlt sich alleine und es ist ihr bang.
Die anderen hängen am Baume noch lang.
„Was soll nun werden, ich bin ja noch klein.
Ich möchte so gern unter Freunden jetzt sein.“

Da kommt ein Kind und es jubelt ganz laut:
„Was für eine Freude! Kommt alle und schaut!
Die erste Kastanie, heißt es, die bringt Glück,
wenn ich sie mir hole und mich nach ihr bück.“

„Hurra, liebes Kind! Oh, lass mich bei dir sein.
Schon sind wir beide nicht mehr so allein“,
ruft die Kastanie. Dann schmiegt sie sich sacht
in eine Kinderhand, freut sich und lacht.

© Elke Bräunling

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist? *
Kindergedicht und -lied –

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Sonne ist’s, die Sonne ist’s!
Sie kann mit ihren schrägen Strahlen
immer längre Schatten malen.
Kurz und kürzer wird die Zeit.
Der Herbst hält sich bereit.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Blumen sind’s, die Blumen sind’s!
Sieh nur ihre starken Farben,
die sie nun auf einmal haben.
Wie Laternen leuchten sie
wie sonst im Jahre nie.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Bäume sind’s, die Bäume sind’s!
Welke Blätter murmeln leise:
„Wir gehn bald nun auf die Reise.
Das ist unsere Natur
auf dieser Zeitenuhr.“

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Vögel sind’s, die Vögel sind’s!
Kaum noch hört man jetzt ihr Singen,
wenn sie sich gen Himmel schwingen.
Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit,
denn ihr Weg ist weit.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Welt ist’s, die Welt ist’s!
Alle freu’n sich auf die Zeiten,
denn der Herbst hat schöne Seiten,
und dass er sich selbst gefällt,
das weiß wohl alle Welt.

© Elke Bräunling

Kleines Herbstlied für kleine Leute

Kleines Herbstlied für kleine Leute *
Herbstgedicht/Kinderlied zum Herbst –

Der Herbst zieht leise ein ins Land.
Er nimmt uns freundlich an der Hand
und zeigt uns seine bunte Welt,
die schön ist und die uns gefällt.

Komm mit und sieh dich bei ihm um
und staune, was nun reift ringsum.
Fast jeder Tag ist Erntetag
und jeder erntet, was er mag.

Die Äpfel reifen, rot und rund,
auch Birnen, Trauben, süß und bunt.
Zum Naschen lädt der Herbst uns ein
und seine Schätze schmecken fein.

Die Sonne zeigt sich nicht mehr lang
und immer kleiner wird ihr Gang
am Himmel weiter durch die Zeit,
der Nebelherbst steht schon bereit.

Das ist nicht schlimm, denn nun beginnt
die Kuschelzeit, die jedes Kind
von Herzen über alles liebt
und die’s im Herbst sehr oft auch gibt.

© Elke Bräunling

Sonnenblumenblütenmeer

Sonnenblumenblütenmeer *
Kindergedicht Sonnenblumen/Sonnenblumenlied –

Lass uns Sonnenblumen malen,
die in hellen Farben strahlen,
Blütenköpfe, üppig, schwer
im Sonnenblumenblütenmeer.

Ihre Blüten sehn wir immer,
sie blühn nun in unserm Zimmer
an den Wänden golden hell
und leuchtend bunt in Aquarell.

Und an dunklen Wintertagen
müssen wir uns nicht beklagen,
denn die Blütensonne scheint,
auch wenn der Himmel Flöckchen weint.

© Elke Bräunling

Sommerregen in den Bergen

Sommerregen in den Bergen *
Kindergedicht –

Sommerregen. Leise gurgeln
kleine Bäche flink zum Tal
durch die Wiesen, über Wege
weiter abwärts, sanft und rege,
hörst du ihr beständig’ Murmeln.
Lausche ihnen einfach mal,
wie sie über Steine springen,
es klingt wie ein leises Singen,
so, als hätten sie viel Spaß.
Später träumen sie: „Schön war`s!“

© Elke Bräunling

Schlafe, kleines Kätzchen

Schlafe, kleines Kätzchen *
Abendlied für Kinder –

Psst! Sei ganz leise,
mucksmäuschenstill,
weil unser Kätzchen
nun schlafen will.

Hörst du es atmen
in Seelenruh
friedlich und ruhig.
Psst! Schau ihm zu.

Willst du’s ihm gleichtun?
Leg dich zur Ruh.
Folge dem Kätzchen
und schlafe auch du.

Refrain:
Schlafe, kleines Kätzchen, schlafe
und träume tief und süß
von deinen Katzenfreunden
im Träumeparadies.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 19. Juni –  mucksmäuschenstill

Schnell! Gäste kommen!

Schnell! Gäste kommen! *
Kindergedicht –

Heute ist Sonntag, gleich kommen die Gäste
zu einem unserer Wohlfühlfeste,
auf das wir uns seit Tagen freu’n
und nun auch keine Mühe scheu’n.
Schnell noch putzen, wienern, backen,
Äpfel schälen, Nüsse knacken,
Kaffee mahlen, Sahne schlagen,
Leckereien für den Magen,
alle lecker, süß und frisch.
Geschafft! Wer deckt nun noch den Tisch?

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 8. Juni – wienern

Obacht

Obacht *
Ein Rätselgedicht für Kinder –

Du bist unterwegs, doch du bist nicht allein.
Herr Obacht wird an deiner Seite sein,
Wie ein Schutzengel flüstert er leis in dein Ohr:
„Pass auf! Walte Vorsicht und sieh dich stets vor!“
Du siehst, er ist wichtig, er passt auf dich auf.
Nun rate! Wer ist er? Bestimmt kommst du drauf.

© Elke Bräunling

„Obacht“ ist ein altes Wort, das übersetzt „Passt auf!“ bedeutet. Im süddeutschen Raum und in Österreich gehört es noch heute zur Alltagssprache

#Aktion juniverse2024 – 1. Juni – Obacht