Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.
Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.
Reden mit Samthandschuhen *
Gedicht mit Zeitkritik –
Meine Zunge trägt einen Handschuh aus Samt
in den schillernden Farben meiner Gedanken,
die so lebhaft sind und dennoch gebannt
hinter undurchdringbaren Schranken.
Eine Schweigebarriere für viele Worte,
die nun für immer vielleicht ungesagt.
Versunken, verloren auch all jene Orte,
an denen man sich nicht mehr zu äußern wagt.
Ich fühle mich einsam selbst unter Freunden.
Es ist wie ein Sprint auf löchrigem Eis,
ein haltloses Fliehen in zynische Pointen.
Der Rückzug in Einsamkeit ist der Preis.
All das Ungesagte schlägt Saltos in mir,
verstopft meine Seele und martert den Geist.
Ich spüre, im Innern zerreißt es mich schier,
dies Ohnmachtsgefühl, das Unfreiheit heißt.
Himmelsglück 2024 * Kleines Gedicht zum blauen Himmel –
Staunend der Blick in den Morgenhimmel.
Ein schimmerndes Blau und kein Streifengewimmel.
Nur silberblau, ein bisschen auch violett,
ein paar Federwölkchen, nett und adrett.
Verschwunden das Falsche, der Schmutz und das Grau.
„Versprochen!“, raunt leise er. „Ich bleib heut blau.“
Mein Herz pocht schneller, mein Wunsch ist erfüllt.
Er ist nicht mit künstlichen Schleiern vermüllt
und so manch einer staunt heute: „Wie wahr! Oh, wie wahr!
Dies Himmelblau hatten wir selten im Jahr.“
Und so freut man bescheiden sich ein kleines Stück
für dieses Wunder, dies Himmelsglück.
Zartes Flimmern lila-blass,
bescheiden klein im welken Gras,
blüht auf Wiesen dieser Tage,
die Herbstzeitlose, diese karge
kleine Blume, die uns kündet,
dass das Jahr im Herbst nun mündet.
Man erschrickt, wenn man sie sieht,
weil mit ihr die Wehmut blüht,
mit Sommersonnenabschiedsschmerz,
ein lachend’ und ein weinend’ Herz.
Was, wenn Ängste sprechen? * Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –
Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?
Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?
Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?
Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?
Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?
Sommerregen. Leise gurgeln
kleine Bäche flink zum Tal
durch die Wiesen, über Wege
weiter abwärts, sanft und rege,
hörst du ihr beständig’ Murmeln.
Lausche ihnen einfach mal,
wie sie über Steine springen,
es klingt wie ein leises Singen,
so, als hätten sie viel Spaß.
Später träumen sie: „Schön war`s!“
Zappenduster ist’s noch nicht
und doch sieht man, wie Licht
ganz unbemerkt an Kraft verliert,
wie’s kühl wird und die Seele friert
aus Lethargie und Bitterkeit
und tiefer Hoffnungslosigkeit.
Wir dürfen nur nicht resigniern.
Wer jetzt nicht kämpft, der kann verliern.
Es gilt, vereint voraus zu gehn,
dem Bösen kühn zu widerstehn
mit Boykott und Widerstand
für uns, die Zukunft, unser Land.
Sie sirren und summen,
sie surren und brummen
und piesacken stur meinen Geist.
Sie bohren und plagen
oft an vielen Tagen
und malträtieren mich dreist.
Wie Fliegen, all diese unsel’gen Gedanken,
die mich umkreisen mit gierigen Pranken,
ich höre verzweifelt selber mir zu –
und dann, auf einmal, ist wieder Ruh.
Oft sagt die Oma „Nimmermehr“,
wenn sie von früher spricht.
Sie sagt es oft sehr tränenschwer,
weil es so viel aus ihrer Sicht
heut nicht mehr gibt in unsrer Welt,
was Oma schmerzt und auch missfällt.
„Die gute alte Zeit“, seufzt sie, „ist lange her.
Sie findet man heut nimmermehr.“
Sie reden und reden in einer Tour
und es sind doch alles Lügen nur,
die sie uns ohne Scham präsentieren.
Man hört, wie sehr sie danach gieren,
die Macht zu erlangen über Volk und Land
und die Menge lauscht ihren Worten gebannt.
Der Kluge denkt: Was für ein Brimborium,
so widerwärtig, verlogen und … dumdideldumm.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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