Schlagwort: Gedicht

Am Ende des Jahres

Am Ende des Jahres *
Gedicht zum Jahreswechsel –

Was soll ich heut schreiben?
Ich bin so leer.
Sie wollen nicht bleiben,
die Worte. Nicht mehr.

Das Jahr, dieses rüde,
ist bald vorbei.
Es machte mich müde
und wahrlich nicht frei.

Was wird uns erwarten.
Das neue Jahr
wird eins von den harten,
das ist jetzt schon klar.

Ich seufze nur leise
und gebe mich hin
nun zur neuen Reise
und suche den Sinn

© Elke Bräunling

Abschiedsschmerz

Abschiedsschmerz *

Ich bin noch lange nicht bereit
zum Abschied von der schönen Zeit,
die es für mich gegeben hat,
mit dir, du wundervolle Stadt.
Mir dünkt, an eine Wiederkehr
schon bald, das glaube ich nicht sehr,
doch trag ich dich in meinem Herzen,
zum Trost für alle Abschiedsschmerzen.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 17. Juni – dünken

Die nackte Kritik

Die nackte Kritik *

Alle schweigen, keiner regt sich,
es ist besser und bequem,
das Geschehen stumm zu sehn,
denn Kritik ist nicht genehm.
Und so klatscht man in der Menge,
schaut gebannt dem Unheil zu,
das hier herrscht mit hohler Strenge.
Keiner sagt etwas dazu.
Das erinnert uns doch leider,
und dies ist halt nun mal Fakt,
an den Kaiser ohne Kleider.
Der war splitterfasernackt.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 6. Juni – splitterfasernackt

Vornehm ausgedrückt

Vornehm ausgedrückt *

Herr B. sprach stolz zu seinem Mündel,
nicht ohne Eigenlob und Dünkel,
wie wohl erlesen es doch sei,
das rechte Wort im Sprachenbrei.
„Mir dünkt, es hat doch mehr Gewicht
und steht auch wohl uns zu Gesicht,
wenn man gepflegt und sorgsam spricht
und das ist unsres Standes Pflicht.“
Er sprach noch viel an diesem Tag,
den man getrost vergessen mag.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 5. Juni – dünken

Vom Grübeln

Vom Grübeln *
Kindergedicht

Du fühlst dich wirr, dein Kopf ist voll
und wie in einem Tollhaus toll.
Gedanken schlagen sich fast tot
und da, schon siehst du nur noch rot
und merkst, du hast dich wild verfranzt,
weil grad dein Hirn den Boogie tanzt.
Allein ein Päuschen hilft dir noch,
befreit dich von dem Grübeljoch!

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 3. Juni – Verfranzen

Gespalten

Gedicht …….*

 

Gespalten

Deine Sprache ist nicht mehr meine.
Wir verstehen uns plötzlich nicht mehr.
Deine Wahrheit ist bloß die eine
und ändert sich von der meinen nun sehr.

Wir können nicht mehr diskutieren.
Das, was du sagst, entfacht in mir Wut.
Wir sehn, wie sich Lügen summieren,
und plötzlich ist gar nichts mehr für uns gut.

In Freundschaft ist Kälte gekrochen.
Das alte Versprechen auch ohne Wort
hat nun diese Zeit uns gebrochen.
Ich gehe am besten mir ihr von dir fort.

Was konnte uns bloß so sehr spalten?
Das neue „Anders“ kam überrascht.
Sind wir denn nun nicht mehr die Alten,
nachdem wir an fremden Ideen genascht?

© Elke Bräunling