Schlagwort: Leben

Vom Denken


Vom Denken
Kleine „Denkerei“

Manchmal denk’ ich, ich denke zu viel,
als wäre das Denken nichts als ein Spiel,
das die Zeit in Stücke zerteilt, verweilt
und hastig dann weiter und weiter eilt
Stück für Stück durch Tag und durch Nacht
im Banne aller Gedanken Macht.
Manchmal denk’ ich, ich fühle sie auch,
als Bündel von Schmerz und von Freude im Bauch,
und voll Liebe nehme ich sie in den Arm,
die Gedanken, sie nähren mich, halten mich warm.

© Elke Bräunling

illustration Soitzende Frau mit Gedankenblasen + Gedichttext

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Seelenstriptease einer Zeit

Illustration Gestalt wächst aus dem Rauch über einer Landschaft, ausgeknipste Lampe am Himmel, Uhr, Kreise - dies alles etwas abstrakt

Seelenstriptease einer Zeit
Zeitkritisches Gedicht

Urplötzlich ist die Lampe ausgeknipst.
Dünn wird die Haut und das Gewand.
Man schwankt und fühlt sich wie beschwipst
und rastlos in der Zeit gebannt.

Die eine Welt zwischen dem Zeitenspiel
in heimlicher Verborgenheit,
und doch zeigt sich von ihr so viel
im Endspiel der Verlogenheit.

Der Zwang zur Lethargie trägt Maulkorb nun,
die Übelmacht hat sich verzockt.
Voll Arroganz im bösen Tun
hat sie das Ding gründlichst verbockt.

Ein Schweben, ziellos nun durch Zeit und Raum,
zieht Kreise wie ein stummer Hauch.
Zerplatzt der alte finstre Traum,
und Hoffnung steigt aus kaltem Rauch.

© Elke Bräunling

Elke Bräunling & Balz Burch

 

 

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Das Säuseln der Zeit

Das Säuseln der Zeit *
Gedicht –  Kleine Zeitverschiebung –

Es säuselt leis, als hätt die Zeit
sich heimlich aus dem Staub gemacht.
Als hätt der Blick, so fern, so weit,
ein neues Bild sich grad erdacht.

Ringsum ist’s still. Kein Mensch, kein Plan.
Der Wind schweigt. Nichts bewegt sich sacht.
Der Wald hält kurz den Atem an,
als wäre er neu aufgewacht.

© Elke Bräunling

#juniverse2015 – Säuseln

Verwurzelt

Verwurzelt *
Gedicht – Von den Wurzeln –

Der Baum steht da seit vielen Jahren
und kennt die Zeiten, wie sie waren.
Die Wurzeln halten seinen Stand
behütend wie ein festes Band.
Und auch wir Menschen sind wie Bäume.
Das Leben pulst in uns, die Träume
und all das, was uns Halt verspricht –
nur sieht man’s außen oftmals nicht.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Wurzelwerk

 

Die Sprache des Waldes

Die Sprache des Waldes *
Gedicht vom Rascheln und den Geräuschen im Wald –

Wenn’s ringsum raschelt, knackt im Wald
und wenn ein Knistern leise hallt,
wenn’s flüstert unter jedem Baum,
so ist das mehr als nur ein Traum.

Dann bleibe stehn und lausche still,
was dir der Wald erzählen will
von einer ganz besondr’en Welt,
verborgen unterm Blätterzelt:

Ein Hase huscht. Ein Füchslein schnaubt.
Ein Blatt beschwert sich, weil’s verstaubt.
Der Wind pfeift Lieder im Geäst,
was Blätter heimlich tanzen lässt.

Die Bäume schäkern wie verliebt,
und aus dem Nest ein Vöglein fiept.
Da raschelt’s wieder und ein Reh
nascht gierig rasch ein bisschen Klee.

Ein Rauschen hier, ein Flüstern da,
mal aus der Ferne, mal ganz nah,
und wer des Waldes Sprache spürt,
bleibt lange still und tief berührt.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Rascheln
Reihe „Waldgedichte“

Spuren

Spuren *
Gedicht von den Spuren im Wald –

Unterwegs im Wald auf Touren
siehst du überall die Spuren
auf dem Boden, zahllos schier,
Abdrücke von Mensch und Tier.
Viele große, kleine Füße
bleiben hier fast so wie Grüße
mit der Botschaft: „Hier war ich –
und vielleicht treff´ ich auch dich!“

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Spuren
Reihe „Waldgedichte“