Kategorie: Gedicht Trauerarbeit

Glaub bloß nicht, dass ich traurig bin


Illustration Frau sitzt am Fenster und blickt in den Himmel zu den Sternen hinauf

Glaub bloß nicht, dass ich traurig bin
Gedicht Gefühle

Ich mag nichts sehn und hörn und riechen.
Nicht heut. Ich fühle mich allein.
Am liebsten möcht ich mich verkriechen
und nur mit mir zusammen sein.

Ich lausche meiner Herzensstimme,
die mir so viel von uns erzählt.
Ein Echolot für meine Sinne,
das sucht, was mir gerade fehlt.

Wärst du jetzt da, würdest du lachen,
ein Grübchen tanzt’ in deinem Kinn.
Wir flögen auf dem Sternendrachen
zu unsren Galaxien hin.

Doch unsre Zeiten sind begraben.
Für Träumereien fehlt der Sinn.
Mein Leben malt nun andre Farben.
Glaub bloß nicht, dass ich traurig bin.

© Elke Bräunling

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Balz Burch hat dieses Gedicht für euch vertont
❤️

(Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch)

Kleine Seele, weine

Kleine Seele, weine *
Kleines Trostgedicht für Kinder –

Kleine Seele, weine.
Du bist nicht alleine.
Der Mond, er hört dir zu,
die Sonne, Wolken, Sterne,
sie alle spenden gerne
dir neue Seelenruh.
Kleine Seele, lache,
du darfst auch fröhlich sein.
Lieben darfst du, kuscheln, lachen.
Träum dir einen Zauberdrachen,
der an deiner Seite weilt
und dir deinen Kummer heilt.

© Elke Bräunling

Flecke auf der Seele

Flecke auf der Seele *
Gedicht zu den Attentaten –

Ich solle nicht schwermütig werden,
wenn mich der Tod eines andern berührt.
Es gehe stets weiter, dies Leben auf Erden.
Wen kümmert es, was ich gerade gespürt?

Auch soll ich Gefühle nicht zeigen,
sagst du und wischst meine Worte schnell weg.
Nicht denken, nicht reden, bequemer ist schweigen.
Und wieder wächst auf meiner Seele ein Fleck.

Er ist schon ganz dunkel geworden,
der Ort, der das Licht meiner Seele bewahrt,
verstopft mit Gefühlen, verlorenen Worten,
die die Gleichgültigkeit achtlos mit Füßen trat.

© Elke Bräunling

Mutterseelenallein

Mutterseelenallein *

Mutterseelenallein.
Kein Mensch möchte es sein.
Gedanken daran machen Angst,
uns allen, mir, auch dir. Du bangst
nur leise, gibst es ungern zu,
denn Ehrlichkeit ist hier tabu.
Das Wort allein ist schon gemein.
Zum Dichten holpert es im Reim,
auch singt in ihm nur schwer ein Lied.
Es weigert sich und macht nicht mit.
So steht es hier, wie soll’s auch sein?,
und „stolpert“ mu-mutter-seelen-allein.

© Elke Bräunling

#juniverse2024 – 11. Juni – mutterseelenallein

Gespalten

Gedicht …….*

 

Gespalten

Deine Sprache ist nicht mehr meine.
Wir verstehen uns plötzlich nicht mehr.
Deine Wahrheit ist bloß die eine
und ändert sich von der meinen nun sehr.

Wir können nicht mehr diskutieren.
Das, was du sagst, entfacht in mir Wut.
Wir sehn, wie sich Lügen summieren,
und plötzlich ist gar nichts mehr für uns gut.

In Freundschaft ist Kälte gekrochen.
Das alte Versprechen auch ohne Wort
hat nun diese Zeit uns gebrochen.
Ich gehe am besten mir ihr von dir fort.

Was konnte uns bloß so sehr spalten?
Das neue „Anders“ kam überrascht.
Sind wir denn nun nicht mehr die Alten,
nachdem wir an fremden Ideen genascht?

© Elke Bräunling


Energien der Nacht

Gedicht …….*

 

Energien der Nacht

Nachts am Fenster.
Ich blicke zu dir hinüber,
lächle dir zu
und spüre die Liebe,
die mich durchströmt.
Und du, du winkst mir zurück
mit deinen Zweigen.
Ein Moment der Magie
zwischen dir und mir
und ich sehe,
wie sich unsere Energien
berühren, verschmelzen und
wie sie Hand in Hand
die Wanderung durch die Nacht
antreten.
Schlaf gut, Birke!

© Elke Bräunling