Autor: Elke

Das Häschen und der komische Vogel

Das Häschen und der komische Vogel
Frühlingsgedicht vom Hasen und dem Storch

„Wer bist du?“, fragt das Hasenkind,
das fremde große Tier.
„Klapp klapp!“, so antwortet der Storch
„Ab heute wohn ich hier.

Weitab vom Süden komm ich her
aus einem fernen Land.
Den Winter hab ich dort verbracht
am warmen Meeresstrand.“

Das Häschen staunt. Es ist auch so
dass es nicht ganz versteht,
woher der fremde Vogel kommt
und wohin er nun geht.

„Es ist mir gleich“, sagt es daher.
„Warm ist es heut auch hier.
Du hast den Frühling mitgebracht,
und dafür dank ich dir.“

„Das hab ich für dich gern getan,
klapp, klapp, nun such ich mir
für meine liebe Frau und mich
ein luftiges Quartier.“

So sprach der Storch und macht: Klapp! Klapp!
Das Häschen stimmt mit ein.
Ein Vogel, der den Frühling bringt,
kann schon sehr komisch sein.

© Elke Bräunling

Frieden ist bunt

Frieden ist bunt *
Friedensgedicht für Kinder –

Ich mal den Frieden, er ist bunt
und in den Formen ist er rund.
Weil er so sanft ist, nehm ich Blau,
dazu ein ganz zartes Silbergrau.

Ich male Grün wie die Natur,
Orange auch eine kleine Spur,
Dann Rot. Es wärmt und macht mir Mut,
und Gelb, dann fühle ich mich gut.

Ich male einen großen Kreis
mit bunten Tupfern und viel Weiß,
und alle Farben haben Platz,
auch ein paar Worte und ein Satz.

Und der sagt: „Frieden jeden Tag,
weil Frieden bunte Farben mag,
so bunt, wie alle Herzen sind,
und das wünscht sich auch jedes Kind.“

© Elke Bräunling

Das Feuer des Wahnsinns

Das Feuer des Wahnsinns
Weißt du noch? Damals, der Krieg?
Friedensgedicht und Song

Weißt du noch, wenn Opa erzählte
vom Krieg und von dieser grausamen Zeit,
in der er auf Menschen schießen musste,
ihnen Schmerzen zufügte, Kummer und Leid.
Fremde Menschen, die nie er gekannt,
waren im Feuer der Kriegswut verbrannt.

Weißt du noch, wenn Oma erzählte
von Nächten im Krieg mit Bombenalarm,
vollen Bunkern und schreienden Kindern,
verzerrt die Gesichter voll Furcht und voll Gram.
Mit Nöten, die sie so nie gekannt,
war sie zum Hoffen und Bangen verdammt.

Weißt du noch, wenn Nachbarn erzählten
von ihrer Flucht und von Feinden gejagt
schutzlos zu Fuß auf eisigen Wegen,
von Hunger, Kälte und Schmerzen geplagt.
Ein Elend, das sie noch nie gekannt,
verloren, was sie einst Heimat genannt.

Hörst du heut die Kriegstreiber schreien
nach Waffen, Soldaten, Geld für den Krieg?
Neu entflammt ist das Spiel mit dem Feuer
und all das, worüber man jahrelang schwieg.
Schon wieder am Abgrund, von neuem entbrannt
das Feuer des Wahnsinns in unserem Land.

© Elke Bräunling

 

Balz Burch hat das Gedicht in einen eindrucksvollen Friedenssong verzaubert. Hör rein und wach auf!

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

Der karierte Himmel

Der karierte Himmel *
Gedicht – Alles ganz normal –

Der Himmel zieht gerade Streifen
und sieht bald aus fast wie kariert.
Die Menschen können’s kaum begreifen.
„So ‚was wär früher nie passiert.“

In früh’ren Zeiten hatten Wolken
noch runde Formen, keinen Strich,
dem alsbald Nebelschleier folgen
und Wolkenfetzen im Gemisch.

Und dann hängt eine träge Masse
am Himmel fett wie Wolkenbrei,
dahinter Sonnenstrahlen, blasse,
im grauen Himmelseinerlei.

Die Menschen machen große Augen.
Das Blau ist weg, die Laune auch.
Das Wetter will wohl nicht recht taugen –
vom klaren Blick bleibt nur ein Hauch.

Wozu noch Zeit an Fragen schenken?
Es ist doch alles ganz normal.
Man sollte positiv wohl denken –
und alles and’re ist egal.

© Elke Bräunling

Frühling ruft

Frühling ruft *
Frühlingsgedicht für Groß und Klein –

„Wach auf!“, ruft es vom Boden her.
„Das große Fest beginnt schon bald!
Hörst du das leise Flüstern hier
und ringsumher in Feld und Wald?“

Ich lausche, staune, blicke auf.
Der Winter hält hier noch Regie,
doch hör ich in des Baches Lauf
ein Klingen voller Harmonie.

Ein Knacken hier, ein Rascheln da,
als tanzten Elfen auf zum Fest,
ein Vogelchor singt, hell und klar,
der müde Seelen jubeln lässt.

Ich halte still und atme ein
die Luft, das Licht, den süßen Duft.
Und leise kichert es vom Hain:
„Hörst du es endlich? Frühling ruft!“

© Elke Bräunling

Selbsthilfeseufzer

Selbsthilfeseufzer *
Gedicht Gefühle –

Ich atme aus, ich atme ein
ganz tief in meinen Bauch hinein.
Ich bin ganz ruhig, sage ich mir,
und still im Innern jetzt und hier.

Nichts lasse ich an mich heran,
weil ich es nicht ertragen kann,
wie grad so mancher krude Geist
mein Weltbild in die Tonne schmeißt.

Ich atme ein, ich atme aus,
und zwickt mich doch mal eine Laus,
dann seufze ich, so laut ich kann …
und alles fängt von vorne an.

© Elke Bräunling

Frühlingsanfang

Frühlingsanfang *
Frühlingsgedicht –

Der Frühling steigt aus seinem Bette.
Etwas verkatert ist er noch,
weil er gern noch geschlafen hätte,
die Zeit plant anderes jedoch.

So taumelt matt er durch die Tage,
sein Gang ist holprig, schwer und lahm,
der Neuanfang ist eine Plage,
müd’ hängt er an des Winters Arm.

Er sieht, den Menschen geht’s nicht besser.
Sie kämpfen gegen Schatten an,
die Augen stumpf, die Wangen blässer,
kein Funke, der noch leuchten kann.

Doch hört er sacht ein leises Klingen,
ein Wispern tief in Baum und Strauch.
Es drängt ihn, munter mitzuschwingen
voll Lebenslust und frischem Hauch.

Er möchte lachen und genießen
die schönen Seiten seiner Zeit,
die Blüten, Blätter, die nun sprießen
in kunterbunter Munterkeit.

„Ich werd euch folgen guten Mutes!“
ruft aufgeweckt er ihnen zu.
„Ihr seht von mir fortan nur Gutes!
Vorbei ist’s mit der Winterruh.“

© Elke Bräunling

Jedem das Seine

Jedem das Seine *
Gedicht Frieden – Zeitkritik –

Lasst uns unsere Feste feiern
auf den Straßen und gemeinsam,
denn zusammen sind wir viele
und kein Mensch bleibt einsam.

Lasst uns friedlich demonstrieren
für die Sache, die uns wichtig.
Diese laut euch mitzuteilen.
ist für uns heut richtig.

Lasst uns unsere Meinung teilen,
denn wer redet, der zeigt Haltung
und Gesicht unter den Vielen
ohne gleiche Schaltung

Lasst uns Menschen Menschen bleiben!
Niemand lässt sich gern verbiegen,
keiner von uns will sich wünschen,
dass wir uns bekriegen.

Lasst uns unsern Frieden wahren!
Kriege gehn auf eure Konten
und wir haben nichts zu suchen
zwischen euren Fronten.

Lasst uns unser Leben leben,
denn wir haben nur das eine.
Unser Motto, das soll heißen:
Jedem sei das Seine.

© Elke Bräunling

Frühlingsflüstern

Frühlingsflüstern *
Vorfrühlingsgedicht für Kinder –

Psst! Da raschelt es am Boden,
alte Blätter knacken leis
und ein klitzekleines Mäuschen
huscht vorbei im Sonnengleiß.

Nun hört man ein leises Brummen.
Über totem Laub daher
summt das erste Frühlingsbienchen,
Flügelchen vom Schlaf noch schwer.

Mitten auf dem Buschwindröschen
macht ein Käfer kurz mal Rast.
Um im Sonnenlicht zu baden,
ist er heute gern hier Gast.

Ringsum regt sich neues Leben
auf dem Boden nun im Wald,
und der Frühling lauscht dem Liede,
das hier froh für ihn erschallt.

© Elke Bräunling

Am Abend vor der Wahl

Am Abend vor der Wahl *
Zeitkritik –

Wahlkampfabschluss.
Alles ist gesagt.

Worte, süß wie Hagelzucker,
sind unters Volk verstreut,
Hirne gewaschen,
Lügen gut dosiert
und Werte meistbietend verkauft,
… Frust inbegriffen.
Und nun nimm und friss, Wähler!
Wir haben uns Mühe gegeben.
Sei dankbar
und mach gefälligst
das verdammte Kreuz
morgen an die richtige Stelle,
sonst …
Ja, was sonst?

© Elke Bräunling

Übervoll im Kopf

Übervoll im Kopf *
Gedicht Gefühlswelt (Zeitkritik) –

Ich bin so übervoll im Kopf
mit Worten und Gedanken,
allein die inn’re Stimme hält
beim Reden mich in Schranken.

Ich fresse viel in mich hinein
und will’s doch gern erzählen,
doch wär es bar jeder Vernunft
und würde uns nur quälen.

Die Übermacht ist viel zu groß
derer, die anders denken,
und die mir, teilte ich mich mit,
nur Spott, Verachtung schenken.

Die Zeit für Wahrheit ist nicht reif,
noch gilt’s zu schweigen, hoffen,
bis auch der Letzte aufgewacht,
der Ausgang, der bleibt offen.

Ich bin so übervoll im Kopf
und möchte nur laut schreien,
denn all das Ungesagte drängt
heraus, mich zu befreien.

© Elke Bräunling

 

Jeder ist mal ‚Nadsi‘

Jeder ist mal ‚Nadsi‘ *
Gedicht – Zeitkritik mit einem Augenzwinkern –

Ich bin ein Mensch,
der andern hilft
und sich an deren Freude freut.
Zum Danke nun
nennt mancher mich
verachtungsvoll schlicht „Nadsi“ heut.

Ich bin ein Mensch,
der Menschen liebt
und ihnen sehr viel von sich gibt.
Die Heimat lieben
darf ich nicht,
weil man mich sonst nach „Räächts“ hin schiebt.

Ich bin ein Mensch,
der schwer genervt
vor Propaganda Reißaus nimmt.
Ob links, ob rechts,
ihr könnt mich mal!
Was ist es, das mit euch nicht stimmt?

© Elke Bräunling

Die erste Hyazinthe

Die erste Hyazinthe *
Fröhliches Gedicht zum Schmunzeln – Ein kurzer Wunsch nach Liebe *

Die erste Hyazinthe
steht auf der Fensterbank.
Sie ist tiefblau wie Tinte,
ihr Körper zart und schlank.

„Oh, komm, du meine Schöne,
du duftest wie ein Traum.
Ich möcht dich gerne küssen“,
sagt da der Gummibaum.

„Am liebsten würd ich baden,
in deinem feinen Duft,
der mich mit tiefem Sehnen
so lockend zu dir ruft.“

Da lacht die Hyazinthe
mit sanftem Spott im Ton.
„Du glaubst, ich kann dich lieben?“,
fragt sie mit leisem Hohn.

„Ich als zarte Blüte
und du als schnöder Baum?
Das passt nicht für die Liebe,
und das nicht mal im Traum.

Kurz nur ist das Leben.
Ein paar Tage, dann ist Schluss.
Ich hab dir nichts zu geben,
schon gar nicht einen Kuss.“

Die Hyazinthe redet
und redet immerzu.
Der Gummibaum, er leidet
und wünscht sich seine Ruh.

Er hat das mit der Liebe
sich anders vorgestellt.
Nun wünscht er sich nur eines:
Dass sie die Klappe hält.

© Elke Bräunling

Schneeglöckchenglöckchen

Schneeglöckchenglöckchen *
Kleines Gedicht zum Valentinstag oder zum Geburtstag –

Schneeglöckchenglöckchen
hab ich heut gepflückt
für dich zum Valentinstag.
Schneeglöckchenglöckchen.
Ein Sträußchen, es schmückt
dein Herz, das ich so sehr mag.
Schneeglöckchenglöckchen,
sie bimmeln ganz zart
und Freude kehrt bei dir ein.
Schneeglöckchenglöckchen
soll’n auf sanfte Art
die Boten der Liebe sein.

© Elke Bräunling