Autor: Elke

Liebe auf den ersten Blick

„Es war Liebe auf den ersten Blick. Schon als ich aus dem Auto stieg und vor ihm stand, spürte ich, wie meine Knie weich wurden, mein Herz bis zum Halse schlug und wie die seit langem in Tiefschlaf versunkenen Schmetterlinge in meinem Bauch einen Rock´n Roll tanzten.
Ich war verknallt wie nie zuvor in meinem Leben. Meine Beine zitterten, als ich die schmale Dorfstraße überquerte. Fahrig tastete ich nach der rostigen Türklinke der kleinen Gartenpforte. Sie bewegte sich nicht.
Der Einlass zu meinem Traumhäuschen blieb mir versagt. Ich seufzte. Wie sollte es auch anders sein? Pechmarie scheiterte an einem verschlossenen Gartentürchen.
Mit klopfendem Herzen starrte ich meine erste wirklich große Liebe an. Wie sehr doch dieses leicht verfallene Bauernhäuschen mit seinem alten Gefache, den schiefen Fenstern, der verwitterten Holztür und dem verwilderten Vorgarten dem Haus meiner Träume ähnelte! Nur ein paar Schönheitsreparaturen, und wir konnten einziehen. Ich war mir auf Anhieb sicher: dieses Haus sollte es sein – das oder keines…“

Hach ja!
So fing er an, einer meiner längst vergessenen, heute Nacht im Textordner“chaos“ wieder gefundenen ChicLit-Romane.
Ob ich ihn noch einmal zum Leben erwecken soll?
Hach ja!
*seufz*
:-)))

 

Jubiläum !!! ???

Zweiter Bloggeburtstag und ein kleines Blogjubiläum mit 500.000 Aufrufen in zwei Jahren „feiere“ ich gerade im Blog „Fantasiereisen“.
Nein, die Zahl liegt sogar noch etwas darüber, nämlich mit jetzigem Stand 500.874 !!!
Toll!
Toll?
Nein, nicht toll.
In der ganzen Zeit nämlich gab es ganze 11 (in Großbuchstaben ELF) Kommentare von ca. 2/3 Erst- und 1/3 Dauerbesuchern (auch laut Statistik).
Das fühlt sich für mich nicht gut an.
Ich habe das Blog vor einigen Tagen geschlossen.
Seither bekomme ich auf einmal viele Mails und Kommentare (die ich nicht mehr freischalte), teils mit empörten und teils auch mit recht unhöflichen Worten.
Ich glaube, dazu schweige ich lieber …
Oder erwarte ich zu viel?

Wie auch immer: Wer meine Fantasiereisen dennoch lesen und mit ihnen arbeiten mag, findet sie hier in meiner neu begonnenen Buchreihe: Eine Fantasiereise für Dich!

   
BUCH: Eine Fantasiereise für Dich – SOMMER: Fantasiereisen und Geschichten  
EBOOK: Eine Fantasiereise für Dich – SOMMER Information

Zauberzeit

Filigran, leicht, duftig, zart … verführerisch.
Aber- und Abermillionen kleine Frühlingsbräute in froh-hoffender Erwartung.
Sie lieben diese Zeit.
Ich liebe sie auch.
Es ist die Zeit des Neuen, des Hoffens, und das in jeder Beziehung.
Es ist die schöne Zeit.
Frühling halt.
Zaubermai.
Zauberzeit.

Arschengel

Er ist nicht leicht zu zeichnen. Seltsam, denn eigentlich kennt ihn jeder und eigentlich hat jeder mit ihm – oder seinen vielen Arschengel-Kollegen –  zu tun. Auch ich.
Kennen gelernt allerdings habe ich ihn, d.h. den Begriff und den Tatbestand seiner Existenz, erst vor wenigen Tagen im Mailgespräch mit Kollegen. Sie kennen ihn auch. Sie haben ihn auch. Alle leben mit ihm und leiden unter ihm und seinem Tun.
Ja, es gibt ihn wirklich. Er ist ein Mensch, der uns auf den ersten Blick etwas Gemeines, Hässliches sagt oder entgegenbringt – und uns damit ungewollt, wenn erkannt, einen unschätzbaren Dienst erweist: nämlich Selbsterkenntnis. Erfunden hat ihn Robert Betz … und seitdem ich von seiner, des Arschengels Existenz weiß, versuche ich, ihn zu zeichnen. Seltsamerweise ähnelt meine Zeichenversuchen stets den Arschengeln, mit denen ich mich im Realleben hin und wieder plage.

Und?
Habt Ihr auch Eure Arschengel?

 

Ver-rückt

Ich bin ver-rückt.
Stehe neben mir zu einem Teil.
Wie ein Möbelstück ver-rückt eben.
Winke dem Teil, der normalerweise einigermaßen gescheit denken kann, lasch zu.
Gähne.
Höre dem gescheiten Teil zu bzw. tue so, als hörte ich zu und nicke wissend …
Er durchschaut mich, sieht mich tadelnd an.
Ich nicke wieder und … denke … an … nichts.
Muss man sich auch ab und an leisten können.
Nichts denken.
Wie gesagt.
Heute bin ich ver-rückt.
Stehe neben mir.
Der gescheite Teil will’s nicht begreifen.
Er verzieht düpiert das Gesicht.
Wie kann man nur so blöde sein?
Und was will die Autorin damit nun wirklich sagen? Sie ist FAUL heute und hängt faul im windgeschützten Sonneneckchen, liest sich durch Facebook, ein Fachbuch und einen Heidelberg-Krimi und winkt ab und an einem Vogel oder einem Drachenflieger oder einem Paraglider (oh, schreibt man das so? bin zu faul nachzuprüfen) zu.
Mal ehrlich, was wäre das Leben ohne solche – Faulpausentage?

 

Das neue "Kind"

Liebe Freunde meiner Fantasiereisen und -geschichten, liebe Blogbesucher!
Eure vielfachen Wünsche sind in Erfüllung gegangen:
Das erste Buch mit Fantasiereisen und Märchen, die zum Traumreisen anregen, ist erschienen.
Ganz unspektakulär und auch ganz ohne Illustrationen, dafür aber mit kleinen Arbeits- und Praxisanleitungen zu einem Teil der Texte.
Voller Freude präsentiere ich Euch heute das erste Werk einer kleinen Reihe der Fantasiereisen durch Tag und Jahr:
Eine Fantasiereise für Dich – FRÜHLING
Viel Spaß damit, schönes Träumen und viele viele nette Erlebnisse im Reich der Fantasie.
Herzlichst
Elke

Glück

und ein Korb voller lecker bunter Glückseier für Euch!

Aber aufgepasst: Das Glück glückt nicht jedem 😉

Das Glücks-Ei

Ein besonderes Osterei wollte das kleine braune Ei sein.
„Ich bin ein Glücks-Ei“, verkündete es, als es mit seinen Kollegen auf den Eiermaler wartete. „Sehr glücklich werde ich sein und jedem, der mich sieht, bringe ich Glück.“
Die anderen Eier lachten. „Träumer!“, sagten sie. „Das einzige Glück, das wir bringen werden, ist ein sattes Gefühl im Magen der Menschen, die uns im Osternest finden und aufessen. Nichts weiter.“
„Aufessen?“ Das Ei, das ein Glücks-Ei sein wollte, erschrak. „Ich will nicht in einem hungrigen Bauch landen. Das passt nicht zu einem glücklichen Glücks-Ei“, rief es, wobei es sich eigentlich unter ‚Glück‘ wenig vorstellen konnte. Es hatte davon gehört, vorhin im Stall. „Ich wünsche dir viel Glück“, hatte ein Mann zu einer Frau gesagt und die hatte dann lieb gelächelt.
Sehr hatte dieses Lächeln dem braunen Ei gefallen und es wünschte sich, auch viel von diesem ‚Glück‘ zu haben.
Es sah die anderen Eier an. „Ich werde es finden, das Glück.“
Wieder lachten die anderen Eier. Sie lachten noch, als sie in die Farbentöpfe gelegt wurden. Und weil sie so sehr lachten, zitterten und bebten ihre Körper und die Ostereierfarbe fand nur ungleichmäßig einen Halt auf ihren Schalen. Nur das kleine braune Ei, das nach dem Färben ein kleines rotes Ei geworden war, hielt still. Als einziges makellos rotes Ei lag es später im Eierkorb.
„Ich bin eben ein Glücks-Ei „, sagte es stolz und blickte auf seine Kollegen mit den schmierig verschwommenen Farben. „Und ich bin glücklich. Hört ihr?“
In diesem Augenblick griff eine Menschenhand in den Eierkorb. Sie nahm das kleine rote Ei, das ein Glücks-Ei sein wollte.
„Dieses Ei ist perfekt“, tönte eine Stimme. „Wir nehmen es mit zum Eierweitwurf-Wettkampf auf der Osterwiese. Die anderen Eier kommen in die Osternester im Garten.“
Eierweitwurf? Irgendwie blickte das kleine rote Ei nun gar nicht mehr glücklich drein und aus dem Eierkorb drangen seltsame Geräusche. Fast wie ein Kichern klang es. Doch ehrlich, hast du schon einmal ein kicherndes Ei gesehen?


Wenn Geschichten wahr werden

Eine meiner älteren Geschichten gehen mir dieser Tage immer wieder durch den Kopf. Sie passt so gut zu diesem eigenartigen „Winterfrühling“ und ich dachte, ich stelle sie Euch hier nochmals vor.
Nur, was mir so gar nicht mehr klar ist: Was mag mich damals vor zehn oder zwölf – oder waren es gar fünfzehn? – Jahren dazu bewog haben, diese Geschichte zu schreiben?
Sei’s drum.
„Wenn Geschichten wahr werden“, auch ein Thema und wenn ich nun so nachdenke, würde es mehrere Bücher mit Geschichten füllen. Kennt Ihr das?
Der Streit der Frühlingsmonate
Jahrelang stritten März, April und Mai miteinander.
„Ist doch klar“, tönte der Mai, „der Schönste von uns bin ich, und deshalb mögen mich Menschen, Tiere und Pflanzen am liebsten leiden.“ Und er schwafelte großspurig von der Farbenpracht, die sein Maienkleid dem Land schenkte.
„Elender Angeber“, schimpfte der März. „Du solltest sehen, wie sich die Kinder über meine ersten warmen Sonnenstrahlen freuen. Ha, und deshalb mögen sie mich am liebsten leiden.“
Dem April aber fehlten wie immer vor Wut über diese überheblichen Kerle die Worte, und er beschloss, sie auch in diesem Jahr für ein paar Tage mit eisschneeregenkaltem Aprilwetter zu ärgern.
„Eingebildete Kerle!“, brummte er.
„Sei bloß still, du Nichtsnutz!“, keifte der Mai zurück. „Du hast doch nichts als Blödsinn im Sinn. Wie oft hast du es mir mit deinem verrückten Wetter schwer gemacht!“
„Ja“, heulte der März auf. „Und wie viele meiner wenigen Sonnentage hast du mir verhagelt. Wen wundert´s, dass dich keiner leiden mag?“
„Ich, der April, mache immer all das, was ich will“, grinste der April. „Es gefällt den Leuten.“
„Tunichtgut“, keifte der Mai.
„Blödmann“, zeterte der März.
„Lackaffen“, spottete der April.
So stritten sie Jahr für Jahr aufs Neue. Die Leidtragenden aber waren die Menschen, Tiere und Pflanzen, wussten sie doch nie, woran sie waren in den Frühlingsmonaten. Auch den anderen Jahreszeiten ging die ewige Streiterei auf den Keks.
„Ich halte das Gekeife nicht mehr aus“, stöhnte der Sommer.
„Immer wieder reißen mich diese Frühlingskerle aus meinem Winterschlaf“, polterte der Winter. „ So kann es nicht weitergehen.“
Und die beiden beschlossen, dem Frühling, der es einfach nicht schaffte, seine Monate im Zaum zu halten, eine Lehre zu erteilen.
So kam es, dass im nächsten Jahr der Winter dem Frühling einfach keinen Platz machte. Mit eisiger Macht herrschte er bis weit in den April hinein.
Wie heulte da der Frühling!
„Verschwinde, Winter!“, klagte er in einem fort, doch der Winter ließ sich nicht beirren.
„Du fällst dieses Jahr aus und basta!“, knurrte er eiseskalt und wartete, bis der Sommer ihn mit Hitze, Schwüle, Blitz und Donner ablöste.
Dass in jenem Jahr der Frühling ausfiel, hatten die Menschen, Tiere und Pflanzen bald vergessen. Den Frühlingsmonaten aber saß der Schreck noch lange in den Gliedern, und sie nahmen sich vor, nie wieder zu streiten. Das klappt auch ganz gut. Nur manchmal müssen Winter und Sommer mit einigen Kälte- oder Hitzetagen eingreifen, dann nämlich, wenn sich März, April und Mai wieder einmal wegen einer dummen Kleinigkeit in den Haaren liegen.
© Elke Bräunling

 

 

 

 

Holt Farben her!

Farben!
Holt Farben her!
Groß und bunt und grell und hell
in Extra-Large.
Die Fenster hängt zu
mit quietschbunten Tüchern,
im Ausschluss
der mobbende Mob.
Dem Grübeln, dem grauen,
ein Stopp!

Auf dem Reader die aktuelle Lektüre, Bis einer weint! – 20 böse Ratschläge für gute Menschen, ein Null-Cent-Aktions-Schnäppchen, dessen Lektüre betroffen macht, ängstigt … und trotzdem liest man weiter … bis zum bitteren Ende mit zustimmend nickendem Haupte.

Farben!
Holt Farben her.
Schnell!

Frau Dünnhaut und Frau Blaublut

Sehen Sie sie? Da! Die beiden Damen. Am Fenster. Die Arme am Fensterbrett auf weiche Kissen aufgelegt, die Schultern von wärmenden Schaltüchern, selbstgehäkelt, umhüllt stehen sie und beobachten das bunte Treiben auf der Straße.
Viel ist los in jenen kalten Frühlingstagen. Vieles, worüber man reden, sich aufregen, sich echauffieren, sich einmischen könnte.
Die beiden Damen aber schweigen.
Sie schweigen lange.
“Ich mag sie nicht, diese kollektive Hatz!”, sagt Frau Dünnhaut schließlich leise.
“Jenes kollektive Schweigen, ist es besser?”, entgegnet Frau Blaublut, im Flüsterton fast.
“Beides hat seine Berechtigkeit.”
“Und jedes Ding seine zwei Seiten.”
Die Damen sehen sich an, betreten, aufgewühlt, ein bisschen durcheinander.
“Mir ist kalt”, murmelt Frau Blaublut schließlich, noch leiser. “Die Luft, sie ist so eisig.
“Dir ist immer kalt, meine Beste”, brummt Frau Dünnhaut. “Nomen est omen.”
Frau Blaublut nickt. Sie schweigt. Dabei hätte sie so vieles zu sagen.