Schlagwort: Herbstgedicht

Nacht der Seelen

Nacht der Seelen
Gedicht Allerheiligen

Das Jahr lässt Haare,
magert ab und wird zum Greis.
Alles an ihm schlottert,
das Gesicht fahl und weiß.

Es hält kurz inne,
wie erstarrt für den Moment
im Angesicht der Seelen.
Und der Himmel, der brennt.

Für eine Nacht nur,
alle scheinen vogelfrei.
Im Fluss der Energien
zieht ein Spuk stumm vorbei.

Die Zeit rast weiter,
schonungslos und voll Elan
im Sprung zu neuen Taten.
Das Neue bricht sich Bahn.

© Elke Bräunling

Nacht. Wandelnde "Geister" über dem See, am Ufer ein alter Mann mit langem weißen Bart

Der kalte Wandel

Frierende Frau, Wolken, letzte fallende Herbstblätter

Der kalte Wandel
Herbstgedicht für Melancholiker 

Der Herbst trägt heute silbergrau,
die Sonne fühlt sich ausgebrannt.
Man fröstelt leicht, die Luft ist rau,
Es ist nicht schön, doch allbekannt,

wie schnell die warme Zeit vergeht
und Leichtigkeit im Wind verweht.
Der Mensch ist aufgebracht und denkt:
Dies Wetter will man nicht geschenkt.

So steht er da, frustriert, bedrückt
und hält den Wandel für verrückt,
der viel zu schnell kam und so bald.
Der Mensch seufzt tief. Ihm ist so kalt.

© Elke Bräunling

Die Blätterfee und der Wind


Kleine Fee mit Pinsel und pustender Wind

Die Blätterfee und der Wind
Zur Geschichte „Die kleine Blätterfee und der Wind“ in Elke Kindergeschichten

Die Blätterfee, die malt und malt
die Blätter an geschwind
in Rot und Gelb, die Sonne strahlt …
Da kommt der freche Wind!

„Ich puste, wann ich pusten will,
mal sacht, mal mit Gebraus!
Mal bin ich laut, dann wieder still.
Jetzt tobe ich mich aus.“

Er bläst die dicken Backen auf
und pustet kreuz und quer.
Die Blätter tanzen los zuhauf
und wirbeln hin und her!

Da taucht die Fee den Pinsel tief
in ihren gelben Topf
und schleudert hoch die Farbe schnell
dem Wind – klatsch! – an den Kopf!

Und siehst du einmal nun im Herbst
am Himmel über dir
ein gelbes Leuchten, dann weißt du:
Die Blätterfee war hier.

Refrain:
„Ich puste, wann ich pusten will!“,
ruft laut und froh der Wind.
„Doch nur!“, meint da die Blätterfee,
„wenn meine Blätter fröhlich sind.“
Blätterfee und frecher Wind,
tanzt nur, tanzt geschwind
gelb und rot im Sonnenschein.
So schön kann es im Herbst nur sein.

Kleine Fee mit Pinsel und pustender Wind + Gedichttext

Der trotzige Apfel

Der trotzige Apfel
Gereimtes zur beliebten Kindergeschichte „Der trotzige Apfel“

Ein Apfel hängt im Apfelbaum
hoch oben, Ast Numero drei.
Er schaukelt sacht im Sonnenschein
und ruft: „Wie schön! Hier bin ich frei!“

Die andern Äpfel lachen leis:
„Wir müssen gehn. ‚s ist Erntezeit.“
Der Apfel schüttelt sich, sagt: „Nein!
Dazu bin ich noch nicht bereit!“

Der Herbstwind weht ins Land herein,
die Blätter tanzen kunterbunt
im Wind. Schnell macht der Apfel sich
zum Schutz ganz klein und kugelrund.

Bald kommt der Winter. Leis und kalt.
Im Baum ist es nun kahl und still.
Der Apfel schaut zum warmen Haus
und denkt, dass er dort auch sein will.

Refrain
„Ich bleibe hier!“, ruft er ganz laut.
„Hier ist mein Lieblingsplatz!
Hier kenn ich jeden Ast im Baum,
und jedes Blatt und jeden Spatz.“
Der Apfelbaum ist mein Zuhaus,
ich wohne hier tagein tagaus.
Lala lalalala, lala lalalala

Schlussrefrain
Im Fenster steht ein Apfelkorb
mit grünen Tannen hübsch geschmückt.
Der kleine Apfel seufzt nur leis.
„Wie schön …“ Dann hat er still genickt.
Ich wünschte, mein Zuhaus wär hier
und ich wär nicht allein mit mir.
Lala lalalala, lala lalalala

© Elke Bräunling

Apfelbaum im vorweihnachtlichen Wintergewand, Apel, Weihnachtsfenster

Herbst auf meinem Teller


Typische Herbstgerichte - Gedicht

 

Herbst auf meinem Teller
Fröhliches Herbstgedicht 

Kürbissuppe, Zwiebelkuchen,
eine Quiche mit neuem Wein
solltest du einmal versuchen.
Es schmeckt delikat und fein.

Feine Pilze und Maronen
findest du in Wald und Flur
mit den köstlichsten Aromen,
eine Gaumenfreude pur.

Eintöpfe und Kohlrouladen
wärmen wohlig Herz und Bauch,
Würstchen, Käse, Speckbrotfladen
munden dir bestimmt jetzt auch.

Süßes darfst du nicht vergessen:
Zwetschgendatschi, Apfeltarte,
Dampfnudeln, ein Schlemmeressen!,
rote Grütze, süß und zart.

Viel gäbe es noch zu sagen,
Köstliches hab ich entdeckt,
doch mir knurrt grad schon der Magen –
Herbst auf meinem Teller schmeckt.

© Elke Bräunling

Sonnenschlussverkauf


Sonnenschlussverkauf
Gedicht in Abschiedswehmut

Oktobergold im Sonnenschimmer.
Bäume wandeln sich in Juweliere
im Versuch, ihr schimmernd Blattgewand
uns anzudrehn im Sonnenschlussverkauf.
Wir greifen zu mit vollen Händen,
in sehnsuchtsvoller Gier nach Sommer-Reste-Licht
für ein paar Momente nur. Vergeblich,
denn nichts, was glänzt, bleibt ewig Gold.

© Elke Bräunling

Sonne, bunte Herbstblätter, eine Hand

Oktober


Gedicht Oktober mit Herbstlaub und Bank

Oktober
Herbstgedicht

Am Morgen bist du nebelkalt
und mittags prächtig sonnenwarm.
Du spielst mit uns, so bist du halt,
und lockst mit deinem Charme.

Betörend ist dein Farbenspiel
mal puterrot, mal gelb, mal blau.
Uns zu verzaubern ist dein Ziel
mit deiner bunten Schau.

Mit Düften lockst du uns hinaus
in deine herrliche Natur
mit Blätterbunt und Windgebraus
und Lebensfreude pur.

Ein Sonnenstündchen auf der Bank
ist wie ein Streicheln, sanft und mild.
Oktober, dir sei aller Dank,
der deinem Zauber gilt.

© Elke Bräunling


 

Schwalbenparty


Schwalben versammeln sich auf einem Dach

Schwalbenparty
Fröhliches Herbstgedicht

Auf den Dächern gibt’s heut Party.
Quirlig ist’s und sehr viel los.
Wildes Pfeifen, Rufen, Piepen,
Zwitschern, Trillern, leises Fiepen,
ja, die Aufregung ist groß.

Schwalben sind’s, die feierlaunig
kommen heut zum Abschiedsfest
aus den Nestern, Mauern, Ställen
fliegen sie in großen Wellen.
Keine bleibt heut noch im Nest.

Vieles gilt es zu besprechen
vor dem weiten Winterflug
in den Süden und sie planen,
überlegen, reden, warnen
vor dem Weg im Schwalbenzug.

Wer fliegt vorne, wer hält Ausschau?
Wer kennt noch den besten Pfad?
Wo kann man dort gut pausieren?
Wird man unterwegs nicht frieren?
Jede Schwalbe weiß ’nen Rat.

Eine ruft: „Wir müssen starten!“
Eine andre: „Ist es weit?“
Eine möchte erst noch jagen,
eine hat noch tausend Fragen,
und schon gibt es neuen Streit.

Plötzlich geht ein Ruf durch alle,
und schon hebt die Schar sich an.
Lautes Pfeifen. Aus dem Kreisen
geht es los zu fernen Reisen.
Guten Flug! Und kommt gut an!

Refrain
Rufen, zwitschern, hin und her,
bald geht’s fort, weit übers Meer.
Fliegen, kreisen, auf und nieder,
sammeln, rufen, sammeln wieder.
Viel Palaver. Große Freude.
Laute Abschiedsparty heute.

© Elke Bräunling


Ein fröhliches Lied vom Abschied nach einem wunderschönen Schwalbensommer

Text: Elke Bräunling  Musik: Balz Burch

Septembersensibiliäten


Septembersensibiliäten
Abschiedsgedicht

Septembertag.
Zum Abschied malen Bergseen ihre Farben in den Himmel.
Die Blätter der Birke lächeln goldtupfig in pfifferlingsduftiger Luft
und Wolkenkind dreht voller Übermut eine Pirouette.
Emotionen flirren wie Sommerobstmücken unsichtbar durch den Tag.
Solche. Und solche. Und andere.
Sie sind frei und suchen die Seelen, die
– in Abschieds- und Aufbruchstimmung –
ihre wunden Seiten entblößen.
Fühligkeiten.
Sensibilitäten.
Sie. Er. Ich.
Du auch?

© Elke Bräunling

Septemberstimmung, Blick über Land und See

September

Septemberstimmung, Blick übers Land

September
Septembergedicht für Kinder

September zieht den Herbst ins Land
an einem hellen bunten Band.
Der Sommer winkt und sagt „Adé!
Ein andrer kommt, wenn ich nun geh’.“

Die Sonne hat nicht mehr viel Zeit,
die Schatten werden lang und weit,
der Wind spielt oft ein lustig’ Spiel,
mal ist es warm, mal ist es kühl.

Auf Wiesen glänzt ein Silberschmuck,
auf Blumen auch. Komm her und guck!
Ein Zaubrer wirkt zur Morgenstund’,
und auch die Blätter tupft er bunt.

September ist auch Erntezeit.
Zum Feiern macht man sich bereit
und sagt ganz festlich: „Dankeschön!“
September flüstert: „Gern geschehn!“

Und hat man ganz viel Wetterglück,
kehrt warm der Sommer kurz zurück.
Altweibersommer heißt er dann,
danach dann fängt die Sturmzeit an.

© Elke Bräunling

Weiterlesen

Ein Zaubertag im Herbst

Ein Zaubertag im Herbst
Altweibersommergedicht für Kinder

Denkt nur, jemand hat heute Nacht
einen Teppich gewebt übers Land
aus silbernen Fäden in glänzender Pracht,
geschaffen von Meisterhand.

Verzaubert glitzert der Morgentau
mit dem Sonnenlicht um die Wette,
ein Glänzen und Funkeln, so silbergrau
wie Perlen auf einer Kette.

Der Sonne macht dieses Spiel Freude.
Sie strahlt mit all ihrer Kraft.
Einen warmen Tag schenkt sie uns heute.
Sie hat es noch einmal geschafft.

Und der Sommer? Er lacht.
Ist er doch über Nacht
heimlich zurückgekommen
und hat das Zepter noch einmal ganz sacht
dem Herbst aus den Händen genommen.

© Elke Bräunling

Noch zwei Gedichte zum Altweibersommer findest du hier:
Alte Weiber – Gedicht
Der Zauberer – Ein Rätselgedicht

Ein Zaubertag im Herbst - Text + Illustration

 

Septembermelancholie


Abstrakte Gestalt, die den nebelumflorten September darstellt


Septembermelancholie

Kleines Gedicht

Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.

Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.

© Elke Bräunling

 

Ein Moment in Auszeit


Ein Moment in Auszeit *
Gedicht und Lied

Stell dir vor, dich lockt die Sonne
von der Arbeit weg hinaus
in die Herbstluft! Welche Wonne
dieser Freiheit außer Haus!

Und du spürst, du kannst genießen
diesen herbstlichen Moment
und nichts könnte dich verdrießen,
was dir von der Zeit geschenkt.

Schließ die Augen, spür die Wärme
von der Sonnenstrahlen Licht
und genieße, schwelge, schwärme,
spüre sie auf dem Gesicht.

Zärtlich fängt es an zu pochen
in des Herzens tiefem Grund.
Wie vom Glück dir leis’ versprochen
dankst du tief für diese Stund’.

© Elke Bräunling

Balz Burch hat zu diesem Gedicht ein wunderschönes Lied komponiert und eingespielt.
Mit diesem Lied hat er sich bei mir vorgestellt, nachdem er das Gedicht hier im Blog entdeckt hatte. Es war ein Glückstag – und seither arbeiten wir zusammen.
Danke, Balz!

Von Elke Bräunling (Text) und Balz Burch (Musik)

Ein Herbst-Fratzengeist

Ein Herbst-Fratzengeist *
Halloweengedicht für Kinder –

Nimm eine Rübe und höhle sie aus
und schneide eine Fratze daraus
mit Augen, Nase und
einem grimmigen Mund.
Dies Rübenmonster stelle sodann
ans Fenster und zünd eine Kerze noch an,
wenn’s dämmert draußen.
Das sieht aus zum Grausen.
Nun muss du zum Fenster ‚rauslinsen.
Draußen gibt´s nämlich bald ‚was zu grinsen,
weil die Leute mächtig erschrecken,
wenn sie den Fratzengeist plötzlich entdecken.

© Elke Bräunling