Die Blätterfee, die malt und malt
die Blätter an geschwind
in Rot und Gelb, die Sonne strahlt …
Da kommt der freche Wind!
„Ich puste, wann ich pusten will,
mal sacht, mal mit Gebraus!
Mal bin ich laut, dann wieder still.
Jetzt tobe ich mich aus.“
Er bläst die dicken Backen auf
und pustet kreuz und quer.
Die Blätter tanzen los zuhauf
und wirbeln hin und her!
Da taucht die Fee den Pinsel tief
in ihren gelben Topf
und schleudert hoch die Farbe schnell
dem Wind – klatsch! – an den Kopf!
Und siehst du einmal nun im Herbst
am Himmel über dir
ein gelbes Leuchten, dann weißt du:
Die Blätterfee war hier.
Refrain:
„Ich puste, wann ich pusten will!“,
ruft laut und froh der Wind.
„Doch nur!“, meint da die Blätterfee,
„wenn meine Blätter fröhlich sind.“
Blätterfee und frecher Wind,
tanzt nur, tanzt geschwind
gelb und rot im Sonnenschein.
So schön kann es im Herbst nur sein.
Der trotzige Apfel Gereimtes zur beliebten Kindergeschichte „Der trotzige Apfel“
Ein Apfel hängt im Apfelbaum
hoch oben, Ast Numero drei.
Er schaukelt sacht im Sonnenschein
und ruft: „Wie schön! Hier bin ich frei!“
Die andern Äpfel lachen leis:
„Wir müssen gehn. ‚s ist Erntezeit.“
Der Apfel schüttelt sich, sagt: „Nein!
Dazu bin ich noch nicht bereit!“
Der Herbstwind weht ins Land herein,
die Blätter tanzen kunterbunt
im Wind. Schnell macht der Apfel sich
zum Schutz ganz klein und kugelrund.
Bald kommt der Winter. Leis und kalt.
Im Baum ist es nun kahl und still.
Der Apfel schaut zum warmen Haus
und denkt, dass er dort auch sein will.
Refrain
„Ich bleibe hier!“, ruft er ganz laut.
„Hier ist mein Lieblingsplatz!
Hier kenn ich jeden Ast im Baum,
und jedes Blatt und jeden Spatz.“
Der Apfelbaum ist mein Zuhaus,
ich wohne hier tagein tagaus.
Lala lalalala, lala lalalala
Schlussrefrain
Im Fenster steht ein Apfelkorb
mit grünen Tannen hübsch geschmückt.
Der kleine Apfel seufzt nur leis.
„Wie schön …“ Dann hat er still genickt.
Ich wünschte, mein Zuhaus wär hier
und ich wär nicht allein mit mir.
Lala lalalala, lala lalalala
Oktobergold im Sonnenschimmer.
Bäume wandeln sich in Juweliere
im Versuch, ihr schimmernd Blattgewand
uns anzudrehn im Sonnenschlussverkauf.
Wir greifen zu mit vollen Händen,
in sehnsuchtsvoller Gier nach Sommer-Reste-Licht
für ein paar Momente nur. Vergeblich,
denn nichts, was glänzt, bleibt ewig Gold.
Auf den Dächern gibt’s heut Party.
Quirlig ist’s und sehr viel los.
Wildes Pfeifen, Rufen, Piepen,
Zwitschern, Trillern, leises Fiepen,
ja, die Aufregung ist groß.
Schwalben sind’s, die feierlaunig
kommen heut zum Abschiedsfest
aus den Nestern, Mauern, Ställen
fliegen sie in großen Wellen.
Keine bleibt heut noch im Nest.
Vieles gilt es zu besprechen
vor dem weiten Winterflug
in den Süden und sie planen,
überlegen, reden, warnen
vor dem Weg im Schwalbenzug.
Wer fliegt vorne, wer hält Ausschau?
Wer kennt noch den besten Pfad?
Wo kann man dort gut pausieren?
Wird man unterwegs nicht frieren?
Jede Schwalbe weiß ’nen Rat.
Eine ruft: „Wir müssen starten!“
Eine andre: „Ist es weit?“
Eine möchte erst noch jagen,
eine hat noch tausend Fragen,
und schon gibt es neuen Streit.
Plötzlich geht ein Ruf durch alle,
und schon hebt die Schar sich an.
Lautes Pfeifen. Aus dem Kreisen
geht es los zu fernen Reisen.
Guten Flug! Und kommt gut an!
Refrain
Rufen, zwitschern, hin und her,
bald geht’s fort, weit übers Meer.
Fliegen, kreisen, auf und nieder,
sammeln, rufen, sammeln wieder.
Viel Palaver. Große Freude.
Laute Abschiedsparty heute.
Septembertag.
Zum Abschied malen Bergseen ihre Farben in den Himmel.
Die Blätter der Birke lächeln goldtupfig in pfifferlingsduftiger Luft
und Wolkenkind dreht voller Übermut eine Pirouette.
Emotionen flirren wie Sommerobstmücken unsichtbar durch den Tag.
Solche. Und solche. Und andere.
Sie sind frei und suchen die Seelen, die
– in Abschieds- und Aufbruchstimmung –
ihre wunden Seiten entblößen.
Fühligkeiten.
Sensibilitäten.
Sie. Er. Ich.
Du auch?
Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.
Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.
Balz Burch hat zu diesem Gedicht ein wunderschönes Lied komponiert und eingespielt. Mit diesem Lied hat er sich bei mir vorgestellt, nachdem er das Gedicht hier im Blog entdeckt hatte. Es war ein Glückstag – und seither arbeiten wir zusammen. Danke, Balz!
Ein Herbst-Fratzengeist * Halloweengedicht für Kinder –
Nimm eine Rübe und höhle sie aus
und schneide eine Fratze daraus
mit Augen, Nase und
einem grimmigen Mund.
Dies Rübenmonster stelle sodann
ans Fenster und zünd eine Kerze noch an,
wenn’s dämmert draußen.
Das sieht aus zum Grausen.
Nun muss du zum Fenster ‚rauslinsen.
Draußen gibt´s nämlich bald ‚was zu grinsen,
weil die Leute mächtig erschrecken,
wenn sie den Fratzengeist plötzlich entdecken.
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
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