Schlagwort: Herbstgedicht

Ein Moment in Auszeit


Ein Moment in Auszeit *
Gedicht und Lied

Stell dir vor, dich lockt die Sonne
von der Arbeit weg hinaus
in die Herbstluft! Welche Wonne
dieser Freiheit außer Haus!

Und du spürst, du kannst genießen
diesen herbstlichen Moment
und nichts könnte dich verdrießen,
was dir von der Zeit geschenkt.

Schließ die Augen, spür die Wärme
von der Sonnenstrahlen Licht
und genieße, schwelge, schwärme,
spüre sie auf dem Gesicht.

Zärtlich fängt es an zu pochen
in des Herzens tiefem Grund.
Wie vom Glück dir leis’ versprochen
dankst du tief für diese Stund’.

© Elke Bräunling

Balz Burch hat zu diesem Gedicht ein wunderschönes Lied komponiert und eingespielt.
Mit diesem Lied hat er sich bei mir vorgestellt, nachdem er das Gedicht hier im Blog entdeckt hatte. Es war ein Glückstag – und seither arbeiten wir zusammen.
Danke, Balz!

Von Elke Bräunling (Text) und Balz Burch (Musik)

Ein Herbst-Fratzengeist

Ein Herbst-Fratzengeist *
Halloweengedicht für Kinder –

Nimm eine Rübe und höhle sie aus
und schneide eine Fratze daraus
mit Augen, Nase und
einem grimmigen Mund.
Dies Rübenmonster stelle sodann
ans Fenster und zünd eine Kerze noch an,
wenn’s dämmert draußen.
Das sieht aus zum Grausen.
Nun muss du zum Fenster ‚rauslinsen.
Draußen gibt´s nämlich bald ‚was zu grinsen,
weil die Leute mächtig erschrecken,
wenn sie den Fratzengeist plötzlich entdecken.

© Elke Bräunling

Herbst auf meinem Teller

Herbst auf meinem Teller *
Fröhliches Herbstgedicht für Groß und Klein

Kürbissuppe, Zwiebelkuchen,
eine Quiche mit neuem Wein
solltest du einmal versuchen.
Es schmeckt delikat und fein.

Feine Pilze und Maronen
findest du in Wald und Flur
mit den köstlichsten Aromen,
eine Gaumenfreude pur.

Eintöpfe und Kohlrouladen
wärmen wohlig Herz und Bauch,
Würstchen, Käse, Speckbrotfladen
munden dir bestimmt jetzt auch.

Süßes darfst du nicht vergessen:
Zwetschgendatschi, Apfeltarte,
Dampfnudeln, ein Schlemmeressen!,
rote Grütze, süß und zart.

Viel gäbe es noch zu sagen,
Köstliches hab ich entdeckt,
doch mir knurrt grad schon der Magen –
Herbst auf meinem Teller schmeckt.

© Elke Bräunling

Herbst … endgültig

Herbst … endgültig *
Herbstgedicht –

Endgültig! Der Sommer geht.

Die Sonne packt ihr Licht zusammen,
der Herbst zieht ein mit vollem Atem,
bläst Wolken wie Schiffe übers Land
und pustet sich kräftig durch die Welt:

Vögel fliegen in Pfeilformation gen Süden,
Blütenfarben machen sich leise aus dem Staub,
Blätter tanzen wie Federn von den Bäumen,
Nebel schleicht sich leise über die Wiesen,
und Mützen fliegen von den Köpfen der Kinder.
Die lachen, rufen laut: „Pust! Pust!“

Der Sommer winkt aus weiter Ferne,
die Sonne wird bleich und schläfrig.
Der Oktober naht.
Und ganz am Horizont
winkt schon der Winter,
geduldig und still.

© Elke Bräunling

Das leise Adieu

Das leise Adieu *
Herbstgedicht –

Die letzten Sonnenstrahlen
nach kühler Nebelnacht.
Der Abschied hält die großen Hände auf
wie ein Räuber, der nichts übrig lässt.
Die Blüten senken die Köpfe,
ihre Kraft ist verbraucht, die Farben verblasst.
Die Blätter, trocken und angesengt,
trudeln vom Baum, gelb und rot,
und schmücken die Wiese mit bunten Tupfen.
Die letzte Blume faltet ihre Blüten wie zarte Hände,
bereit zum Abschiedstanz.
Sie lässt die Farben still verwehen wie ein Lied,
das dem Sommer ein leises Adieu hinterher ruft.

© Elke Bräunling

Das Herbstblatt

Das Herbstblatt *
Herbstgedicht für Kinder –

Ich bin ein Blatt.
Die Sonne hat
mich grün erst und dann gelb bemalt
und ich hab hell vor Freud’ gestrahlt.

Der Sommer war
ganz wunderbar.
Mein Leben ist so gut und schön,
doch nun ist’s Zeit, nun muss ich gehn.

Die Kraft fehlt mir
am Ast nun hier.
Ich glaub, ich falle bald vom Baum,
mich noch zu halten schaff’ ich kaum.

Es läuft die Zeit.
Ich bin bereit.
Es wartet, wenn ich unten bin,
für mich ein neuer Lebenssinn.

© Elke Bräunling

Blätterherbst

Blätterherbst *
Das klitzekleine Kindergedicht vom Herbstbeginn

Die Bäume träumen tief den Traum
vom Sommerlicht, sie spüren kaum,
wie sich der Herbst ins Land nun schleicht
und es mit seinem Bunt bestreicht.
Ein Tupfer Rot, ein Schimmer Gold,
ganz zart, als hätt’s der Wind gewollt,
und eines Morgens staunt manch’ Baum.
„Der Herbst ist da! Man glaubt es kaum!“

© Elke Bräunling

Haselnüsschen

Haselnüsschen *
Spaßgedicht für Kinder –

Der Haselstrauch am Flüsschen
hängt wieder voller Nüsschen,
und alle Mäuse freuen sich
am reich gedeckten Haseltisch.

Auf sanften Trippelfüßchen
mit einem lieben Grüßchen
kommt noch ein Gast mit an den Tisch.
Es ist das Eichhorn Squirrelsquish. *

Es hat ein Nüsse-Lüstchen
und spreizt gespannt sein Brüstchen,
doch Nüsse gibt’s gerade kaum,
es hängen viele noch am Baum.

„Ich gebe euch ein Küsschen
für nur einzig’ Nüsschen“,
sagt es und lacht die Mäuse an,
weil es am besten betteln kann.

„Dort oben sind die Früchtchen
hoch in des Strauches Lüftchen.
Drum klettere du in den Strauch
und sammle sie – für uns gleich auch.“

Dies sagen ihm die Mäuschen
nach einem Nachdenkpäuschen.
Das Eichhorn brummelt: „Ich verzicht’,
denn Klettern mag ich heute nicht.“

Laut lachen alle Nüsschen
im Strauch nun hier am Flüsschen.
Da kommt der Wind und pustet fest
und runter fällt der ganze Rest.

Der Haselstrauch am Flüsschen
verliert so alle Nüsschen
und alle Tiere sind bald satt
und nun vom Nüssefuttern matt.

*Squirrel heißt das Eichhörnchen auf Englisch,
squisch heißt u.a. quietschen

© Elke Bräunling

Kleines Herbstlied für kleine Leute

Kleines Herbstlied für kleine Leute *
Herbstgedicht/Kinderlied zum Herbst

Der Herbst zieht leise ein ins Land.
Er nimmt uns freundlich an der Hand
und zeigt uns seine bunte Welt,
die schön ist und die uns gefällt.

Komm mit und sieh dich bei ihm um
und staune, was nun reift ringsum.
Fast jeder Tag ist Erntetag
und jeder erntet, was er mag.

Die Äpfel reifen, rot und rund,
auch Birnen, Trauben, süß und bunt.
Zum Naschen lädt der Herbst uns ein
und seine Schätze schmecken fein.

Die Sonne zeigt sich nicht mehr lang
und immer kleiner wird ihr Gang
am Himmel weiter durch die Zeit,
der Nebelherbst steht schon bereit.

Das ist nicht schlimm, denn nun beginnt
die Kuschelzeit, die jedes Kind
von Herzen über alles liebt
und die’s im Herbst sehr oft auch gibt.

© Elke Bräunling

September

September *
Kleines Gedicht zum Herbstanfang –

Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.

Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.

© Elke Bräunling