Schlagwort: Gedicht Zeitkritik

Erwachen


Erwachen - das Gedicht. Bild einer Frau, die in die Ferne blickt


Erwachen
Ein leises Gedicht und Lied bei Schockmomenten

Wie einsam fühlt es sich doch an,
wenn man an nichts mehr glauben kann.
Man ist von allem, was man glaubt,
wie über Nacht brutal beraubt.

Voll Hoffnung sucht man noch nach Halt,
und fällt doch blindlings in den Spalt
aus Propaganda, Lügen, Bluff,
gemischt als teuflisch’ Giftgesöff.

Woran hält man sich nun noch fest,
wenn Wahrheit sich vermissen lässt?
Vertrauen traut man sich nicht mehr,
der Hohn der Lüge lastet schwer.

Sei selber schlau und mach dich klug
und wappne dich vor dem Betrug,
indem du selbst dich informierst
und nach der Wahrheit recherchierst.

Fang an!

© Elke Bräunling

🧡
Balz Burchs Musik zu diesem Lied passt haargenau zur Stimmung dieses Gedichts. Was meinst du?

Text: Elke Bräunling  Musik: Balz Burch

 

Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn



Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn

Gedicht und Lied für alle Eltern … und für den Frieden

In meinen Armen das schlafende Kind.
Ein friedvolles Bild von Liebe und Glück.
Ich glaube nicht, dass wir je glücklicher sind.
Momente wie diese kehren nie mehr zurück.
Und ich schau auf das Bild, das die Erinnerung malt,
aus dem Lebensfreude und Zuversicht strahlt,
und ich schwöre bei all meinem Sein:
Dich, mein Kind, lasse ich niemals allein.

Schnell bist du gewachsen, ich lasse dich los,
weil man das so tun muss in diesem Land.
Du kommst zur Schule, denn du bist jetzt groß
und hörst Worte, Dogmen, die dir unbekannt.
Und ich sehe voll Sorge, was das mit dir macht,
dass du vergisst, wie man träumt, wie man lacht,
und ich schwöre bei allem meinem Sein:
Dich, mein Kind, lass ich damit nicht allein.

Schon bist du erwachsen, für Großes bereit.
Du hast Träume, Ideen und sehr viel geplant,
die Schritte ins Leben sind spannend und weit,
und oft kommt es doch anders dann als geahnt.
Und ich denk an die Zeit mit dir gern zurück,
wir lebten ein Leben in Frieden und Glück.
Und ich sag dir bei all meinem Sein:
Wir sind uns nah, es bleibt keiner allein.

Doch hören wir heute die Rufe nach Krieg,
Soldaten werden benötigt für Land und Partei,
für Waffen, Schlachten, Gehorsam und Sieg.
Kanonenfutter … und du bist dabei.
Die Rechnung mit uns Müttern, die macht ihr nicht.
Euch zu bekämpfen ist jetzt unsre Pflicht.
Auf Halbmast die Flaggen im Lande wehn.
Vergesst es! Mein Kind, dich lass ich nicht gehn.
Nein! Mein Kind lass ich nicht gehn.

© Elke Bräunling

Es ist selten, dass eine Vertonung exakt die Gefühle ausdrückt und die Tränen erahnen lässt, die ich beim Schreiben dieses Gedichts empfunden habe. Dem lieben Balz Burch ist dies vortrefflich gelungen mit diesem wundervollen Song, in den ich mich sofort verliebt habe.
Vielleicht wirst du dieses Lied auch lieben?

Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn
© Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch
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Fassungslos

Illustration Gesichtslose Menschen in einer verstörenden Umgebung

Fassungslos
Friedensgedicht

Das wird uns hier nie mehr passieren,
so dachten wir früher und fühlten uns gut.
Die Kriegslust würde nie mehr grassieren,
an unseren Händen klebt niemals Blut.

Heil sei die Welt, die wir uns geschaffen,
das haben wir viele Jahre geglaubt
ganz ohne Feinde, Kriege und Waffen.
Die Illusion, die ist uns nun geraubt.

Nie wieder Kriege, sagten die Alten,
nie wieder Feindschaften in unserm Land.
Beteuerungen, die ewig galten,
sind gnadenlos zu Asche verbrannt.

L*genbolde, von Geldgier besessen,
von Korruption und Herrschsucht gelenkt,
haben alte Gesetze vergessen
und uns in neues Unglück gedrängt.

Das Volk ist erstarrt und kann es nicht fassen.
Es hat die Falschen zum Herrscher erwählt.
Wenn wir uns weiter irr’leiten lassen,
ist unsre Zeit im Lande gezählt.

© Elke Bräunling


Die Musik dazu von Balz Burch

 

Das Bild auf dieser Seite ist KI-generiert

Mach nicht mit!


Mach nicht mit! *
Friedensgedicht und Song

Auf, ihr Kinder, zum Marschieren!
Wir woll’n keine Zeit verlieren.
Hoch die Füße, eins, zwei drei,
alle Kinder sind dabei.

In der Reihe sollt ihr stehen
und beim Marsch im Gleichschritt gehen.
Zu gehorchen, das ist Pflicht.
Stört die Reihenfolge nicht!

Ihr müsst alle auf mich hören,
wagt es nicht, den Takt zu stören.
Ordnung, das ist unser Ziel.
Passt bloß auf, das ist kein Spiel!

„Das ist doof! Oh, das ist blöde,
dies Marschieren ist so öde!“,
ruft ein Mädchen plötzlich laut.
„Wir wolln fröhlich sein. Kommt! Schaut!“

Es beginnt zu hüpfen, tanzen
und die Ordnung in der ganzen
Reihe löst sich schnell nun auf,
Chaos nimmt rasch seinen Lauf.

Alle Kinder hüpfen, springen
und sie lachen, tanzen, singen.
Keiner hält die Reihen still,
weil diese Ordnung keiner will.

Der Mensch, der vorher kommandiert,
ist sprachlos und sehr indigniert.
Jeder, der ihn sieht, der lacht.
Freiheit ist die größ’re Macht

Ja, so kann es auch passieren,
denn wer tanzt wird nur marschieren
ganz nach eignem Seelenklang
und nicht nach fremder Pfeife Zwang.

© Elke Bräunling


Dazu der Song zum Tanzen, Lachen, Fröhlichsein und vom Frieden, komponiert und eingespielt vom lieben Balz Burch

(Text Elke Bräunling/Musik Balz Burch)

 

Tiefschlaf

Tiefschlaf *
Gedicht Zeitkritik –

Schläfrig ruht im stillen Schlafe
unsre Frau Demokratie.
Mit ihr schlafen viele Schafe
einen Tiefschlaf wie noch nie.

Keiner lässt sich mehr erwecken,
dazu scheint die Zeit nicht reif.
Niemand kratzt den Dreck vom Stecken,
denn wer schläft, der ist nicht live.

Ruhet sanft! Derweil im Lande
schlägt das Herz im Donnerhall,
wenn die Bande mit viel Schande
es zerfetzt mit lautem Knall.

Und so schleicht sich Volkes Seele
langsam aus dem Land hinaus.
Jemand singt aus voller Kehle:
„Und die Lichter gehen aus.“ *

© Elke Bräunling

* Zeile aus: Westernhagen, „Freiheit“

Es sind nicht viele

Es sind nicht viele *
Gedicht und Song für Frieden – Zeitkritik 

Es sind nicht viele, die wieder schreien
nach Waffen, Feinden, Kämpfen und Krieg.
Nicht viele, doch aus ihren Reihen
wird ihr Getöse täglich publik.

Es sind nicht viele, doch ihre Worte
wie Schläge und Sirenen so laut,
sind von einer listigen Sorte,
die kaum einer so richtig durchschaut.

Es sind nicht viele, die wieder hetzen,
die lügen, lauern, desinformier’n
und als Waffe mit Worten verletzen
und die Wahrheit mit Absicht negier’n.

Es sind nicht viele, doch sie sind mächtig,
die Völker in die Irre zu führ’n
mit Stimmen, die laut und sehr kräftig,
um Streit, Verwirrung, Zwietracht zu schür’n,

Es sind nicht viele, die viele beherrschen
mit Lug und Trug und Agitation.
Sie hocken feist auf fetten Ärschen
mit Säcken voll Geld im Arm als Lohn.

Es sind nicht viele, die dies durchschauen
mit wachem Blick im schlafenden Meer,
die dem Verstand, nicht den Medien trauen.
Es sind nicht viele, und doch immer mehr.

© Elke Bräunling

 

„Es sind nicht viele“ – Ein Song, der aufrüttelt. Ein Song zum Aufwachen von Balz Burch

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)

 

 

 

 

 

Der karierte Himmel

Der karierte Himmel *
Gedicht – Alles ganz normal –

Der Himmel zieht gerade Streifen
und sieht bald aus fast wie kariert.
Die Menschen können’s kaum begreifen.
„So ‚was wär früher nie passiert.“

In früh’ren Zeiten hatten Wolken
noch runde Formen, keinen Strich,
dem alsbald Nebelschleier folgen
und Wolkenfetzen im Gemisch.

Und dann hängt eine träge Masse
am Himmel fett wie Wolkenbrei,
dahinter Sonnenstrahlen, blasse,
im grauen Himmelseinerlei.

Die Menschen machen große Augen.
Das Blau ist weg, die Laune auch.
Das Wetter will wohl nicht recht taugen –
vom klaren Blick bleibt nur ein Hauch.

Wozu noch Zeit an Fragen schenken?
Es ist doch alles ganz normal.
Man sollte positiv wohl denken –
und alles and’re ist egal.

© Elke Bräunling

Jedem das Seine

Jedem das Seine *
Gedicht Frieden – Zeitkritik –

Lasst uns unsere Feste feiern
auf den Straßen und gemeinsam,
denn zusammen sind wir viele
und kein Mensch bleibt einsam.

Lasst uns friedlich demonstrieren
für die Sache, die uns wichtig.
Diese laut euch mitzuteilen.
ist für uns heut richtig.

Lasst uns unsere Meinung teilen,
denn wer redet, der zeigt Haltung
und Gesicht unter den Vielen
ohne gleiche Schaltung

Lasst uns Menschen Menschen bleiben!
Niemand lässt sich gern verbiegen,
keiner von uns will sich wünschen,
dass wir uns bekriegen.

Lasst uns unsern Frieden wahren!
Kriege gehn auf eure Konten
und wir haben nichts zu suchen
zwischen euren Fronten.

Lasst uns unser Leben leben,
denn wir haben nur das eine.
Unser Motto, das soll heißen:
Jedem sei das Seine.

© Elke Bräunling

Übervoll im Kopf

Übervoll im Kopf *
Gedicht Gefühlswelt (Zeitkritik) –

Ich bin so übervoll im Kopf
mit Worten und Gedanken,
allein die inn’re Stimme hält
beim Reden mich in Schranken.

Ich fresse viel in mich hinein
und will’s doch gern erzählen,
doch wär es bar jeder Vernunft
und würde uns nur quälen.

Die Übermacht ist viel zu groß
derer, die anders denken,
und die mir, teilte ich mich mit,
nur Spott, Verachtung schenken.

Die Zeit für Wahrheit ist nicht reif,
noch gilt’s zu schweigen, hoffen,
bis auch der Letzte aufgewacht,
der Ausgang, der bleibt offen.

Ich bin so übervoll im Kopf
und möchte nur laut schreien,
denn all das Ungesagte drängt
heraus, mich zu befreien.

© Elke Bräunling

 

Jeder ist mal ‚Nadsi‘

Jeder ist mal ‚Nadsi‘ *
Gedicht – Zeitkritik mit einem Augenzwinkern –

Ich bin ein Mensch,
der andern hilft
und sich an deren Freude freut.
Zum Danke nun
nennt mancher mich
verachtungsvoll schlicht „Nadsi“ heut.

Ich bin ein Mensch,
der Menschen liebt
und ihnen sehr viel von sich gibt.
Die Heimat lieben
darf ich nicht,
weil man mich sonst nach „Räächts“ hin schiebt.

Ich bin ein Mensch,
der schwer genervt
vor Propaganda Reißaus nimmt.
Ob links, ob rechts,
ihr könnt mich mal!
Was ist es, das mit euch nicht stimmt?

© Elke Bräunling

Flecke auf der Seele

Flecke auf der Seele *
Gedicht zu den Attentaten –

Ich solle nicht schwermütig werden,
wenn mich der Tod eines andern berührt.
Es gehe stets weiter, dies Leben auf Erden.
Wen kümmert es, was ich gerade gespürt?

Auch soll ich Gefühle nicht zeigen,
sagst du und wischst meine Worte schnell weg.
Nicht denken, nicht reden, bequemer ist schweigen.
Und wieder wächst auf meiner Seele ein Fleck.

Er ist schon ganz dunkel geworden,
der Ort, der das Licht meiner Seele bewahrt,
verstopft mit Gefühlen, verlorenen Worten,
die die Gleichgültigkeit achtlos mit Füßen trat.

© Elke Bräunling

Raue Nächte, wilde Zeiten

Raue Nächte, wilde Zeiten *
Raunachtgedicht –

Raue Nächte
und Personen,
die sich wandeln
zurück in Menschen,
die sie mal waren
im Mutterleib.

Wilde Zeiten
und Widerstände
gegen Despoten
hinter Bildschirmen,
die noch meinen,
Herrscher zu sein.

Heiße Tage
im Erwachen
aus tiefem Schlafe.
Sorglos war gestern,
jetzt gilt’s zu kämpfen,
um frei zu sein.

Wach auf aus dem Schlafe!
Wach auf!
Das Heer, das wilde,
tobt durch die Zeiten …
Wach auf! Beeil dich!
Harmlos war gestern.

© Elke Bräunling

Noch mehr Gedichte zur Raunacht: Raunacht und Raue Nächte

Was, wenn Ängste sprechen?


Was, wenn Ängste sprechen? *
Gedicht und Song zu Fragen der Zeit –

Was, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär
und wir vertrauen könnten,
auf dass wir uns bedenkenlos
ein freies Leben gönnten?
Stellt man sich diese Frage noch
in ignoranten Zeiten,
in denen Menschen überall
sich uneins sind und streiten?

Was, wenn es Positionen gibt,
die Menschen trennen, spalten,
was Freunde so zu Feinden macht,
die nichts von Frieden halten?
Und was, wenn Fanatismus siegt
im Kampf um Menschenseelen,
wenn starrer Wahn Vernunft bekriegt
und Irre Leben stehlen?

Was, wenn es Soldaten sind,
die unsre Städte fluten
und wir für unsre Menschlichkeit
noch eines Tages bluten?
Was, wenn sie durch die Dörfer ziehn,
zu rauben und zu töten,
und keiner da ist, der uns hilft,
so schutzlos und in Nöten?

Was, wenn alles Lüge ist,
was sie uns stets erzählen,
damit wir weiter treu und brav
sie immer wieder wählen?
Doch was, wenn wir das Wörtchen „Nein“
verwenden und laut sagen,
dass wir dies üble Spiel verstehn
und uns zu wehren wagen?

Und wenn die Revolution sie frisst
und jagt dann eines Tages,
was stellt man dann am besten an
mit Menschen ihres Schlages?
An Fensterkreuze hängen, so wie’s
die Propheten künden,
auf dass sie büßen bis zum Tod,
für alle ihre Sünden?

© Elke Bräunling

Und hier eine großartige Vertonung von Balz Burch

(Text von Elke Bräunling und Musik von Balz Burch)