Kategorie: Kindergedicht

Frieden ist bunt

Frieden ist bunt *
Friedensgedicht für Kinder –

Ich mal den Frieden, er ist bunt
und in den Formen ist er rund.
Weil er so sanft ist, nehm ich Blau,
dazu ein ganz zartes Silbergrau.

Ich male Grün wie die Natur,
Orange auch eine kleine Spur,
Dann Rot. Es wärmt und macht mir Mut,
und Gelb, dann fühle ich mich gut.

Ich male einen großen Kreis
mit bunten Tupfern und viel Weiß,
und alle Farben haben Platz,
auch ein paar Worte und ein Satz.

Und der sagt: „Frieden jeden Tag,
weil Frieden bunte Farben mag,
so bunt, wie alle Herzen sind,
und das wünscht sich auch jedes Kind.“

© Elke Bräunling

Frühling ruft

Frühling ruft *
Frühlingsgedicht für Groß und Klein –

„Wach auf!“, ruft es vom Boden her.
„Das große Fest beginnt schon bald!
Hörst du das leise Flüstern hier
und ringsumher in Feld und Wald?“

Ich lausche, staune, blicke auf.
Der Winter hält hier noch Regie,
doch hör ich in des Baches Lauf
ein Klingen voller Harmonie.

Ein Knacken hier, ein Rascheln da,
als tanzten Elfen auf zum Fest,
ein Vogelchor singt, hell und klar,
der müde Seelen jubeln lässt.

Ich halte still und atme ein
die Luft, das Licht, den süßen Duft.
Und leise kichert es vom Hain:
„Hörst du es endlich? Frühling ruft!“

© Elke Bräunling

Frühlingsanfang

Frühlingsanfang *
Frühlingsgedicht –

Der Frühling steigt aus seinem Bette.
Etwas verkatert ist er noch,
weil er gern noch geschlafen hätte,
die Zeit plant anderes jedoch.

So taumelt matt er durch die Tage,
sein Gang ist holprig, schwer und lahm,
der Neuanfang ist eine Plage,
müd’ hängt er an des Winters Arm.

Er sieht, den Menschen geht’s nicht besser.
Sie kämpfen gegen Schatten an,
die Augen stumpf, die Wangen blässer,
kein Funke, der noch leuchten kann.

Doch hört er sacht ein leises Klingen,
ein Wispern tief in Baum und Strauch.
Es drängt ihn, munter mitzuschwingen
voll Lebenslust und frischem Hauch.

Er möchte lachen und genießen
die schönen Seiten seiner Zeit,
die Blüten, Blätter, die nun sprießen
in kunterbunter Munterkeit.

„Ich werd euch folgen guten Mutes!“
ruft aufgeweckt er ihnen zu.
„Ihr seht von mir fortan nur Gutes!
Vorbei ist’s mit der Winterruh.“

© Elke Bräunling

Frühlingsflüstern

Frühlingsflüstern *
Vorfrühlingsgedicht für Kinder –

Psst! Da raschelt es am Boden,
alte Blätter knacken leis
und ein klitzekleines Mäuschen
huscht vorbei im Sonnengleiß.

Nun hört man ein leises Brummen.
Über totem Laub daher
summt das erste Frühlingsbienchen,
Flügelchen vom Schlaf noch schwer.

Mitten auf dem Buschwindröschen
macht ein Käfer kurz mal Rast.
Um im Sonnenlicht zu baden,
ist er heute gern hier Gast.

Ringsum regt sich neues Leben
auf dem Boden nun im Wald,
und der Frühling lauscht dem Liede,
das hier froh für ihn erschallt.

© Elke Bräunling

Schneeglöckchenglöckchen

Schneeglöckchenglöckchen *
Kleines Gedicht zum Valentinstag oder zum Geburtstag –

Schneeglöckchenglöckchen
hab ich heut gepflückt
für dich zum Valentinstag.
Schneeglöckchenglöckchen.
Ein Sträußchen, es schmückt
dein Herz, das ich so sehr mag.
Schneeglöckchenglöckchen,
sie bimmeln ganz zart
und Freude kehrt bei dir ein.
Schneeglöckchenglöckchen
soll’n auf sanfte Art
die Boten der Liebe sein.

© Elke Bräunling

Frühlingsweide

Frühlingsweide *
Vorfrühlingsgedicht für Kinder –

Verborgen noch im Winterkleide
träumt still der Frühling vor sich hin.
Nur in der hohen alten Weide
öffnen sich schon mit leisem Pling
die ersten Blüten zart und hell
mit einer Haut so weich wie Fell.

Und bald erklingt ein munt’res Summen
allüberall im Blütenmeer,
ein wildes, aufgeregtes Brummen,
es kommt vom überall hierher,
denn mit der Weide über Nacht
sind auch die Bienen aufgewacht.

Es ist, als ob die Welt erwache
aus einer kalten, dunklen Zeit
und wie erlöst nun wieder lache
mit neuer Frühlingsheiterkeit.
Und bald liegt wieder in der Luft
ein köstlich süßer Blütenduft.

Den Frühling stört’s nicht, er schläft weiter.
Er hat’s nicht so mit Drängelei.
Den Lauf der Dinge, denkt er heiter,
bestimme ich, ich bin so frei,
denn meine Zeit braucht ihre Zeit,
und dazu ist’s noch nicht soweit.

© Elke Bräunling

Das frühe Veilchen

Das frühe Veilchen *
Kleines Frühlingsgedicht

Was blitzt da blau? Ich hab’s gesehn.
Ein Veilchen, ach, so wunderschön!
Es lächelte im Winterlicht
und kroch zu mir in dies’ Gedicht.

„Hier bleibe ich“, sprach es zu mir,
„ein Weilchen nun und wart’ mit dir
auf Frühlingsluft und Sonnenschein
mit Veilchenduft, so süß und rein.“

Ich freute mich und nahm’s mit heim
und schenkte Worte ihm im Reim.
Wir hatten eine gute Zeit –
und Frühling war auch nicht mehr weit.

© Elke Bräunling

Kleine Seele, weine

Kleine Seele, weine *
Kleines Trostgedicht für Kinder –

Kleine Seele, weine.
Du bist nicht alleine.
Der Mond, er hört dir zu,
die Sonne, Wolken, Sterne,
sie alle spenden gerne
dir neue Seelenruh.
Kleine Seele, lache,
du darfst auch fröhlich sein.
Lieben darfst du, kuscheln, lachen.
Träum dir einen Zauberdrachen,
der an deiner Seite weilt
und dir deinen Kummer heilt.

© Elke Bräunling

Schneemannfrau

Schneemannfrau *
Fröhliches Wintergedicht –

Dicker weißer Mann,
du stehst im Schnee und lachst mich an,
wie nur ein Schneemann lachen kann
mit deinem fröhlich breiten Mund
in dem Gesicht so kugelrund.

Du dicker weißer Mann,
ich schau zu dir, dann fang ich an,
so gut und sorgsam wie ich kann,
und bau nach deinem Bild genau
für dich die schönste Schneemannfrau.

© Elke Bräunling

Bethlehem ist überall

Bethlehem ist überall *
Weihnachtslied für Groß und Klein –

Bethlehem ist überall
zu finden, wenn man sucht –
in dir, in mir, in jedermann,
in allem, was man tut:
Freude schenken,
keinen kränken,
Glück erleben,
Hoffnung geben.
Bethlehem ist überall

Bethlehem ist überall.
Mach nur die Augen auf,
und du und ich und jedermann,
ein jeder kommt darauf:
Frieden wahren,
Leid erfahren,
dir vertrauen,
Angst abbauen.
Bethlehem ist überall.

Bethlehem ist überall,
glaub´s nur, ja, es ist wahr.
Mach´s dir und mir und jedermann,
mach´s allen Menschen klar:
Liebe leben,
Schmerz zugeben,
Kummer teilen,
Wunden heilen.
Bethlehem ist überall

© Elke Bräunling

 

 

© Text Elke Bräunling * Melodie Paul G. Walter

Wo liegt Bethlehem?

Wo liegt Bethlehem? *
Weihnachtsgedicht –

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht in jedermann?
Wenn Menschen zueinander stehen
und ihren Weg gemeinsam gehen,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht bei uns zu Haus?
Wenn wir gemeinsam Lieder singen
und einander Freude bringen,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht in unsrer Stadt?
Wenn Reiche auch an Arme denken
und einander Hoffnung schenken,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

Sag mir, wo liegt Bethlehem?
Vielleicht in unsrem Land?
Wenn Menschen still in Frieden leben
und dem Feind die Hände geben,
dann ist Bethlehem nicht weit.
Dann ist Weihnachtszeit.

© Elke Bräunling

Kleine Weihnachtsschätze

Kleine Weihnachtsschätze *
Adventsgedicht für Groß und Klein –

Wieder leuchten Weihnachtslichter,
alle Häuser sind geschmückt.
Auf dem Marktplatz steht ein Dichter,
den der Anblick sehr verzückt.

Irgendwo ertönt ein Klingen
leise in der Winternacht,
so als würden Engel singen,
und das Herz des Dichters lacht.

Und schon reihen sich die Sätze
Wort für Wort und fein im Reim.
Diese kleinen Weihnachtschätze
nimmt er mit ins warme Heim.

Und dort schreibt er eilig nieder,
was ihm diese Nacht geschenkt,
und er weiß, dass immer wieder
an dies’ Wunder er nun denkt.

© Elke Bräunling

Nikolaus steht vor der Tür

Nikolaus steht vor der Tür *
Nikolausgedicht/Lied für Kinder

Ein roter Mantel, der Bart lang und weiß,
kommt er gegangen ganz heimlich und leis.
Ein Rascheln, ein Wispern,
ein Tuscheln, ein Knistern,
ganz nah bei dir.
Nikolaus steht bald vor der Tür.

Den Sack voller Gaben, sehr groß und schwer,
trägt auf dem Rücken er nun zu dir her.
Ein Räuspern, ein Prusten,
ein Flüstern, ein Pusten,
ganz nah bei dir.
Nikolaus steht bald vor der Tür.

Du kannst’s nicht erwarten, die Zeit wird dir lang,
ein bisschen ist dir auch vor ihm bang.
Ein Prusten und Japsen,
ein Klopfen und Tapsen,
ganz nah bei dir.
Nikolaus steht bald vor der Tür.

Es klopft an der Tür nun, du kriegst einen Schreck,
Doch dann ist die Furcht sehr schnell wieder weg.
Ein Murmeln, ein Raunen,
ein Kichern, ein Staunen,
ganz nah bei dir.
Nikolaus steht jetzt vor der Tür.

© Elke Bräunling

Adventslicht auf dem Fensterbrett

Adventslicht auf dem Fensterbrett *
Kleines Adventsgedicht für Kinder –

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt
am Kranz. Doch auf dem Fensterbrett
ist ein Adventslicht auch ganz nett.
Es funkelt hell und warm und schön,
und alle Leute können´s sehn.
Sie bleiben vor dem Fenster stehn,
und sagen: „Ach, wie ist es schön,
wenn alle Jahre im Advent
im Dunkeln hell ein Lichtlein brennt!“

© Elke Bräunling