Schlagwort: Zeitkritisches Gedicht

Seelenstriptease einer Zeit

Illustration Gestalt wächst aus dem Rauch über einer Landschaft, ausgeknipste Lampe am Himmel, Uhr, Kreise - dies alles etwas abstrakt

Seelenstriptease einer Zeit
Zeitkritisches Gedicht und Lied

Urplötzlich ist die Lampe ausgeknipst.
Dünn wird die Haut und das Gewand.
Man schwankt und fühlt sich wie beschwipst
und rastlos in der Zeit gebannt.

Die eine Welt zwischen dem Zeitenspiel
in heimlicher Verborgenheit,
und doch zeigt sich von ihr so viel
im Endspiel der Verlogenheit.

Der Zwang zur Lethargie trägt Maulkorb nun,
die Übelmacht hat sich verzockt.
Voll Arroganz im bösen Tun
hat sie das Ding gründlichst verbockt.

Ein Schweben, ziellos nun durch Zeit und Raum,
zieht Kreise wie ein stummer Hauch.
Zerplatzt der alte finstre Traum,
und Hoffnung steigt aus kaltem Rauch.

© Elke Bräunling

Elke Bräunling & Balz Burch

 

 

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Der Mann, der noch Bücher las – Zukunftsvision?

Illustration Mann und Mädchen sitzen unterm Baum und lesen Bücher

Der Mann, der noch Bücher las – Zukunftsvision?
Gedicht vom Wert des Lesens

Ich sah doch heut, du glaubst es kaum,
im Stadtpark unter einem Baum
‚nen Mann, der cool am Boden saß
und ruhig in einem Buche las.

Ein echtes Buch! Ich sah ihn an.
Ein Mensch, der dies noch lesen kann
ganz ohne Handy … einfach so?
Sein Anblick machte mich sehr froh.

Ein kleines Mädchen sah ihm zu
und staunte, fragte: „Was machst du?
Liest du ein Buch, wie’s früher war
so aus Papier mit Seiten gar?

Ich hab davon im Film gesehn
und fand das Bücherlesen schön.“
Es tippte sacht und wie gebannt
am Rand entlang mit seiner Hand.

Ein Lächeln – und da brach der Bann.
Ein zweites Buch reichte der Mann
dem Kind und sprach: „Komm, setz dich her.
Dies Buch gefällt dir sicher sehr.“

So saßen sie, ich glaubt’ es kaum,
an ihrem Platz hier unterm Baum
und lasen, still, vergnügt, entzückt,
vor Glück wie von der Welt entrückt.

Und ich weiß nun, es kann geschehn,
dass wir bald wieder Menschen sehn
mit Büchern, die sie int’ressiern,
die sie beglücken, faszinier’n.

© Elke Bräunling

Lesen ist toll! Hören ist es auch!
Hör dir gerne das Lied zum Gedicht, komponiert von Balz Burch, an! ☀️

Text: Elke Bräunling  Musik: Balz Burch

 

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Nur wer selbst denkt

Nur wer selbst denkt *
Zeitkritisches Gedicht

Glaube nicht, was andre denken.
Höre, was dein Herz dir sagt.
Ihm kannst du Vertrauen schenken,
weil es dich nicht hinterfragt.

Mach dir eigene Gedanken.
Gib den Dingen deine Sicht.
Fremde Worte, Lügen, Schranken
helfen dir beim Denken nicht.

Prüfe gut, was andere sagen.
Was nicht in dein Weltbild passt,
muss im Kopfe dich nicht plagen,
es ist unnötig und Last.

Nur wer selbst denkt, der ist ehrlich
zu sich selbst, zu seiner Welt.
Echte Denker sind noch spärlich,
doch das Feld ist wohl bestellt …

… und es werden immer mehr.

© Elke Bräunling