Kategorie: Allgemein

Weihnachten eben

Aus allen Richtungen kamen Leute durch den funkelnden, knirschenden Schnee, manche auf Schlitten, mit Laternen in der Hand zur Kirche. Schweigend und still. In der Kirche war es wunderschön. Es roch richtig nach Weihnachten! Wir saßen im Dunkeln, doch vorne, am Altar, stand ein großer Tannenbaum mit funkelnden Kerzen. Darunter die Krippe in vollem Licht. Festlich erklang die Orgel. Zum Schluss sangen alle ‚Stille Nacht, heilige Nacht’ und jedes Jahr wieder kamen mir kleinem Jungen die Tränen und ich wünschte, dass das Lied nie zu Ende ging. Alles kam näher: die Krippe, Kerzen, das Kind im Stall, Sterne funkelnd vor den Kirchenfenstern – Weihnachten eben.
(aus: Uropas Weihnachtsfest …)

Händel.Wette

„Wetten, dass ich es schaffe, bis Weihnachten ein Händel-Orgelkonzert einzuspielen?“, wettete Herr Märchenflüsterin zu Beginn der Woche.
„Mit Orgel?“, fragte ich hoffnungsfroh, wohl wissend, dass das nicht funktionieren kann.
„Mit Cembalo und Orchester“, versprach der Meister.
„Gut!“
Gut!
Et voilà!

Wie gut, dass wir uns vor lauter Wetteifer keinen Wetteinsatz vereinbart hatten.

Ich liebe solche Wetten! 🙂

Er passt übrigens ganz wundervoll in die Weihnachtszeit, der „ge.cembalote“ Herr Händel, nicht wahr?

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=AF48N_mNDuk] 
Georg Friedrich Händel, Concerto Nr. 4 F-Dur in einer Adaption für Cembalo und Orchester

Vom Schenken

Einfach mal so die Worte dahingeplubbert und Gedanken vor mich hingeplappert.
Es ist schon länger her, fünfzehn Jahre oder so, als ich beim Plubbern und Plappern diese kleinen Verse geschrieben habe. Für eine Sammlung von Kindergeschichten und -gedichten. Damals.
Heute entdecke ich den kleinen Vers im Internet in vielen Blogs, Websites und Gästebüchern. Sie müssen wohl vielen Menschen aus der Seele sprechen, diese kleinen Sätze.

 

Was schenk ich bloß?
Was denk ich bloß?
Was soll es denn nur sein?
Was schenk ich bloß?
Was tu ich bloß?
Mir fällt ja gar nichts ein.
Was schenk ich bloß?
Ich geh halt los,
kauf irgendetwas ein.
Irgendetwas.
Einfach so.
Es wird schon richtig sein!
Hübsch eingepackt,
wie man’s so tut…
An Weihnacht nämlich
ist ein jeder
mal zum andern gut.

Ich wünschte mir, ein fröhlicheres Gedicht erführe diese Nachfrage …

 

Wohin wird er gehen?

Wortfetzen schwirren durch das Tageinerlei. Undeutlich, verschwommen, geballtgekleistert im Trubegejubele der Endspurtstimmung. Oder Endzeitstimmung? Einige Worte sind deutlicher zu vernehmen. „Weihnachtsstress“ ist eines. „Weltuntergang“ ein anderes. Und weitere.
Endspurt oder Endzeit?
„Kräftig gebacken und aufgeräumt und gestern dann endlich die Pause. Nun heute geht es weiter, Endspurt, denn nur noch eine Woche, dann gibt es das große Fressen…“, lese ich irgendwo und fühle mich, irgendwie, nun auch in Endzeitstimmung…
Oder doch Endspurt?
Wohin wird er gehen, dieser dem Ende zupreschende Spurt?

Licht.geträumt


Vor dir steht das alte Haus mit dem Licht im Fenster unten rechts.
Die Kerze im Fenster flackert noch immer. Es ist, als winke sie dir zu. „Komm“, ruft sie. „Besuche mich!“
„Warum nicht?“, denkst du und überlegst, wie es in dem alten Haus aussehen würde. Altmodisch wie in einem Museum vielleicht?
Du stehst auf und klopfst dir den Schnee aus den Kleidern. Dann gehst du auf die Kinder zu, die nun bei dir am Brunnen angelangt sind.
„Darf ich mitkommen?“, fragst du, doch die beiden bewegen sich nicht mehr. Es tanzen auch keine Schneeflocken vom Himmel und das Licht im Fenster unten rechts flackert ebenfalls nicht mehr.
Du sitzt wieder vor deinem Adventskalender und schaust auf das Bild.
„Ich komme zurück“, versprichst du. „Morgen träume ich mich wieder zu dir und dann möchte ich die beiden Kinder und das alte Haus kennen lernen. Morgen.
Und nachher, nimmst du dir vor, wirst du auch eine Kerze aufs Fensterbrett stellen. Vielleicht, ja, vielleicht träumt sich ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge – oder ein Weihnachtsengelchen – für einen klitzekleinen Moment zu dir?
Schön wäre das …

aus dem Buch: Das Haus mit den Butzenscheiben

Bunt.launig

Ringsum nur grau und nur weiß, wie ich seh‘!
Nimm Farben und male das Bunt in den Schnee!
Sie lachen dir zu und zaubern ein Stück
von fröhlicher Wärme und heimlichem Glück.
Das Rot und das Gelb, sie wandeln die Zeit
für ein paar Minuten …
… grad hat’s neu geschneit.

Ich wünsch mir ‚was

Liebes Christkind!
Heute schreibe ich dir einen Wunschzettel und ich verspreche es dir, liebes Christkind: Es ist kein Wunsch, der Geld kostet und den man als Geschenk in bunte Päckchen verpacken kann. Es ist ein ganz kleiner, leiser, bescheidener Wunsch:
Bitte mach, dass die Leute sich wieder erinnern, dass du es bist, das Geburtstag hat, und dass du dir Ruhe und Gemütlichkeit und Besinnlichkeit und Frieden wünschst und nicht diesen Trubel, die Drängeleien und Hetzereien auf Straßen und in den Städten. Und bitte, sagt ihnen auch, dass du auch jene quietschbunten Glitzerflimmerschmuckhäuser und -fenster so gar nicht leiden magst. Weißt du, liebes Christkind, das nämlich machen die Menschen in den Wochen vor Heiligabend nur deinetwegen, und sie sind dabei so gestresst, dass sie das Lachen vergessen und oft sehr grimmig dreinschauen. Dass sie so sehr drängeln und sich arg unfreundlich und trubelig unterwegs verhalten. Sie nennen es Weihnachtsvorbereitungen, doch sag, Christkind, wünschst du dir diese „Vorbereitungen“ überhaupt?
Liebe Grüße, auch an deine Eltern und Ochs und Esel
Deine E.

 

Die vergessene Geschichte

Meine allerliebste Weihnachtsgeschichte, Mia und das Christkind, schenke ich mir heute zum Adventssonntag.
Mir und Euch.
Sie ist schon älter, die Geschichte. Ebenso die Aufnahme.
Und ich hatte sie lange Zeit „vergessen“.
Bis heute.
Vergessene Geschichten sind etwas ganz besonders Trauriges, finde ich.
Und wer mag schon „traurig vergessene“ Geschichten?

Auch im Kindergeschichtenblog „Elkes Kindergeschichten“ habe ich sie heute wieder zum Leben erweckt. Dort könnt Ihr sie lesen. Viel Spaß!

Und Daumen drücken, auf dass die vergessene Geschichte nicht ein zweites Mal „vergessen“ wird!
Danke …

Einen schönen Advent Euch

Elke

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=rIgNwgnnCU8?rel=0] 
Das Christkind im Kirschbaum, vor einigen Jahren superschön gelesen von Annick Klug (damals tätig an Bühnen in Darmstadt und Berlin) mit Musik von Paul G. Walter

Stille

Auf der Suche nach der Weihnachtsstille kam der Mann in eine Stadt. Autos, Busse und Lastwagen rasten an ihm vorbei, Motoren dröhnten, Reifen quietschten, Hupen heulten auf. In den Straßen drängelten sich murrende, schimpfende Leute und aus den Geschäften plärrten Weihnachtslieder.
„Wo ist die Weihnachtsstille?“, wollte der Mann fragen. Er ließ sich von den Massen treiben und landete in einem Kaufhaus. Bunt war es hier und grell. Geblendet schloss er die Augen. Wie laut es war! Leute stritten, Kinder quengelten, Mütter schimpften, Verkäufer riefen einander Zahlen zu, Lautsprecherstimmen priesen Sonderangebote an, Kassen klingelten, Musik dudelte.
Der Mann stöhnte. Der Kopf tat ihm weh. ‚Weg, dachte er, schnell weg hier!’ Wo war Weihnachten? Wo die Weihnachtsstille? Gerne hätte er jemanden danach gefragt, aber er wollte nicht stören. Eilig verließ er das Kaufhaus und wanderte stadtauswärts. Er bog in einen Feldweg ein, ging über Felder und Wiesen. Es schneite. Leise knirschte der Schnee unter seinen Füßen, und je weiter er lief, desto stiller wurde es, so still, dass er glaubte, die Schneeflocken fallen zu hören. Der Mann atmete auf. Schön war das. Irgendwo werde ich sie doch noch finden, die Weihnachtsstille, dachte er und lief weiter. Er lief und lief und fühlte sich gut. Er traf auch niemanden, den er fragen konnte.

 

 

Grauherbstmelancholie

„Adieu“, sagte ich heute zum Herbst.
Es ist immer eine traurige Phase, jene letzten Novembertage, in denen die Natur im Grau einschläft und das schillernd bunte Glitzerflimmerleben in den Städten genau dagegen, gegen diese Winterruhe, aufbegehrt. Irgendwie liebe ich mehr die Melancholie des Augenblicks, ohne künstliches Licht. Und ohne Adventskranz. Bei uns steht immer eine brennende Kerze in dem Raum, in dem wir uns aufhalten, selbst im Hochsommer. Sie jetzt durch Advents“kruscht“ zu ersetzen, erscheint uns nicht passend, irgendwie. Zumindest jetzt noch nicht in der Phase der Grauherbstmelancholie …
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=KMTOXJbIgAE?rel=0]

 

Nebel

Nebel,
vermeintlich einengend,
zeichnet er die Konturen weich(er)
und schickt die Gedanken
in einen leeren Raum
der Weite in grau-weiß.
Ich mag ihn, irgendwie.