Ich sitz so gern einfach im Grase
und schau in den Himmel hinein.
Da rümpfen die Leute die Nase:
„Nun tu mal was! Du fauler ‚Hase‘!
Hier immer nur sitzen? Oh nein!“
Refrain Und ich sitze und denke und träume.
Mein Kopf, der mag niemals ruhn:
Da wachsen Ideen wie Bäume,
da öffnen sich Bilder und Räume …
Wer denkt, der hat echt viel zu tun.
Das Gras singt ein Lied mit dem Winde,
die Biene besucht ihren Klee,
die Wolke malt Bilder geschwinde:
ein Schiff, einen Bär, eine Kinder-
karussellfahrt hoch überm See.
Da rufen die Wolken: „Komm, reise!
Komm, reise doch mit übers Land!“
„Heut nicht!“, sag ich höflich und leise,
„ich denk grad auf eigene Weise,
und da gibt’s zu tun allerhand!“
Gesprochen (das Wölkchen, kichernd): „Die Gedanken sind frei! Frei wie wir!“ (Das denkende Kind, ruft hinterher): „Danke! Das merke ich mir!“
Und heißt es: „Der sitzt da und träumt bloß
so träge und arbeitet nicht!“,
dann lach ich, bei mir ist ganz viel los,
die Welt der Gedanken ist so groß
und voll wie ein Korb voller Licht.
Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn Gedicht und Lied für alle Eltern … und für den Frieden
In meinen Armen das schlafende Kind.
Ein friedvolles Bild von Liebe und Glück.
Ich glaube nicht, dass wir je glücklicher sind.
Momente wie diese kehren nie mehr zurück.
Und ich schau auf das Bild, das die Erinnerung malt,
aus dem Lebensfreude und Zuversicht strahlt,
und ich schwöre bei all meinem Sein:
Dich, mein Kind, lasse ich niemals allein.
Schnell bist du gewachsen, ich lasse dich los,
weil man das so tun muss in diesem Land.
Du kommst zur Schule, denn du bist jetzt groß
und hörst Worte, Dogmen, die dir unbekannt.
Und ich sehe voll Sorge, was das mit dir macht,
dass du vergisst, wie man träumt, wie man lacht,
und ich schwöre bei allem meinem Sein:
Dich, mein Kind, lass ich damit nicht allein.
Schon bist du erwachsen, für Großes bereit.
Du hast Träume, Ideen und sehr viel geplant,
die Schritte ins Leben sind spannend und weit,
und oft kommt es doch anders dann als geahnt.
Und ich denk an die Zeit mit dir gern zurück,
wir lebten ein Leben in Frieden und Glück.
Und ich sag dir bei all meinem Sein:
Wir sind uns nah, es bleibt keiner allein.
Doch hören wir heute die Rufe nach Krieg,
Soldaten werden benötigt für Land und Partei,
für Waffen, Schlachten, Gehorsam und Sieg.
Kanonenfutter … und du bist dabei.
Die Rechnung mit uns Müttern, die macht ihr nicht.
Euch zu bekämpfen ist jetzt unsre Pflicht.
Auf Halbmast die Flaggen im Lande wehn.
Vergesst es! Mein Kind, dich lass ich nicht gehn.
Nein! Mein Kind lass ich nicht gehn.
Es ist selten, dass eine Vertonung exakt die Gefühle ausdrückt und die Tränen erahnen lässt, die ich beim Schreiben dieses Gedichts empfunden habe. Dem lieben Balz Burch ist dies vortrefflich gelungen mit diesem wundervollen Song, in den ich mich sofort verliebt habe. Vielleicht wirst du dieses Lied auch lieben?
Glück ist kein Plan – Zwei Ufer FRIEDENSSOMMER 3 – Ein Friedenslied
Sie sind früh bergauf gestiegen,
Blütenduft am Wegesrand.
Nordwärts glänzt der See, dort liegen
Deutschlands Ufer sanft verschwiegen.
West und Süd: das Schweizer Land.
„Oma sprach oft von Sirenen,
Keller, Hunger, Kriegsgeschrei.
Von der Flucht, dem langen Sehnen“, …
flüstert sie da, fast in Tränen:
„Und kein Sommer – sorgenfrei.“
Er sprach: „Großvater erzählte.
Nachts stand er am stillen See.
Drüben brannte’s. Und es quälte
ihn, wie nah das Schicksal wählte:
hier das Licht – und dort das Weh.“
Unten feiern sie das Leben,
Sommermusik weht herauf.
Wie die Menschen damals eben:
arglos, hell dem Tag ergeben.
Und kein Schatten hält sie auf.
Bridge
Sie: „Glaubst du… es kommt wieder?“
Er (nach langer Pause): „Ich weiß es nicht. Wir hatten damals Glück. Aber Glück ist kein Plan.“
Sie (leise): „Nein. Glück ist kein Plan.“
Und sie teilen Brot und Wasser,
sitzen lange noch zu zweit.
Wind wird kühler, Licht wird blasser,
tief im Tal das große Wasser
still und grenzenlos und weit.
Und sie steigen ab, die beiden,
Seit‘ an Seite, Schritt um Schritt
durch die abendstillen Weiden.
Zwei, die im Erinnern leiden.
Und die Frage wandert mit.
Refrain
Unten feiern froh die Leute,
und der See glänzt weich und weit.
Schön wie damals ist das Heute.
Sucht das Gestern sich schon Beute?
Findet uns die alte Zeit?
Seelenstriptease einer Zeit Zeitkritisches Gedicht und Lied
Urplötzlich ist die Lampe ausgeknipst.
Dünn wird die Haut und das Gewand.
Man schwankt und fühlt sich wie beschwipst
und rastlos in der Zeit gebannt.
Die eine Welt zwischen dem Zeitenspiel
in heimlicher Verborgenheit,
und doch zeigt sich von ihr so viel
im Endspiel der Verlogenheit.
Der Zwang zur Lethargie trägt Maulkorb nun,
die Übelmacht hat sich verzockt.
Voll Arroganz im bösen Tun
hat sie das Ding gründlichst verbockt.
Ein Schweben, ziellos nun durch Zeit und Raum,
zieht Kreise wie ein stummer Hauch.
Zerplatzt der alte finstre Traum,
und Hoffnung steigt aus kaltem Rauch.
Das wird uns hier nie mehr passieren,
so dachten wir früher und fühlten uns gut.
Die Kriegslust würde nie mehr grassieren,
an unseren Händen klebt niemals Blut.
Heil sei die Welt, die wir uns geschaffen,
das haben wir viele Jahre geglaubt
ganz ohne Feinde, Kriege und Waffen.
Die Illusion, die ist uns nun geraubt.
Nie wieder Kriege, sagten die Alten,
nie wieder Feindschaften in unserm Land.
Beteuerungen, die ewig galten,
sind gnadenlos zu Asche verbrannt.
L*genbolde, von Geldgier besessen,
von Korruption und Herrschsucht gelenkt,
haben alte Gesetze vergessen
und uns in neues Unglück gedrängt.
Das Volk ist erstarrt und kann es nicht fassen.
Es hat die Falschen zum Herrscher erwählt.
Wenn wir uns weiter irr’leiten lassen,
ist unsre Zeit im Lande gezählt.
Wir denken an den Frieden
ein bisschen jeden Tag
und sammeln heut Ideen ein,
so viel wie jeder mag.
Die Idee des Tages ist
für euch. Mach du auch mit!
Jeder kleine Funke Frieden
ist ein großer Schritt.
Für heute hab ich die Idee:
Ein Lachen schenk ich dir
an diesem Tag, weil ich dich mag –
und Frieden dir und mir.
Für morgen hab ich die Idee:
Ich teil mit dir mein Brot.
Aus kleinen guten Taten wird
so Hilfe in der Not.
Für übermorgen die Idee:
Ich höre dir ruhig zu,
denn wer sich Zeit für andre nimmt,
der schenkt ein Stückchen Ruh.
Der Frieden wächst so immer mehr
ganz leis und klein und zart.
Mit einem guten Wort, das hilft
auf freundschaftliche Art.
An jedem Tag eine Idee.
Hey, du bist auch dabei.
Ein Friedenswort. Ein Dankeschön.
Ein Lächeln, Helfen und Vertrau’n
und das macht Mut, das macht uns frei.
Ein bisschen Frieden,
Stück für Stück,
das wünschen wir uns
für die Welt.
Ein bisschen Frieden,
ganz viel Glück,
damit das Leben
allen Menschen
auf der Welt gefällt.
Walkürennacht Der Ritt in die Ewigkeit – Gedicht und Song
Blut im Schnee, zerschlag’ne Glieder,
Atem, der im Sturme bricht.
Keuchen, schwere Augenlider.
Todesruf zieht ihn hernieder: „Kennst du meine Stimme nicht?
Ich war da in deinen Träumen, als du schliefst im Waffenklang. In den sturmgepeitschten Räumen, zwischen Hoffen und Versäumen hörtest du meinen Gesang.“
Was ist dieses sanfte Scheinen
mitten in der Todesnacht?
Stimmen aus der Ferne einen
Rufe, Schreie, leises Weinen.
Seelenpein, die frisch erwacht.
„Fürchte nicht die dunklen Schwingen, die du siehst im Feuerschein. Lass das Schwere dir entringen. Ich werd dich nach oben bringen nach Wallhall, der Helden Heim.“
Und er fühlt ein letztes Staunen,
spürt den Schmerz, der von ihm fällt,
sanft gebettet wie auf Daunen,
rings um ihn ein leises Raunen,
Rufe aus der Götterwelt.
Lichter leuchten in den Hallen. Hörst du auch das Rufen schon? Die vor dir sind längst gefallen. Held von Helden unter allen, folg mir zu Walhallas Thron!
Da! Er lacht in ihren warmen
Armen frei von allem Schmerz.
Sturmgebraus in Götterarmen!
Hufschlag! Feuer! Weltendramen!
Walkürenritt! Mitten ins Herz!
Im letzten Atemzuge
ein Flügelschlag im Sturm.
Dem Stille …
folgt.
…
Und er liegt in ihren Armen!
Donner! Feuer! Hufeschlag!
Durch die Wolken ohn’ Erbarmen
zieht der Ritt durch Nacht und Tag
hin zum ew’gen Weltentraum
weit entfernt von Zeit und Raum.
Walkürenritt!
Hoch hinauf!
Walhalla!
Ruft!
Vor langer Zeit, da lagen Schatten
kalt und düster überm Land,
als die Menschen mit den satten
Drachensöhnen Zwiste hatten
und es sich kein Ausweg fand.
Der Drache saß fett auf den Schätzen
voller Gier blind auf dem Thron,
ließ die Völker sich verhetzen,
hielt sie fest in seinen Netzen
für die Macht als seinen Lohn.
Die Menschen, die darunter litten,
duckten sich und hielten still,
konnten nicht um Frieden bitten,
nicht um Gnade, doch sie stritten
nun auch miteinander viel.
Als es der Drache überspannte
einmal dann zu weit vor Gier,
fauchend durch die Städte rannte
und das Land wie Zunder brannte,
schien das End’ gekommen schier.
Die große Stille war gekommen.
Demütig, wer übrig blieb.
Drachenblut verlöscht, zerronnen
endete in Aschetonnen,
wie es die Geschichte schrieb.
Bridge
Kein Getöse. Kein Triumphgeschrei
Nur ein Feld. Ein leiser Wind.
Dunkle Zeiten sind vorbei.
Der Mensch steht da, von Ängsten frei
und arglos wie ein kleines Kind.
Refrain
Zeiten des Drachen.
Dunkelheit. Schmerz.
Kein Ausweg. Kein Licht.
Kein Hoffen! Kein Herz!
Ein Schrei im Finstern
und drei Tage zum Licht,
bis die Welt wieder atmet
und das Licht …
…
bleibt.
Ahnenklang Gedicht und Lied vom Flüstern der alten Steine
Stell dir vor, die alten Steine
wär’n lebendig in der Nacht
und sie können von den Seelen,
die hier lebten, viel erzählen,
in der alten edlen Pracht.
Und sie zeigten all die Schätze,
die es gab im diesem Land.
Sie erinnerten an Plätze,
und verschlung’ne Wegenetze,
wo einst unser Anfang stand.
Alte Worte, Lieder, Mythen.
Von Legenden sprächen sie
und Gefühlen, die einst glühten,
Zauberkräfte, die erblühten
tief in eherner Magie.
Sie erzählten von den Qualen
und den Kräften, die im Land
hoffnungsfroh mit Ritualen
in schier abertausend Malen
hielten wie ein festes Band.
Und sie würden flehen, bitten,
zu erhalten die Kultur,
die uns in den Kämpfen mitten
all der Zeiten fast entglitten
für den schnöden Mammon nur.
Frieden braucht’s, sie zu erhalten
für die gute bessre Zeit.
Sie erinnern an die alten
einstig gütigen Gestalten
heute bis zur Ewigkeit.
Refrain:
Alle Zeiten. Ewigkeiten.
In der Seelen Nachtgesang
helle Saiten, Himmelweiten
tief in uns im Ahnenklang.
Alle Zeiten.
Ewigkeiten.
Ewigkeiten …
Flieg, Friedenstaube, flieg! * Friedensgedicht für Groß und Klein –
Flieg, Friedenstaube, flieg!
Sie treiben uns in den Krieg.
Die Karten sind gemischt,
Vernunft ist weggewischt
wie Kreide, die der Sturm verweht,
weil keiner mehr zum Frieden steht.
Flieg, Friedenstaube, flieg!
Flieg, Friedenstaube, flieg!
Die Geldmaschine heißt Krieg.
Die Gier ist heiß entfacht,
das Gold längst aufgebracht,
sie zählen schon mit kalter Hand
die Kriegsbeute in unserm Land.
Flieg, Friedenstaube, flieg!
Flieg, Friedenstaube, flieg!
Wir wehren uns gegen Krieg
und spielen da nicht mit
bei dem falschen Schritt.
Kämpft selber, lasst das Volk in Ruh,
wir schau’n euch aus der Ferne zu.
Sieg, Friedenstaube, sieg!
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich
Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤
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