Kategorie: Lyrik zum Hören

Der kalte Wandel

Frierende Frau, Wolken, letzte fallende Herbstblätter

Der kalte Wandel
Herbstgedicht für Melancholiker 

Der Herbst trägt heute silbergrau,
die Sonne fühlt sich ausgebrannt.
Man fröstelt leicht, die Luft ist rau,
Es ist nicht schön, doch allbekannt,

wie schnell die warme Zeit vergeht
und Leichtigkeit im Wind verweht.
Der Mensch ist aufgebracht und denkt:
Dies Wetter will man nicht geschenkt.

So steht er da, frustriert, bedrückt
und hält den Wandel für verrückt,
der viel zu schnell kam und so bald.
Der Mensch seufzt tief. Ihm ist so kalt.

© Elke Bräunling

Oktober


Gedicht Oktober mit Herbstlaub und Bank

Oktober
Herbstgedicht

Am Morgen bist du nebelkalt
und mittags prächtig sonnenwarm.
Du spielst mit uns, so bist du halt,
und lockst mit deinem Charme.

Betörend ist dein Farbenspiel
mal puterrot, mal gelb, mal blau.
Uns zu verzaubern ist dein Ziel
mit deiner bunten Schau.

Mit Düften lockst du uns hinaus
in deine herrliche Natur
mit Blätterbunt und Windgebraus
und Lebensfreude pur.

Ein Sonnenstündchen auf der Bank
ist wie ein Streicheln, sanft und mild.
Oktober, dir sei aller Dank,
der deinem Zauber gilt.

© Elke Bräunling

Das Säuseln der Zeit

Das Säuseln der Zeit *
Gedicht –  Kleine Zeitverschiebung –

Es säuselt leis, als hätt die Zeit
sich heimlich aus dem Staub gemacht.
Als hätt der Blick, so fern, so weit,
ein neues Bild sich grad erdacht.

Ringsum ist’s still. Kein Mensch, kein Plan.
Der Wind schweigt. Nichts bewegt sich sacht.
Der Wald hält kurz den Atem an,
als wäre er neu aufgewacht.

© Elke Bräunling

#juniverse2015 – Säuseln

Die Stille im Wald


Die Stille im Wald 
Gedicht vom Wald, der schweigt und doch viel zu sagen hat

Die Bäume reden nicht mit mir.
Ein Glück! Ich hätt nicht viel zu sagen.
Ich such nur Stille, Ruhe hier
im Wald und habe keine Fragen.

Ich höre nichts und doch so viel
und spür, ich kann mich wiederfinden,
beschützt vom zarten Blätterspiel
im Baumgezweig der alten Linden.

Ein Käfer brummt. Ein Ast zerbricht.
Ein Eichhorn tanzt über die Zweige,
wirft putzig Schatten vor das Licht.
Ich schaue, lächle still und schweige.

Die Stille hier, sie tut nicht weh.
Sie ist nicht leer, nur höflich,
und zeigt mir, was ich sonst nie seh,
ganz ungefragt und klar – und tröstlich.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – still