Schlagwort: Gedicht Zeitgeist

Der Mann, der noch Bücher las – Zukunftsvision?

Illustration Mann und Mädchen sitzen unterm Baum und lesen Bücher

Der Mann, der noch Bücher las – Zukunftsvision?
Gedicht vom Wert des Lesens

Ich sah doch heut, du glaubst es kaum,
im Stadtpark unter einem Baum
‚nen Mann, der cool am Boden saß
und ruhig in einem Buche las.

Ein echtes Buch! Ich sah ihn an.
Ein Mensch, der dies noch lesen kann
ganz ohne Handy … einfach so?
Sein Anblick machte mich sehr froh.

Ein kleines Mädchen sah ihm zu
und staunte, fragte: „Was machst du?
Liest du ein Buch, wie’s früher war
so aus Papier mit Seiten gar?

Ich hab davon im Film gesehn
und fand das Bücherlesen schön.“
Es tippte sacht und wie gebannt
am Rand entlang mit seiner Hand.

Ein Lächeln – und da brach der Bann.
Ein zweites Buch reichte der Mann
dem Kind und sprach: „Komm, setz dich her.
Dies Buch gefällt dir sicher sehr.“

So saßen sie, ich glaubt’ es kaum,
an ihrem Platz hier unterm Baum
und lasen, still, vergnügt, entzückt,
vor Glück wie von der Welt entrückt.

Und ich weiß nun, es kann geschehn,
dass wir bald wieder Menschen sehn
mit Büchern, die sie int’ressiern,
die sie beglücken, faszinier’n.

© Elke Bräunling

Lesen ist toll! Hören ist es auch!
Hör dir gerne das Lied zum Gedicht, komponiert von Balz Burch, an! ☀️

Text: Elke Bräunling  Musik: Balz Burch

Flieg, Friedenstaube, flieg!

Flieg, Friedenstaube, flieg! *
Friedensgedicht für Groß und Klein –

Flieg, Friedenstaube, flieg!
Sie treiben uns in den Krieg.
Die Karten sind gemischt,
Vernunft ist weggewischt
wie Kreide, die der Sturm verweht,
weil keiner mehr zum Frieden steht.
Flieg, Friedenstaube, flieg!

Flieg, Friedenstaube, flieg!
Die Geldmaschine heißt Krieg.
Die Gier ist heiß entfacht,
das Gold längst aufgebracht,
sie zählen schon mit kalter Hand
die Kriegsbeute in unserm Land.
Flieg, Friedenstaube, flieg!

Flieg, Friedenstaube, flieg!
Wir wehren uns gegen Krieg
und spielen da nicht mit
bei dem falschen Schritt.
Kämpft selber, lasst das Volk in Ruh,
wir schau’n euch aus der Ferne zu.
Sieg, Friedenstaube, sieg!

© Elke Bräunling

Wenn man daneben steht

Gedicht …….*

 

Wenn man daneben steht
Gedicht gegen den Krieg

Ich hör sie draußen diskutieren,
als ginge es ums letzte Brot,
mal laut, mal leise und auch hitzig,
als sei grad alles aus dem Lot.
Und viele schreien laut nach Krieg,
weil es nur so noch weiter geht.
Man kann darüber nur noch staunen,
wenn man wie ich daneben steht.

Ich lese Zeitung, suche Worte,
die wahrheitstreu und nichts verdrehn,
und kann die Lügen und das Schweigen
zu vielen Themen nicht verstehn.
Der Krieg wird’s richten, heißt es da,
weil ohne ihn wohl nichts mehr geht.
Wie sollte man dem widersprechen,
wenn man wie ich daneben steht.

Sie wollen neue Panzer bauen
und noch mehr teures Kriegsgerät.
Auch brauchen sie jetzt mehr Soldaten.
Die Saat zum Kriege wird gesät.
Wir Menschen werden nicht gefragt,
und bald ist es für uns zu spät.
Wie hilflos kann man sich nur fühlen,
wenn man wie ich daneben steht.

Ich sehe Leute, die begreifen,
dass alles aus dem Ruder läuft
und dass sich Nachricht neben Nachricht
in ungesundem Maße häuft.
Und immer wieder geht’s um Krieg.
Man fragt, woher der Wind da weht?
Wie sollte man es auch verstehen,
wenn man wie ich daneben steht.

© Elke Bräunling