Schlagwort: Fröhliches Gedicht

Der Giersch


Der Giersch
Gedicht über Gärtners Lieblingskraut

Nach dem Giersch musst du dich bücken,
seine Blüten darfst du pflücken,
sie zu einem Strauße binden
und ein Schmuckband darum winden.

Diesen Giersch, ’s ist nicht vermessen,
darfst du kochen und dann essen.
Wie Gemüse soll er schmecken.
Viel gibt’s mit ihm zu entdecken.

Er ist heilsam bei manch‘ Leiden,
dieses Kräutlein, das bescheiden
überall gern wachsen würde,
sehr zu Gärtners Last und Bürde.

Denn, so sagt man unumwunden,
dieser Giersch, er kostet Stunden,
Jahre oft, wenn du ihn jätest
und um sein Verschwinden bätest.

Giersch, er ist des Gärtners Fluche
und vergebens sind Versuche
dieses Kraut sanft zu vertreiben,
denn er liebt dich und wird bleiben.

© Elke Bräunling

Ein Märchen zum Giersch findest du hier:
Der Giersch und die Gartenblumen

illustration und Gedicht: Giersch, Kraut und Blüte

Mondfest im Wald

Mondfest im Wald *
Ein Gedicht für Kinder, die wissen, dass der Mond manchmal schmunzelt –

Der Mond gleicht einem Lampion,
den wohl ein Kind vergessen hat.
Von seinem großen Wolkenthron
strahlt er im Wald auf jedes Blatt.

Er blinzelt keck durchs Tannenzelt
und lockt die Tiere an zum Fest
mit seinem hellen Lichterschein,
der keinen heute schlafen lässt.

Schon kommt der Dachs im Walzerschritt,
das Mäuslein hüpft vor lauter Lust.
Die Eule ruft: „Jetzt tanzt doch mit!“
Der Fuchs poliert sich stolz die Brust.

Der Igel rollt sich kugelrund
und wird zum Ball. Hurra, er lacht!
Frau Wildschein tut mit Grunzen kund,
dass sie sich heute schick gemacht.

Der Frosch quäkt laut: „Jetzt tanzt das Reh!“
Und wirklich, da, es dreht sich sacht
im Glanz von Moos und Silberlicht
ein Waldballett zur Mondennacht.

Das Fest geht lang und es ist toll
und könnte ewig weitergehn.
Da sprach der Mond: „Ich fühl mich voll
Zufriedenheit, doch ich muss gehn.“

Schnell bläst er noch die Lichter aus
und zieht zum Abschied seinen Hut,
Dann kichert er und eilt hinaus
dem Tag voraus – und alles ruht.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – Mondnacht

Reihe „Waldgedichte“

 

Die erste Hyazinthe

Die erste Hyazinthe *
Fröhliches Gedicht zum Schmunzeln – Ein kurzer Wunsch nach Liebe *

Die erste Hyazinthe
steht auf der Fensterbank.
Sie ist tiefblau wie Tinte,
ihr Körper zart und schlank.

„Oh, komm, du meine Schöne,
du duftest wie ein Traum.
Ich möcht dich gerne küssen“,
sagt da der Gummibaum.

„Am liebsten würd ich baden,
in deinem feinen Duft,
der mich mit tiefem Sehnen
so lockend zu dir ruft.“

Da lacht die Hyazinthe
mit sanftem Spott im Ton.
„Du glaubst, ich kann dich lieben?“,
fragt sie mit leisem Hohn.

„Ich als zarte Blüte
und du als schnöder Baum?
Das passt nicht für die Liebe,
und das nicht mal im Traum.

Kurz nur ist das Leben.
Ein paar Tage, dann ist Schluss.
Ich hab dir nichts zu geben,
schon gar nicht einen Kuss.“

Die Hyazinthe redet
und redet immerzu.
Der Gummibaum, er leidet
und wünscht sich seine Ruh.

Er hat das mit der Liebe
sich anders vorgestellt.
Nun wünscht er sich nur eines:
Dass sie die Klappe hält.

© Elke Bräunling

Der Überfall

Der Überfall *
Kindergedicht

Nein, wirklich, ich hätt’s nie gedacht.
Hat er’s tatsächlich doch gemacht
und mich grad auf den Arm genommen.
Wie weit ist’s nur mit mir gekommen?
Urplötzlich, Schreck, und hack und zack,
zieht er mich hoch und – huckepack –
geht’s auch schon los weit übers Feld.
Ich zeig ihm nicht, wie’s mir gefällt.

© Elke Bräunling

(Aktion juniverse2024 – 26. Juni – huckepack)