Mystisch geträumt

…Als der Zug endlich über die Lagune fuhr, verspürte ich so etwas wie Faszination. Ich trat ans Fenster, blickte auf das Wasser, das unter der Nachmittagssonne geheimnisvoll funkelte, starrte auf die Dächer und goldenen Kuppeln der Stadt, die sich langsam aus dem Dunst schälten. Ein magisch betörendes Bild, das Venedig mir zur Begrüßung bot.
Mein Herz klopfte eigentümlich, während das Bootstaxi später durch den Canale Grande tuckerte. Um mich abzulenken, sah ich mir die bröckelnden Fassaden in blassen Rot-, Blau-, Gelb- und Weißtönen und die filigran verzierten Balkone der an mir vorbei gleitenden Palazzi an, lugte in kleine, versteckte Kanäle, die sich, von Bogenbrücken überspannt, in geheimnisvollem Dunkel verloren. Und überall, auf den Gassen und Brücken, entlang der Kanäle und in den Booten, sah ich sie, Gespenstern gleich: die Masken des Carnevale. Es waren unheimlich anmutende weiße Masken, deren Träger in tiefes Schwarz gehüllt waren, historische, graziöse, dämonische, bunte, lustige Gestalten und immer wieder die Figuren der Comedia dell Arte, der Alecchino, die Colombina und die Pulcinella. Einige standen da wie Denkmäler, andere liefen in buntem Treiben umher, gafften, rempelten, schrieen, lachten …
Es herrschte eine so mystische Atmosphäre, dass ich selbst nicht mehr wusste, ob es sich bei jenen Wesen um verkleidete Menschen handelte oder um Gespenster. Fast war ich mir sicher, dass ich einige von Venedigs echten Gespenstern für wirkliche Menschen hielt. Gespenster, die mir zunickten und deren Gruß ich erwiderte.

Los.geplappert. Nur so …

Du siehst Vögel nicht, die am Himmel stehn,
die träumend in die Wolken sehn?
Und Schmetterlingsküsse auf Apfelbäckchen
in quietschsommerbunten Spätwintereckchen
kann es nicht geben
im realklaren Leben … ?
Die Fantasie trägt eine Maske,
sie hält sich versteckt,
doch an so manch einem Tage,
hab ich sie entdeckt.
Und du?

 

Unter Menschen

Ich kann singen, sagte der „Künstler“.
Er zeigte auch gleich eine Probe seines Könnens.
Er sang.
Falsch, schräg, scheußlich, laut.
Und die Menschen lauschten.
Ihre Ohren schmerzten, ihre Seelen tränten, doch alle hörten zu und applaudierten.
Sie verzogen keine Miene. Sie waren höflich.
Ich kann lachen, lachte der Narr.
Dann machte er einen Kopfstand …
und rückte sein Bild von der Welt wieder zurecht.
Und die Menschen, sie lachten mit.
Falsch, schräg, fröhlich, laut.
Sie fühlten sich be-freit-t.

 

Narren

Wenn dir zu viele Narren begegnen,
beginnst du dich zu fragen,
wer hier der Narr ist.
Honi soit qui mal y pense …

Ein Gruß aus dem Bürokratismus-Dschungel mit der Aussicht auf baldiges Normalleben und -bloggen.
Auf bald und Danke (Ihr wissst schon?) und lieber Gruß
Elke

Sehnsucht

Sehnsucht ohne Worte.
Ein Luftschnappen aus der „kruschtigen“ Zeit,  ein Winken zu Euch und ein „Bald wieder!“
Sehnsucht ohne Worte.
Psssst …

Und nun hat das kleine Aquarell vom Toskana-Frühlingstraum auch seine Musik bekommen:[youtube https://www.youtube.com/watch?v=rhH6eNPpAbM&w=250&h=188]

Kruschtmonat Januar

Also ich weiß nicht, wie es Euch im Januar ergeht. Mein Januar ist alle Jahre wieder ein Monat des Formular-Kruschts und Zahlensammelns (schreibt man das zusammen?) und Suchens nach Belegen und Wühlen nach Daten. Und jedes Jahr im Januar nehme ich mir vor, es nienienie mehr so weit kommen zu lassen und all das, was sich wöchentlich an „Kruscht“ ansammelt, auch wöchentlich zu ordnen und zu verwalten. Allein es bleibt immer bei diesem Vorsatz und so wird der Januar immer wieder zum krampfigen Monat. Ich hasse diesen unnötigen Kruscht. Er stiehlt so viel kostbare Zeit.
Er stiehlt mir auch die Zeit zum Bloggen und daher findet „arttäglich“ derzeit so gar nicht „täglich“ statt.
Aber im nächsten Jahr wird alles anders.
Fragt mich mal nächsten Januar danach.
*kruscht*

 

 

Für Dich!

Vom Sehen.
Man kann auch mit den Augen des anderen sehen.
Und man kann auch für den anderen (mit)sehen.
Er wird es sehen, wo immer er auch sein mag.
Und er sieht dich.
Ich glaube, er möchte sehen, dass es gut ist so, wie es ist.
Und du?
Glaubst du es auch?
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=vDcoTQop9Mw]

Zum Erbauen ein leises Grauen

Nicht nur eine Rückfrage/Nachfrage erreichte mich wegen meines gestrigen Eintrags mit der Überschrift E.n.d.e
Nein, dieses Blog möchte ich nicht beenden. Ich liebe es (ein bisschen).
Das Schundheftchenschreiben allerdings, dem würde ich liebend gerne bald ein Ende setzen, um frei zu sein für andere, wichtigere, interessantere, schönere Projekte.
Ein Wunsch für dieses Jahr. Möge er sich erfüllen.
Daumen drücken, bitte.
Danke.
:-))) 

Auszug „Ende vom Ende“:

 „… Mit einem Augenzwinkern legte Fürst Nikolaus den Arm um Sophies Schultern. „Und? Bist du mit dem Ergebnis deiner Suche zufrieden, Tochter?“
„Und wie!“ Sophie nickte und lachte die beiden Männer, die sie schon ein Leben lang zu kennen glaubte, glücklich an.
„Und du, Patrick? Wenn ich eure Blicke richtig deute, hast auch du sicher nichts dagegen einzuwenden, mit Sophie und mir auf Schloss W. zu leben“, stellte Fürst Nikolaus schmunzelnd fest. „Und nun gebt euch schon einen Kuß, ihr beiden, und tut nicht so, als wüßte ich nicht, wie sehr ihr euch danach sehnt.“

– E N D E –