Kategorie: Herbstgedicht

Die erste Kastanie

Die erste Kastanie *
Herbstgedicht für Kinder –

Die erste Kastanie fällt früh aus dem Baum.
Sie träumte vom Fliegen, doch bleibt es ein Traum.
„Ich weiß nicht“, ruft sie nun, „wie mir geschieht.
Hier lieg ich im Grase, wo keiner mich sieht.“

Sie fühlt sich alleine und es ist ihr bang.
Die anderen hängen am Baume noch lang.
„Was soll nun werden, ich bin ja noch klein.
Ich möchte so gern unter Freunden jetzt sein.“

Da kommt ein Kind und es jubelt ganz laut:
„Was für eine Freude! Kommt alle und schaut!
Die erste Kastanie, heißt es, die bringt Glück,
wenn ich sie mir hole und mich nach ihr bück.“

„Hurra, liebes Kind! Oh, lass mich bei dir sein.
Schon sind wir beide nicht mehr so allein“,
ruft die Kastanie. Dann schmiegt sie sich sacht
in eine Kinderhand, freut sich und lacht.

© Elke Bräunling

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist? *
Kindergedicht und -lied –

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Sonne ist’s, die Sonne ist’s!
Sie kann mit ihren schrägen Strahlen
immer längre Schatten malen.
Kurz und kürzer wird die Zeit.
Der Herbst hält sich bereit.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Blumen sind’s, die Blumen sind’s!
Sieh nur ihre starken Farben,
die sie nun auf einmal haben.
Wie Laternen leuchten sie
wie sonst im Jahre nie.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Bäume sind’s, die Bäume sind’s!
Welke Blätter murmeln leise:
„Wir gehn bald nun auf die Reise.
Das ist unsere Natur
auf dieser Zeitenuhr.“

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Vögel sind’s, die Vögel sind’s!
Kaum noch hört man jetzt ihr Singen,
wenn sie sich gen Himmel schwingen.
Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit,
denn ihr Weg ist weit.

Wer zeigt uns, dass es Herbst ist?
Die Welt ist’s, die Welt ist’s!
Alle freu’n sich auf die Zeiten,
denn der Herbst hat schöne Seiten,
und dass er sich selbst gefällt,
das weiß wohl alle Welt.

© Elke Bräunling

Kleines Herbstlied für kleine Leute

Kleines Herbstlied für kleine Leute *
Herbstgedicht/Kinderlied zum Herbst

Der Herbst zieht leise ein ins Land.
Er nimmt uns freundlich an der Hand
und zeigt uns seine bunte Welt,
die schön ist und die uns gefällt.

Komm mit und sieh dich bei ihm um
und staune, was nun reift ringsum.
Fast jeder Tag ist Erntetag
und jeder erntet, was er mag.

Die Äpfel reifen, rot und rund,
auch Birnen, Trauben, süß und bunt.
Zum Naschen lädt der Herbst uns ein
und seine Schätze schmecken fein.

Die Sonne zeigt sich nicht mehr lang
und immer kleiner wird ihr Gang
am Himmel weiter durch die Zeit,
der Nebelherbst steht schon bereit.

Das ist nicht schlimm, denn nun beginnt
die Kuschelzeit, die jedes Kind
von Herzen über alles liebt
und die’s im Herbst sehr oft auch gibt.

© Elke Bräunling

September

September *
Kleines Gedicht zum Herbstanfang –

Da bist du nun und sollst willkommen sein,
malst Gold ins Laub, streust Licht herein.
Dein Wind, so sanft, holt stumm das kleine Glück
von Sommerträumen noch einmal zurück.

Das Dunkel aber sitzt dir schon im Haar
und raunt uns zu: „Der Herbst ist da!“
Und leis mit einer Prise Traurigkeit
schleicht Morgennebel in dein goldnes Kleid.

© Elke Bräunling

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose *
Gedicht zum Herbstanfang –

Zartes Flimmern lila-blass,
bescheiden klein im welken Gras,
duckt sich auf Wiesen dieser Tage,
die Herbstzeitlose, diese karge
kleine Blume, die uns kündet,
dass das Jahr im Herbst nun mündet.
Man erschrickt, wenn man sie sieht,
weil mit ihr auch die Wehmut blüht,
gepaart mit Sommerabschiedsschmerz,
ein lachend’ und ein weinend’ Herz.

© Elke Bräunling