Bären haben’s nicht leicht und dieser schon gar nicht. Seit Jahren „muss“ er mich/uns auf unseren Fotospaziergängen begleiten und als Modell herhalten. Klaglos macht er alles mit, posiert in Wäldern und auf Wiesen, in Weinbergen, auf Bäumen und auf Mauern, auf Brunnenrändern und Weihnachtstannen, auf … ach, er meistert jede Situation mit stoischer Gelassenheit.
Bei den Aufnahmen zu einem geplanten kleinen Hörbuchvideofilmchen zu der Kindergeschichte „Der kleine Bär und der sprechende Apfel“ wurde aus Bärchen „Bärli“ nun „Bärli Tell“. Es war ein schwieriges Shooting, aber sagt, hat er seinen Job nicht gut gemacht, der Bärli Tell? Wer kann sonst schon in Schieflage einen Apfel auf dem Kopf balancieren? ;-)))
„Wie geht es dir?“, fragt einer von ihnen.
„Gut eigentlich“, sage ich.
„Du bist also wunschlos glücklich?“, will es eine andere genauer wissen.
„Na ja, einen Wunsch hätte ich schon.“
„Na fein. Welchen denn?“
„Ich würde“, sage ich langsam und betont, „ja, ich würde gerne un-ge-stört MEINE Arbeit arbeiten und das, was meine Gedanken belagert, in Ruhe aufschreiben wollen, und zwar nicht nur jetzt, sondern auch bitte morgen und übermorgen und überübermorgen und überhaupt die nächste(n) Woche(n), Monate, Jahre … und …“
Ach, was rede ich eigentlich …?
Es gibt für mich nichts Inspirierenderes als Bäume. Viele Ideen und kreative Kicks schenken sie mir. Sie trösten, schützen, wärmen, irgendwie … Mich zumindest. Ich liebe sle.
Ihnen zu Ehren ist dieses kleine Video entstanden mit Fotografien von der Waldameise zu unserer Musik. Danke, Andrea! Deine Fotos sind wunderschön.
„Mein Äpfelchen“, sagte er immer zu ihr und sie lächelte.
Sie lächelte auch noch, als er sie wie einen faulen Apfel achtlos ‚entsorgte‘.
Sie war präpariert. Mit Kosenamen kannte sie sich aus, waren sie ihr früher doch stets bitter aufgestoßen. Diesen Nachgeschmack überließ sie seither mit viel Bedacht anderen.
…
Nicht jedes Äpfelchen schmeckt süß …
Wieder war ein Jahr ins Land gezogen, und sie spürte, dass ihr die Wechsel der Jahreszeiten nicht mehr so leicht fiel wie früher. Ja, selbst jeder Wetterwechsel machte ihr immer mehr zu schaffen. Der Kreislauf! Und auch ein bisschen das angeknackste Nervensystem.
„Die Psyche“, knurrte sie und verzog das Gesicht widerwillig zu einer Grimasse. „Besser, ich nenne das Kind beim Namen.“
Endlich. Diese Freiheit, mit sich selbst und mit ihrer Umgebung offen umzugehen, Schwächen zuzugeben, war auch ein Tribut des Älterwerdens. Wem musste sie sich beweisen? Viel leichter lebte es sich mit der Wahrheit. Und um ganz ehrlich zu sein: diese seelischen Hoch und Tiefs hatten ihr Leben schon immer begleitet. Nur ist es ein Unterschied, jene Empfindlichkeiten mit zusammengebissenen Zähnen zu ertragen und sie anderen gegenüber zu verschweigen – oder sie schlicht zuzulassen.
Im Rückblick musste sie sich, sehr zu ihrer Verwunderung übrigens, eingestehen, dass sie heute viel besser mit sich zurechtkam. Und mitnichten war dies eine Frage des Alters. Eher die der Weisheit.
Eine späte Weisheit? Sie haderte manchmal mit sich. Aber nein. Spät sind Erkenntnisse erst dann, wenn sie das Leben nicht mehr zu verändern vermögen.
„Zu spät?“, murmelte sie und hielt ihr Gesicht den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen. „Jeder Tag, den man mit einem „zu spät“ verbringt, ist ein vergeudeter, ein nicht gelebter Tag. Also …?“
Sie lächelte und öffnete die Tür, die aus der Küche in einen kleinen Hof führte. „Es ist nie zu spät.“
Zu nichts ist es zu spät, auch wenn manche Schritte, dieses „zu spät“ in ein „Es fühlt sich richtig an, so wie es nun ist“ zu verwandeln, zunächst Zweifel, Ängste und Veränderungen bedeuten. Doch wer nicht wagt …
Sie überquerte den Hof und klopfte an die Tür des angrenzenden Hauses, das einmal eine Scheune gewesen war, öffnete sie.
„Lust auf einen Espresso?“, rief sie in die gemütliche, ländlich eingerichtete Wohndiele.
„Immer. Bin gleich da“, antwortete von irgendwoher eine Stimme.
Sie lächelte wieder.
Wie viele Jahre hatte sie diese Szene geträumt und deren Umsetzung in die Realität mit einem „Das geht nicht“ und dem obligatorischen „zu spät“ verworfen? Zu viele. Doch es war noch nicht zu spät, und dieses Wissen fühlte sich gut an …
Auch mit Farben bleibt dein Gesicht blass, konturlos, unerkannt.
Du läufst mir davon, nicht ohne mich zu animieren, dich zu verfolgen.
Schon lange haste ich auf diese Weise hinter dir her, doch ganz zeigst du dich mir nie.
Anna, Heldin, gesichtslose Frau … wie soll ich dich beschreiben?
Oder ist deine Maske des Nichts der rote Faden, der Kernpunkt der Handlung?
Die Frau ohne Gesicht.
Bist du die Gesichtslose oder ist es die … Autorin?
Nicht immer küsst die Muse. Oh nein. Eigentlich lebt sie ein schlaues, faules Leben und … pennt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele magische Momente, wie viele exzellenten Eingebungen, wie viele Ideen und wie viele Möchtegerns sie verschlafen hat. Kaffee aber, den mag sie gerne. Mit ihm lässt sie sich locken. Manchmal. So auch neulich. Ein bisschen unvorsichtig war sie, denn, sonst unsichtbar, ließ sie sich doch tatsächlich fotografieren. Für einen Moment nur, doch der ist nun für die Ewigkeit. Voilà! Das ist sie nun, die Muse. Oder wenigstens ein klitzekleines Musenkind. Oder?
An einem Morgen im September ging die blaue Stunde übergangslos in einen blaublaublauen Tag über. Ein Tag zum Auftanken. Ein Tag zum Seele baumeln lassen. Ein Tag zum Staunen. Ein Tag zur Inspiration. Ein Tag zum Freuen. Ein Tag zum Lieben. Ist die Natur nicht wundervoll? Ist sie nicht die größte Künstlerin?
Danke, Andrea, für diese wunderschönen Bilder.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=BEDGTka4TZg?rel=0] Septembermorgen am Tegelberg (b. Füssen) Fotos (c) Andrea Oberdorfer, Musik Paul G. Walter
Alles ist Kunst. Täglich. ART-täglich Unser ganzes Leben findet Platz in der Kunst – und hier im Blog in Gedichten der unterschiedlichsten Art.
Ich wünsche dir viel Freude damit! ❤