Schlagwort: Kindergedicht Fantasie

Ich sitze und denke


Mädchen liegt im Gras und träumt in den Himmel, Wolkenbilder

Ich sitze und denke
Lied zur Geschichte „Vom Dasitzen und Denken“

Ich sitz so gern einfach im Grase
und schau in den Himmel hinein.
Da rümpfen die Leute die Nase:
„Nun tu mal was! Du fauler ‚Hase‘!
Hier immer nur sitzen? Oh nein!“

Refrain
Und ich sitze und denke und träume.
Mein Kopf, der mag niemals ruhn:
Da wachsen Ideen wie Bäume,
da öffnen sich Bilder und Räume …
Wer denkt, der hat echt viel zu tun.

Das Gras singt ein Lied mit dem Winde,
die Biene besucht ihren Klee,
die Wolke malt Bilder geschwinde:
ein Schiff, einen Bär, eine Kinder-
karussellfahrt hoch überm See.

Da rufen die Wolken: „Komm, reise!
Komm, reise doch mit übers Land!“
„Heut nicht!“, sag ich höflich und leise,
„ich denk grad auf eigene Weise,
und da gibt’s zu tun allerhand!“

Gesprochen (das Wölkchen, kichernd): „Die Gedanken sind frei! Frei wie wir!“
(Das denkende Kind, ruft hinterher): „Danke! Das merke ich mir!“

Und heißt es: „Der sitzt da und träumt bloß
so träge und arbeitet nicht!“,
dann lach ich, bei mir ist ganz viel los,
die Welt der Gedanken ist so groß
und voll wie ein Korb voller Licht.

Gesprochen, leise: So einfach ist es. So einfach.

© Elke Bräunling

Wenn’s draußen neblig ist und kalt

Wenn’s draußen neblig ist und kalt *
Traumreisegedicht für Kinder –

Wenn ich nicht draußen spielen kann,
hör ich mir ’ne Geschichte an
bei Onkel Hans im Nachbarhaus.
Der kennt sich mit Geschichten aus.

Wir fliegen einmal auf den Mond,
denn der ist gar nicht unbewohnt.
Die Mondolonen leben dort.
Sie lassen uns fast nicht mehr fort.

Ein andermal, da reisen wir
zu Wüstenscheich Ben Dschurimir.
Der lädt zum Wüstenmahl uns ein
zu Löwenspeck und Palmenwein.

Im Urwald finden wir sodann
den letzten Urwaldzaubermann.
Der zaubert für uns -eins, zwei, drei-
ein Urwaldomobil herbei.

Und dieses Ding bringt uns ganz schnell
zu einer Wunderzauberquell,
die jedem einen Wunsch gewährt,
der mutig ist und sich bewährt.

Wir sind voll Mut, drum wünschen wir
uns einen Flug auf ´nem Klavier
mit Melodien um die Welt
überallhin, wo´s uns gefällt.

Wir schweben singend übers Meer
nach Ost und West und kreuz und quer,
und manchmal bleiben wir auch stehn,
denn es gibt ja so viel zu sehn.

Am Nordpol halten wir dann an
und treffen dort Frau Holle dann.
Und die nimmt uns auf ihrem Ritt
durch Schnee und Eis nach Hause mit.

So ist mir das Geschichtenland
dank Onkel Hans schon gut bekannt,
und ich besuch ihn wieder bald,
wenn´s draußen neblig ist und kalt.

© Elke Bräunling