Schlagwort: Lied Zeitkritik

DER ROSA … Fett im Raum

Ein rosaroter Elefant mit Baby hockt auf der Couch, ringsum Partygäste, die sich unterhalten


DER ROSA … Fett im Raum

Mit einem Augenzwinkern

Sonntag, Kaffee, Streuselkuchen,
und die Sippe sitzt komplett.
Übers Wetter darf man fluchen,
und nach Tantchens Liebschaft suchen …
Und DER ROSA lacht! Wie nett!

Fernsehstudio. Die Runde
tagt zum Thema ‚Dies-und-das‘.
Meinungsstreit aus vollem Munde,
und es dreht sich Stund um Stunde …
Nur DER ROSA kriegt kein Glas.

Refrain
Alle plaudern, nett, gediegen.
Keiner sieht, man glaubt es kaum,
wie sie sich im Smalltalk biegen!
Blicke, die vorbei schnell fliegen
an dem Elefanten …
Rosa! Groß! Und Fett. …
Im Raum.

Gartenparty! Sekt und Häppchen,
Stimmung, Smalltalk, Harmonie.
Selbst DER ROSA kriegt sein Schnäppchen,
auf dem Kopf ein Partykäppchen …
Angesprochen wird er nie.

Einst war er ein Elefäntchen,
zart und rosa, beinah scheu.
Man hätt’ ihn an einem Händchen
rausgeführt an einem Bändchen …
doch man schwieg bloß. Brav und treu.

Dieses Schweigen ist sein Futter,
jedes Nicht-Wort macht ihn satt.
Und er wächst wie Teig mit Butter,
ist schon größer als die Mutter …
bald so groß wie jede Stadt.

Refrain
Alle plaudern, nett, gediegen.
Keiner sieht, man glaubt es kaum,
wie sie sich im Smalltalk biegen!
Blicke, die vorbei schnell fliegen
an dem Elefanten …
Rosa! Groß! Und Fett. …
Im Raum.

Bis ein Kind ganz laut mal fragte:
„Mama, guck! Ein Elefant!“
Eisesstille. Alles zagte.
Bis die Tante tapfer sagte:
„Fantasie hat die! Pikant!“

Bridge
(Mitten in die Stille hebt ‚DER ‚ROSA den Rüssel:) TÖRÖÖÖÖÖ!
Die Gastgeberin (strahlend): „Ach! Das ist ja gerade noch mal gut gegangen! Man muss immer positiv denken, dann wird das schon…“

Schluss-Refrain
Alle plaudern, nett, gediegen,
Keiner schaut … man glaubt es kaum …
nach dem ROSA. Der bleibt liegen,
wiegt sein Junges (kaum zu wiegen!).
Nun zwei Elefanten …
Rosa! Groß! Und Fett. …
Im Raum.

Leise: TÖRÖÖÖÖÖ!

© Elke Bräunling

Und hier darf Rosa sogar laut tröten. Töröööö… 😉

Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch

 

Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn



Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn

Gedicht und Lied für alle Eltern … und für den Frieden

In meinen Armen das schlafende Kind.
Ein friedvolles Bild von Liebe und Glück.
Ich glaube nicht, dass wir je glücklicher sind.
Momente wie diese kehren nie mehr zurück.
Und ich schau auf das Bild, das die Erinnerung malt,
aus dem Lebensfreude und Zuversicht strahlt,
und ich schwöre bei all meinem Sein:
Dich, mein Kind, lasse ich niemals allein.

Schnell bist du gewachsen, ich lasse dich los,
weil man das so tun muss in diesem Land.
Du kommst zur Schule, denn du bist jetzt groß
und hörst Worte, Dogmen, die dir unbekannt.
Und ich sehe voll Sorge, was das mit dir macht,
dass du vergisst, wie man träumt, wie man lacht,
und ich schwöre bei allem meinem Sein:
Dich, mein Kind, lass ich damit nicht allein.

Schon bist du erwachsen, für Großes bereit.
Du hast Träume, Ideen und sehr viel geplant,
die Schritte ins Leben sind spannend und weit,
und oft kommt es doch anders dann als geahnt.
Und ich denk an die Zeit mit dir gern zurück,
wir lebten ein Leben in Frieden und Glück.
Und ich sag dir bei all meinem Sein:
Wir sind uns nah, es bleibt keiner allein.

Doch hören wir heute die Rufe nach Krieg,
Soldaten werden benötigt für Land und Partei,
für Waffen, Schlachten, Gehorsam und Sieg.
Kanonenfutter … und du bist dabei.
Die Rechnung mit uns Müttern, die macht ihr nicht.
Euch zu bekämpfen ist jetzt unsre Pflicht.
Auf Halbmast die Flaggen im Lande wehn.
Vergesst es! Mein Kind, dich lass ich nicht gehn.
Nein! Mein Kind lass ich nicht gehn.

© Elke Bräunling

Es ist selten, dass eine Vertonung exakt die Gefühle ausdrückt und die Tränen erahnen lässt, die ich beim Schreiben dieses Gedichts empfunden habe. Dem lieben Balz Burch ist dies vortrefflich gelungen mit diesem wundervollen Song, in den ich mich sofort verliebt habe.
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Nein, mein Kind, dich lass ich nicht gehn
© Text: Elke Bräunling Musik: Balz Burch
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