Schlagwort: Gefühle

Sonnenschlussverkauf


Sonnenschlussverkauf
Gedicht in Abschiedswehmut

Oktobergold im Sonnenschimmer.
Bäume wandeln sich in Juweliere
im Versuch, ihr schimmernd Blattgewand
uns anzudrehn im Sonnenschlussverkauf.
Wir greifen zu mit vollen Händen,
in sehnsuchtsvoller Gier nach Sommer-Reste-Licht
für ein paar Momente nur. Vergeblich,
denn nichts, was glänzt, bleibt ewig Gold.

© Elke Bräunling

Sonne, bunte Herbstblätter, eine Hand

Erwachen


Erwachen - das Gedicht. Bild einer Frau, die in die Ferne blickt


Erwachen
Ein leises Gedicht und Lied bei Schockmomenten

Wie einsam fühlt es sich doch an,
wenn man an nichts mehr glauben kann.
Man ist von allem, was man glaubt,
wie über Nacht brutal beraubt.

Voll Hoffnung sucht man noch nach Halt,
und fällt doch blindlings in den Spalt
aus Propaganda, Lügen, Bluff,
gemischt als teuflisch’ Giftgesöff.

Woran hält man sich nun noch fest,
wenn Wahrheit sich vermissen lässt?
Vertrauen traut man sich nicht mehr,
der Hohn der Lüge lastet schwer.

Sei selber schlau und mach dich klug
und wappne dich vor dem Betrug,
indem du selbst dich informierst
und nach der Wahrheit recherchierst.

Fang an!

© Elke Bräunling

🧡
Balz Burchs Musik zu diesem Lied passt haargenau zur Stimmung dieses Gedichts. Was meinst du?

Text: Elke Bräunling  Musik: Balz Burch

 

Musik des Waldes

Die Musik des Waldes, an manchen Tagen hallt sie lauter und melodischer und vielstimmiger durch Hänge und Täler. Zumeist an grauen, unspektakulären Tagen, an Tagen wie heute. Als hätten sich die Vögel zur Generalprobe des großen Sommerkonzerts getroffen, so wundervoll einzigartig haben sie heute gesungen, getschilpt, gezwitschert, jubliliert und tiriliert.
Es war ein heiteres, aufgeregtes, ein fast forderndes Singen. Ein Wald-Allegretto.
Ein großer Chor, besetzt mit den brillantesten Stimmen der Natur.
Ein Gesang zu Ehren der Natur, des Lebens.
Ja, so ein Tag war das heute.
Das Menschenkind, das durchs Gelände streifte, weinte in stummer Ehrfurcht leise Tränen.
Glückstränen.

illustration FRau sitzt am Rande des Waldwegs, zartes Baumgrün, viele singende Vögel, viele davon nur angedeutet

Blautannengrün

Blautannengrün *
Gedicht – Im Nadelwald –

Blautannengrün. Ein Schatten, der atmet,
wie Tinte im Moos, die das Schweigen beschreibt.
Es riecht nach der Nacht, nach Vergessen und Harz.
Man sieht es kaum und weiß doch: Es bleibt.

© Elke Bräunling


#juniverse2025 – Blautannengrün