Schlagwort: Gedicht zum Lauschen

Ein schattiges Plätzchen


Ein schattiges Plätzchen 
Gedicht – Licht und Schatten 

Man sitzt im Schatten nicht versteckt.
Nur etwas fern vom Rampenlicht
bleibt man dort meist auch kaum entdeckt.
Wer Ruhe sucht, den stört das nicht.

Sanft weht der Wind durchs dichte Laub,
ein Zweig zuckt leis, ein Käfer brummt
und in der Luft tanzt Pollenstaub.
Die laute Welt ringsum verstummt.

Der Schatten fragt nicht, nimmt uns her
in seine Arme, ganz diskret.
Und wer dort sitzt, begreift oft mehr
als das, was laut durchs Leben weht.

© Elke Bräunling

#Juniverse2025 – schattig

Die Stille im Wald


Die Stille im Wald 
Gedicht vom Wald, der schweigt und doch viel zu sagen hat

Die Bäume reden nicht mit mir.
Ein Glück! Ich hätt nicht viel zu sagen.
Ich such nur Stille, Ruhe hier
im Wald und habe keine Fragen.

Ich höre nichts und doch so viel
und spür, ich kann mich wiederfinden,
beschützt vom zarten Blätterspiel
im Baumgezweig der alten Linden.

Ein Käfer brummt. Ein Ast zerbricht.
Ein Eichhorn tanzt über die Zweige,
wirft putzig Schatten vor das Licht.
Ich schaue, lächle still und schweige.

Die Stille hier, sie tut nicht weh.
Sie ist nicht leer, nur höflich,
und zeigt mir, was ich sonst nie seh,
ganz ungefragt und klar – und tröstlich.

© Elke Bräunling

#juniverse2025 – still