Autor: Elke

Alt ist hässlich?

Das Schreiben ist ein immerwährender Kampf auch gegen das Denken in Einbahnstraßen, in Klischées.
Jung ist hübsch und niedlich und süß und überhaupt. Alt ist hässlich und basta!
Sagt das Klischée.
Gut, man kann dagegen angehen, aber als ich heute in einer Kinderstory eine Hexe (eine dunkle, schwarze) verhübschte, ja, da war die Story auf einmal nicht mehr DIE Story, die ich schreiben wollte bzw. musste. In einer gruseligen Hexenstory hat eine Hexe eben hässlich zu sein und alt. Sagt wer? Das Klischée. Wer sonst?

Im ‚Klischéeschreiben“ wäre diese verwelkte Dahlie längst im Mülleimer oder auf dem Kompost gelandet. Im normalen Alltag auch. Und niemand erhielte die Chance, die Schönheit ihres Alters wahrzunehmen. Und sie ist, finde ich, wunderschön. Jetzt. So … wie … sie … ist…
Ein kleines groß(artig)es Kunstwerk.

 

 

Freiheit

Das Ende des Sommers.
Gute Laune
trotz Hitze und Trockenheit.
Flirrend der Asphalt der Straße,
die sich als blau-silbernes Band
durch das karge Land der Garrigue schraubt
und sie der Zukunft entgegen bringt.
Meter für Meter fort
aus dem „Niemals mehr“
zum „Jetzt oder Nie“.
Neuanfang.
Die Tür hinter ihr
ist verschlossen.
Doch das wissen sie
– noch –
nicht.

 

 

Wiesenträumerei

Zum Abschied des Sommers eine kleine Wiesen-Hommage. Einen lieben Dank geht an Andrea alias Waldameise, die uns diese wundervollen Fotos aus den Allgäuer Bergen zur Verfügung gestellt hat. Danke dir, du Liebe! Und nun: Zurücklehnen, chillen und ein wenig träumen … Vom Sommer …

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Annabella

„Wie würdest du es nennen?“, fragte sie ihn.
„Annabella!“ Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen.
„Annabella?“ Sie zögerte.
Er nickte.
Annabella! Anna, die Schöne.
Hm.
Sie dachte nach, konnte sich aber nicht entscheiden.
Entscheiden. Sie vermag es auch jetzt noch nicht zu tun…

Anna …

… Bella

Hassliebe

Damals, zur Konfirmation, erzählst du, hast du 57 oder mehr Hortensienstöcke geschenkt bekommen.
Geschenke von Nachbarn, Freunden der Eltern, Bekannten aus der kleinen Stadt und von Verwandten.
‚Ballenstöcke‘ hast du sie verächtlich genannt. Und du hast sie gehasst.
Heute schenkt dir niemand mehr ‚Ballenstöcke‘, nur manchmal einen oder zwei.
Es sind Geschenke von ihr. Und du liebst sie. Sie und die ‚Ballenstöcke‘, die du heute liebevoll „Mondküsschen“ nennst.

Sie hat übrigens damals zur Kommunion Sammeltassen geschenkt bekommen. 57 oder mehr. Sie weiß es nicht mehr. Geschenke von Nachbarn, Freunden der Eltern, Bekannten aus der kleinen Stadt und von Verwandten.
‚Kitschtassen“ hat sie sie verächtlich genannt. Und sie hat sie gehasst.
Heute … Aber halt, das ist eine andere Geschichte.

Nervzerg

Er könnte, vielleicht, so aussehen. 
Nervzwerg heute.
An manchen Tagen vermag er allerdings auch zu lächeln.
Oder Freudenhüpfsprünge zu machen.
Oder sanft die Gedanken lenken und das Fließen fließen lassen.
Morgen.
Morgen vielleicht?