Das erdrückende Netz

Das erdrückende Netz
Gedicht Zeitkritik
Stell dir vor, du bist gefangen
wie in einem Spinnennetz,
und die Fäden, diese langen,
sind Symbole für Geschwätz.
All die Lügen, die sie tragen,
legen fest sich auf dein Herz,
sie vergiften deinen Magen
und bereiten dir viel Schmerz.
Und die Spinnen spinnen weiter
Lügenfäden ungerührt
fest im Netz, das immer breiter.
Du steckst drin, fest zugeschnürt.
Davon willst du dich befreien,
denn du bist längst aufgewacht,
alles in dir will laut schreien
gegen jene große Macht.
Tu es! Schreie! Sag es allen!
Weck sie aus dem Schlafe auf!
Leben ohne Lügenfallen
nimmt so einen bess’ren Lauf.
© Elke Bräunling

